Aufsatz 
Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht : Erste und zweite Stufe / dargest. von Friedr. Schürmann
Entstehung
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10 h. in 3 gleiche Teile(Fig. 10. 11. 14. 15. 16 etc.). c. in 4 gleiche Teile(Fig. 17. 20. 23. etc.). d. in 5 gleiche Teile(Fig. 27. 28). e. in 6 gleiche Teile(Fig. 29).

UIm den Schüler für das Teilen einer geraden Linie zu interessieren, lasse der Lehrer an der Wandtafel von den Schülern die Mitte der Quadratseiten bestimmen. Es entsteht dabei ein reger Wetteifer und der eine Schüler glaubt die Mitte noch genauer angeben zu können als der andere. Die verschiedenen Angaben werden durch kleine Querstriche mar- kiert nnd endlich durch Ausmessen die genaue Mitte und auch zugleich der Meister im ge- nauen Sehen gefunden. Diese Uebungen können im Anfange öfter wiederholt werden und kann der Lehrer noch dann und wann Aufgaben ähnlicher Art stellen, z. B.: Bestimmt die Mitte der Wandtafelseiten, den Mittelpunkt der Wandtafel etc.

4) auf das Zeichnen von Quadraturen und Serufiguren. Figur 12 ist die griechische und Fig. 13 die arabische Quadratur. Eine solche Quadratur ist eine Zusammenstellung von 2 Quadraten in entgegengesetzter Lage und dient dieselbe als Schema für viele Orna- mente, besonders des griechischen und arabischen Stiles. In neuester Zeit hat man sogar versucht, die bekannten Steinmetzzeichnen auf die Quadratur zurückzuführen. Fig 18. 19. 24 26 sind Sternfiguren mit 4 oder 8 Strahlen.

5) auf das Zeichnen von Verschlingungen und Durchschiebungen. Die Fig. 1417, 20 29 enthalten eine Auswahl von Figuren dieser Art. Die termini technici werden er- klärt. Bei diesen Uebungen muss besonders den Stellen, an welchen 2 Linien sich kreuzen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. In nebengedruckten Figuren

1 2 3

liegt in 1 die Senkrechte auf der Wagerechten, in 2 die Wagerechte auf der Senkrechten und in 3 kreuzen sich beide Linien wirklich, was in 1 und 2 nur scheinbar ist.

Das Zusammenhalten der Verschlingung oder Durchschiebung wird dadurch erzielt, dass die Linien abwechselnd über- und untereinander gelegt werden. Bei der Zeichnung muss daher auch abwechselnd einmal die Senkrechte, dann die Wagerechte abgesetzt werden.

II. Uebungen im Zeichnen des Kreises und einiger aus Kreisbogen gebil deter Figuren.

Die zu zeichnende Kreislinie wird von einem Quadrate, welches das ganze Blatt ein- nimmt und nach bekanntem Verfahren gezeichnet worden ist, eingeschlossen; der Mittelpunkt des Kreises durch die Diagonalen des Quadrates gefunden und die vier Berührungspunkte des Kreises mit dem Quadrate durch die durch jenen Mittelpunkt gezeichnete Senkrechte und Wagerechte bestimmt..

Die Schüler werden nun angeleitet, eine krumme Linie zu zeichnen, die überall gleich weit von dem Mittelpunkte entfernt ist und streng ermahnt, dabei zur Bestimmung der stets Hleichen Entfernung nur das Augenmaass zu benutzen. Da aber weder Hand noch Auge

es Schülers die Befähigung besitzt, diese Kreislinie richtig darzustellen event. richtig zu schen, so muss dem Schüler ein mechanisches Mittel an die Hand gegeben werden, seine der strengen Kreisform nachgeahmte krumme Linie darauf untersuchen zu können, ob die- selbe überall gleich weit von dem Mittelpunkte entfernt ist. Ein solches Mittel bietet ein Streifen Papier. Die Länge des Radius wird auf demselben durch zwei kleine Striche be- zeichnet und nun muss, wenn einer dieser Striche auf dem Mittelpunkte ruht, der andere Strich beim Umdrehen stets die gezeichnete Kreislinie decken; sollte dieses nicht geschehen,