Aufsatz 
Über Wesen und Förderung der Aufmerksamkeit
Entstehung
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und massenhaft auf uns ein und machen sich den Eintritt in unser Bewußtsein streitig Während sich dem Gesichts- sinn eine Fülle von Formen und Farben darbietet, wird unser Gehör von Lauten der menschlichen Sprache oder von Hundegebell in Anspruch genommen, der Geruchsinn wird durch den Duft einer Speise erregt und auf der Haut wird durch Druck ein leichtes Schmerzgefühl hervor- gerufen Da alle diese Reize wirklich gleichzeitig sind oder sein können, der Geist aber nicht fähig ist, die ganz verschiedenartigen Empfindungen gleichzeitig zu deutlichen Wahrnehmungen zu erheben, so ist die notwendige Folge die, daß ein Gemisch von undeutlichen Empfindungen die Seele erfüllt. Wir wissen, daß das kleine Kind in den ersten Monaten seines Lebens noch nicht wirklich sieht, sondern unklare Licht- und Farbeneindrücke hat, ins Leere starrt. Ahnlich ist es mit dem Hören. Verschiedene Ge- räusche gesondert wahrzunehmen, ist das Kind anfänglich nicht fähig. Die Auffassung gesprochener Worte als einer zusammengehörigen Einheit gelingt erst spät nach vielfacher UÜbung. Der naturgemäße Zustand des kleinen Kindes ist der, daß seine Seele, von unklaren Empfindungen erfüllt, von einer halbdeutlichen Wahrnehmung zu einer andern ebenfalls unklaren und verschwommenen in unstäâtem Wechsel übergeht. Dies ist der Zustand der Zerstreut- heit. Es fehlt die feste Sammlung des Bewußztseins auf einem Punkte.

Jedoch die Menge der auf das Kind einwirkenden Reize ist nicht gleichartig. Einige übertreffen die andern durch ihre Stärke oder ihren Gefühlswert und rufen da durch überwiegende Empfindungen hervor Ein brennen- des Licht macht durch seine Helligkeit einen starken Ein- druck auf das Auge des Kindes. Die Folge davon ist, daß das Kind den Kopf nach dem Licht hinwendet und danach greift. Die Stimme der Mutter dringt zum Ohre des Kindes Sofort weckt der vertraute Klang in der Seele des Kindes angenehme Erinnerungen. Alle anderen