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Zustand des Menschen, dauernde Aufmerksamkeit ist nur mit Willenskraft zu bewirken. Sobald diese erlahmt, So-— bald der Wille den Gang der Vorstellungen nicht mehr in gerader Richtung zum Ziele erhält, verknüpfen und ver- schlingen sich die Vorstellungen unter dem Einfluß ver-— schiedenartiger, ungeordneter Erregungen. Sie beherrschen den Geist, statt von ihm beherrscht zu werden. Dieses ungeordnete, ziellose Spiel der Vorstellungen ist die Zer-— streutheit. Sie tritt um so leichter ein, je weniger stark der Gegenstand unseres Nachdenkens uns fesselt, und je stärker die Verlockung zu Nebenvorstellungen auf uns ein- wirkt. Es sind also, um dauernde Aufmerksamkeit zu er— zeugen, zwei Arten von Mitteln anzuwenden Wir können sie negative und positive nennen. Jene halten alles fern, was den ruhigen, geraden Gang unseres Nachdenkens stören will, diese stärken alle Bande, die uns bei dem Gegenstand unserer Geistestätigkeit festhalten. Die ge- schickte Anwendung dieser Mittel gewöhnt das Kind nach und nach an Aufmerksamkeit, und diese Gewöhnung er-— leichtert es ihm, dauernd aufmerksam zu bleiben. Damit aber wird die Vorbedingung für die Bereicherung unseres Wissens, für jeden geistigen Fortschritt geschaffen. Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß es für jeden Erzieher von größter Wichtigkeit ist, zu wissen, welche Bedingungen für die Erregung und Erhaltung der Aufmerksamkeit günstig sind. Die Erziehung und Bildung des heranwachsenden Geschlechts ist nun aber eine Aufgabe, an deren Lösung keineswegs nur die Menschen zu arbeiten haben, die die Bildung der Jugend zu ihrem Lebenslaufe gewählt haben, sondern alle erwachsenen Glieder der Familie üben, mit klarem Bewußtsein oder ohne dieses, tatsächlich einen starken Einfluß auf die Erziehung der jüngern aus. Dem- nach verdient die Frage nach den Mitteln zur Herstellung dauernder Aufmerksamkeit auch außerhalb der Schule, be- sonders bei den Eltern der Schüler, ernste Beachtung.


