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Rechnen, entsteht das Gefühl der Spannung, sodann der Abspannung und Ermüdung; die Erregungsfähigkeit einzelner Stellen des Gehirns und damit die Klarheit der geistigen Auffassung der Vorgänge, die Aufmerksamkeit, nehmen ab.
Wir wollen zwei Beispiele länger dauernder Auf- merksamkeit betrachten. In einer Glashütte sieht jemand zu, wie ein Arbeiter den leuchtenden Klumpen der zähen Glasmasse an der eisernen Röhre durch Einblasen von Luft allmählich zu einem langen, geschlossenen Zylinder erweitert, wie er diesen dann durch Aufschneiden und Strecken in eine große Glastafel verwandelt.— In einem Zirkus beobachten die Zuschauer einen Kunstreiter, der auf ein galoppierendes Pferd hinaufspringt, stehend auf dem Tier reitet und kühn durch vorgehaltene Reife springt. In beiden Fällen erstreckt sich die Aufmerksambeit, d. h. das bewußte, deutliche Auffassen der Vorgänge, über eine längere Zeit. Dennoch entsteht nicht das Gefühl der An- strengung, weil die immer wechselnden Bilder unser Wahrnehmungsvermõögen wach erhalten. Wir haben es mit der Aufmerksamkeit des genußreichen Schauens zu tun, die an unser Gedächtnis und an unser Denken keine Anforderungen stellt.
Anders ist schon die Wirkung aufmerksamen Schauens, wenn der Beobachter zu eigner Tätigkeit veranlaßt wird. Man hat den Versuch gemacht, in unregelmäßigen Zwischen- räumen elektrische Funken springen zu lassen, bei deren Erscheinen ein Beobachter sofort auf einen Knopf drücken sollte. Die zwischen dem Erscheinen des Funkens und dem Druck auf den Knopf verstreichende Zeit wurde auf mechanischem Wege genau bemessen. Hierbei ergab sich, daß, nachdem der Versuch zehn Minuten fortgesetzt worden war, die Reaktionszeit des Beobachters sich verlängerte. Es war bei ihm Ermüdung eingetreten, und er fühlte sich erleichtert, als der Versuch beendet wurde.
Bei diesem Beispiel sehen wir, daß aufmerksames


