Aufsatz 
Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht : Erste und zweite Stufe / dargest. von Friedr. Schürmann
Entstehung
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zunächst im Uebungshefte skizziert, dann ausgezeichnet und das Componieren von rosetten- artigen Flachmustern nach natürlichen Blättern gearbeitet und mit Farbe angelegt. Sodann werden noch Blüten und Früchte hinzugefügt; es wird nach klassischen Mustern gearbeitet und endlich kommt das Zeichnen nach dem plastischen Ornamente, nach Gyps, als Haupt- aufgabe.

k 7. Die Methode des Professor Domschke hat derselbe selbst in seinem Wegweiser dargelegt. Es wird der Gebrauch von Lineal und Zirkel empfohlen, was jedenfalls mit den Prinzipien des Freihandzeichnens in Widerspruch steht.

8. Die Methode des Hugo Troschel zu Berlin ist eine Wandtafelmethode, welche eine ziemliche Verbreitung gefunden hat. Dieselbe ist weiter bearbeitet worden von dem Verein zur Förderung des Zeichenunterrichts und sind die dazu eigens eingerichten Zeichen- hefte bei Th. Wendler in Berlin erschienen. 4

9. In Schweden haben sich die Köhler'sche und Harding'sche Methode Ruf er- worben. Die erstere bringt in ziemlich rascher Reihenfolge die ersten Anfangsgründe in Vor- lagen und geht dann zu Landschaften, Tieren und Figuren über. Bei der letzteren Methode sind die Flächenzeichnungen auf dem Quadrat und die Körperzeichnungen auf dem Kubus basiert. Jeder Zeiclmung ist ein erklärender Text über Methode des Unterrichts, Charakter des Dargestellten, über Schattierung etc. beigedruckt und enthalten diese Zeichenvorlagen eine ausführliche Anweisung und manche vortreffliche Winke.

In letzterer Zeit sind diese beiden Methoden veraltet und ist die Wandtafelmethode an ihre Stelle getreten.

§. 7. Erste Stufe des Zeichenunterrichts. (Pensum der Sexta.)

Das Unterrichtspensum der ersten Stufe kann sowohl nach dem Wesen als auch nach der Schwierigkeit der Zeichnungen in 3 Teile zerlegt werden.

1) Das Zeiclmen von geraden Linien und symmetrischen geradlinigen Figuren, welche das Quadrat zur Grundlage haben.

2) Zeichmen des Kreises und einiger aus Kreisbogen gebildeter Figuren.

3) Uehangsbeispiele bestehend in einfachen Dekorationsmustern.

Als Zeichenmaterial besitzt jeder Schüler

1) ein Zeichenheft, 3 4 Bogen, 12 16 Blätter stark, in nicht zu kleinem Querformat. Das Heft muss genau rechtwinklig beschnitten sein, trägt auf seinem Umschlage den Namen des Schülers und der Klasse und enthält als Einlage zur Unterlage für die Hand einen Bogen Schreib- oder Conceptpapier. Eine zweite Einlage aus dickem Aktendeckel oder aus dünner Pappe wird unter das Blatt des Zeichenbuches gelegt, das gerade benutzt werden soll.

2) Doe lange und scharf gespitzte Bleistifte(Nr. 3 und 4)..

3) Als Gummi sollte nur Gummi elasticum geduldet werden, allein das Radiergummi erweist sich mitunter, besonders auf dieser Stufe, zum Reinhalten des Heftes recht zweck- mässig. Sie einzelnen Uebungen werden als Vorzeichnungen von dem Lehrer an die Wand- tafel gezeichnet, also vor den Augen des Schülers entwickelt und zwar nicht skizzenhaft, sondern fein und sauber, für den Schüler stets musterhaft. Bei dieser Anfertigung ad oculos achte man mit Sorgfalt auf die Logik unseres eigenen Schaffens und füge, schrittweise und bedächtig zeichnend, immer zunttedut die notwendigen Hauptsachen hinzu. Sodann folgt eine eingehende Besprechung und Belchrung; die Schüler müssen sich über das Angeschaute aussprechen und kann sodann, falls Klarheit vorhanden ist, die Nachbildung erfolgen. Da- bei muss von Linie zu Linie vorgegangen werden, überhaupt muss die Arbeit langsam fort- schreiten, damit der Schüler Zeit habe, die nötige Sorgfalt zu entwickeln. Vor flüchtiger