Aufsatz 
Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht : Erste und zweite Stufe / dargest. von Friedr. Schürmann
Entstehung
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so muss der Schüler die nötige Verbesserung vornehmen. Wohl verstanden soll dieser Streifen nur zur Probe benutzt werden, um den Schüler auf das Falsche seiner Zeichnung aufmerksam zu machen. Leider liegt aber dabei die Gefahr sehr nahe, dass der Schüler trotz des Verbots und der Aufmerksamkeit des Lehrers den Streifen missbraucht, indem er ihn benutzt, um vorher eine Reihe von Punkten für die Kreislinie zu setzen oder gar die Kreislinie mit Hülfe des Papierstreifens zu ziehen.

Die erste Anlage der Zeichnung ist wie bei den früheren Uebungen in feinen Linien vorzunehmen und erst, wenn sich der Kreis oder der Kreisbogen als richtig erwiesen hat, darf der Schüler zur Auszeichnung schreiten. In den beigegebenen Mustern Fig. 30 41 haben wir gleich mit der Zeichnung des vollen Kreises begonnen und ihm reihen sich dann Viertel- und Halbkreise etc. in den verschiedenartigsten Stellungen an.

Um die Durchschiebung oder Verschlingung auszudrücken, wird wie bei den früheren Uebungen, an den Kreuzungsstellen der Linien die Linie in bekannter Art abgesetzt.

III. Uebungsbeispiele, welche aus geraden Linien oder Teilen der Kreislinie bestehen.

Bei den gegebenen Beispielen Fig. 42 49 ist darauf zu achten, dass der Schüler so- wohl bei den geradlinigen als Prummüͤlimeon Mustern die Verschlingung durch Absetzen der ausgezeichneten Linie richtig anordne. Es wird für jede Zeichnung eine ganze Seite des Buches in Anspruch genommen.

§. 8. Zweite Stufe des Zeichenunterrichts. (Pensum der Quinta.)

Dasjenige, was bei der ersten Stufe über Zeichenheft, Bleistifte, Gummi etc. gesagt worden ist, gilt auch für diese Stufe.

Jede Seite des Heftes wird zu einer Arbeit, der häufig noch das Quadrat zum Grunde liegt, benutzt. Die Zeichnungen haben eine mannigfaltigere Form; die Muster werden reicher und schwieriger und kommen dabei Combinationen von geraden Linien und Kreisbogen zur Verwendung. Der Unterricht geht direkt in das Gebiet der Ornamentik über und wählt aus derselben einfache, gut stilisierte Muster aus, die vom Leichten zum Schweren fort- schreiten, ohne dass ein Sprung vorkommt.

Bei den Uebungen sehe der Lehrer darauf, dass der Schüler die Linien soviel als möglich in einem Zuge zeichne, jeden kleinen Fehler gewissenhaft corrigiere und sich nicht scheue, den Bleistift zu spitzen. Das Dekorationsmuster muss sich durch seine kräftigere Zeichnung von der Grundlage und den Constructionslinien deutlich abheben. 4

Um das Interesse zu beleben, kann einzelnen Uebungen eine Schraffierung hinzuge- fügt werden; dabei ist zu bemerken, dass die einzelnen geraden Linien derselben genau

arallel sein, gleiche Abstände und gleiche Stärke haben müssen. Statt der Schraffierung Fonvon in einzelnen Fällen auch Farben verwendet werden, doch ist deren Benutzung noch sehr zu beschränken.

Dem Stoffe nach zerlegt sich diese Stufe in zwei Teile.

I. Einfache Dekoraiionsmuster verbunden mit Schrafflerübungen.

Die Uebungen beginnen mit dem Zeichnen der Grandlagen, welche aus einem Quadrat- netze, aus der sogen. Triangulatan griechischen Fig. 50) und arabischen(Fig. 51) Stiles, aus der Quadratur griechischen(Fig. 52) und arabischen(Fig. 53) Stiles etc. gebildet werden. Diese einfachen Formen sind zugleich die Grundlage der Ornamentik und ist der Schüler mit

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