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Der Hunger meldet sich; es folgt die leise Frage, wieviele Minuten noch bis zum Ende der Stunde übrig seien Der Gedanke an das Essen und Spielen in der Zwischenstunde nimmt den Geist gefangen. Von der Schlacht bei Askulum und der Sendung des Kineas nach Rom kommt kein Wort dem Schüler zum Bewußtsein.
Oder der Nachbar verhält sich ganz ruhig. Niemand spricht außer dem Lehrer. Da erwähnt dieser die von Pyrrhus mitgebrachten Schlachtelefanten. Sofort ruft dieses Wort das Bild des Elefanten im zoologischen Garten in der Seele des Knaben hervor, er kann es nicht weg— wischen. Nur zu deutlich sieht er, wie das gewaltige Tier auf Befehl des Wärters niederkniet, eine Glocke laäutet, ein kleines Geldstück vom Boden aufhebt. Die ganze Szenerie des Gartens schließt sich nach dem Gesetze der Assoziation an: der Teich der Seehunde, der Löwenkäfig, das Affenhaus mit seinen lustigen Bewohnern Der Schüler lächelt vor sich hin über ihre sonderbaren Sprünge. Da richtet der Lehrer plötzlich an ihn die Frage, warum Pyrrhus nach Sizilien gegangen sei. Der arme Quartaner ist unfähig zu antworten und gibt auf die Frage des Lehrers nach dem Grunde seines Lächelns treuherzig an, er habe an den Affenkäfig im zoologischen Garten gedacht. Da fängt die ganze Klasse an zu lachen, der Lehrer aber schilt den unaufmerksamen Schüler, weil er an die albernen Affen gedacht habe, statt den Schicksalen des Epiroten- königs seine Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Es wäre ein Irrtum, wenn man annehmen wollte, daß Neigung zum Ungehorsam die einzige oder auch nur die hauptsächlichste Quelle der Unaufmerksamkeit sei. Wir nehmen vielmehr an, daß der Knabe ein guter und fleißiger Schüler ist, der sich vornimmt, in der Lehrstunde aufzupassen. Wie kommt es nun, daß er dennoch oft ein Opfer der Unaufmerksamkeit wird? Die Antwort auf diese Frage ist in den bisher gegebenen Auseinander- setzungen enthalten. Die Zerstreutheit ist der natürliche


