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Kamenz und in den Mauern der Fürstenschule zu Meißen verlebt hat, ist gewiß der Gründlichkeit seines Arbeitens und der Schärfe seines Denkens förderlich gewesen.
Die Aufgabe, Störungen der Aufmerksamkeit fern zu halten von den jugendlichen Geistern und diese dadurch an Aufmerksamkeit und folgerichtiges Denken zu ge— wöhnen, kann von der Schule nur dann gelöst werden, wenn das Elternhaus ihr fördernd und helfend beisteht. Denn da ein geistiges Fortschreiten nur dann erreicht werden kann, wenn der Schüler zu Hause seine Aufgaben gewissenhaft macht und sich sorgfältig für die Unterrichts- stunden vorbereitet, so ist auch zu Hause der Erhaltung der Aufmerksamkeit während des Lernens die größte Sorgfalt zuzuwenden
Wenn irgend möglich, muß dem Schüler ein ruhiges Zimmer, wo er von den Geschwistern nicht gestört wird, zum Arbeiten angewiesen werden. Sodann muß ein jüngerer Zögling überwacht werden, damit er nicht die Arbeit durch Spielen unterbricht, sondern sie in einem Zuge zu Ende führt. Es darf nicht geduldet werden, daß der Arbeitende, ehe er eine aufgegebene Rechnung be- endet hat, ein Bilderbuch betrachtet oder ans Fenster läuft, um zu sehen, was für ein Wagen eben vorüberfährt Die scheinbar unbedeutende Unterbrechung der Arbeit verursacht doch eine sehr empfindliche Störung, denn die angesponnenen Fäden der UÜberlegung sind mit einemmal zerrissen und werden nur nach längerer Zeit mit Mühe und Unlust wieder angeknüpft. Ebensowenig darf es ge- duldet werden, daß der Lernende träumerisch über das Buch hinwegsieht Diese Unterbrechung der Arbeit hat noch den großen Nachteil, daß der am Arbeitstische sitzende Schüler sich selbst belügt, indem er eine Stunde gearbeitet zu haben meint, während er doch kaum eine halbe Stunde seine geistige Kraft der Lösung seiner Aufgabe zugewendet hat.


