Erfrischung und Stärkung des Körpers und erhöht die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen.
Unter den geistigen Hemmnissen der Aufmerksamkeit, bei deren Beseitigung die Mitwirkung des Hauses unent- behrlich ist, nennen wir nur die ungeregelte Lektüre. Wir gönnen es dem Knaben, daß er gern von Abenteuern und von Heldentaten liest, aber sein Lesen darf sich nicht überspannten, poetisch wertlosen Erzeugnissen zuwenden, es darf nicht in ein Verschlingen wüster Indianergeschichten ausarten; ein solches Lesen ist ein ermattendes Genießen, ein zerstreuendes Nichtstun. Ebenso schädlich ist für den füngling das Lesen aufregender Romane, in denen die Nachtseiten des Menschenlebens, bisweilen mit dem Aus— druck der Bewunderung für den großen Verbrecher, ge- schildert werden, und das Lesen von Gerichtsverhandlungen über Mordtaten, wie unsre Zeitungen sie zuaufregender Unter- haltung des sensationsbegierigen Publikums inbreitester Aus- führlichkeit zu bringen pflegen. Der Jugend ist eine solche Aufstachelung der Phantasie höchst verderblich, denn, ab- gesehen von dem großenSchaden für die Sittlichkeit, raubt sie dem Geiste die für verstandesmäßiges Arbeiten nötige Ruhe.
Die Schule bietet ihren Zöglingen Anleitung, sich einen hohen, edlen Genuß zu verschaffen durch den Ver- kehr mit den größten Geistern unsrer Nation, sie weist die Schüler hin auf die unermeßlichen geistigen Schätze, die in den Werken unsrer Klassiker aufgespeichert sind, weist sie hin auf die Schöpfungen von Männern wie Gustav Freytag, Sybel, Moltke, Treitschke, wie Ratzel und Helm- holtz, Reuter und Rosegger, Storm, Liliencron. Wenn hierbei das Haus die Schule unterstützt, wenn es seine Söhne von jener gefährlichen und schädlichen Lektüre abhält und den Verkehr mit den edelsten Geistern fördert und pflegt, dann sorgt es dafür, daß die Schüler nicht matt, nicht von ungesunden Reizungen der Phantasie ver- wirrt, sondern fähig zu dauernder Aufmerksamkeit, frisch und kräſtig zu geistiger Arbeit in die Schule kommen.


