Aufsatz 
Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht : Erste und zweite Stufe / dargest. von Friedr. Schürmann
Entstehung
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richt, indem dadurch das nutzlose Kopieren oft sehr abgeschmackter Vorlagen verbannt und der Unterricht selbst zu einer geiatdildenden Disciplin erhoben werde.

2. Peter Schmid(starb 1830 zu Berlin) hielt in seiner Methode das Zeichnen nach der Natur für allein fruchtbringend und stellte die mündliche Belehrung als Hauptbestand- teil des Zeichenunterrichts auf. Er begann sofort mit der Lehre vom Grund- und Auf- risse und von der Perspectire. Dabei führte er, um dem Schüler das Verständniss der schwerfallenden Verkürzungen zu erleichtern, das Visieren mittelst eines gespannten Fadens ein.

Für Anfänger, für Kinder von 8 10 Jahren, ist diese Methode jedenfalls zu schwer, dabei ermüdend und wenig geschmackbildend.

3. Die Gebrüder Alex. und Ferdinand Dupuis zu Paris stellten eine der P. Schmid'schen ähnliche Methode auf. Der Unterricht beginnt mit Modellen von Draht; es folgen die von Holzstüben, darauf volle Körper, Köpfe in stufenmässiger Ausführung, Orna- mente, Hände, Füsse, ganze Figuren, und endlich Landschaften, alles nach Modellen. Dabei Visieren vermittelst eines rechtwinkligen Kreuzes aus Holzstäben. Diese Methode fand leb- haften Beifall; Mohl in Stuttgart und Eichens in Berlin führten dieselbe zuerst in Deutsch- land ein. Bei begabten Schülern mit reiferer Fassungskraft können vermittelst dieser Me- thode, allein nur von künstlerisch gebildeten Zeichenlehrern, gute Erfolge erzielt werden. Nachdem sich diese Methode zuerst in Frankreich als nicht lebensfähig erwies, sank dieselbe bald in Deutschland.

4. Die stigmographische Methode von Dr. Hillardt in Wien wurde 1849 von demselben veröffentlicht und fand besonders in Oesterreich und in der Schweiz Anhänger.

Diese Methode macht ein frühes Beginnen des Zeichenunterrichtes möglich und ist für den Anfang, besonders für unbegabte Kinder, wohl geeignet, obgleich die Punkte, Kreuze und Netze die freie Auffassung des Schülers sehr stören.

Den zu zeichnenden Figuren wird ein Schema, welches durch Punkte, Kreuze oder gerade Linien dargestellt wird, zu Grunde gelegt. Diese Methode ist vielfach bearbeitet worden und Hillardt selbst ging sogar so weit, die gezeichneten Muster mit der Schere oder Laubsäge ausschneiden zu lassen. Eine Erweiterung derselben ist das sog. stigmogra- phäische Fadenmetz, welches vor das Modell gestellt wird, dessen Gebrauch aber unpraktisch ist und die Methode des Netzzeichnens, welcher ein Quadratnetz zu Grunde gelegt wurde.

Lehrmitlel der eprapbische Methode sind:

a. die stigmographischen Wandtafeln auf schwarzem Wachstuch mit rotem Punktennetz. Diese werden auf die Wandtafel gelegt und wird vor den Augen der Schüler mit weisser Kreide die gewünschte Figur in das Punktennetz gezeichnet;

b. Zeichenhefte in stigmographischer Methode von Franz Knapek in Znaim;

c. Stein's Elementar-Zeichenschule, welche stigmographisch eingerichtete Schiefertafeln

ibt.

59 Die Kumpa'sche Methode, welche in Hessen gebräuchlich ist, ist eine Wand- tafelmethode, die sich nur mit Flächenverzierungen beschäftigt. Bei genetischer Entwicke- lung der einzelnen Muster werden die Arbeiten ohne jedes Hülfsmittel angefertigt.

Die Reihenfolge der Uebungen sind: Geradlinige Flächenverzierungen, einfache und schwierigere Teilung des Quadrates und Rechteckes; dann krumme Linien, zunächst mit geraden Linien verbunden, dann für sich allein bis zu den Volutenbildungen und den Schluss bildet das Gypsornament.

Die Schüler zeichnen mit Kohle auf Tonpapier, das auf einen Rahmen gespannt ist und führen die spätere Auszeichnung mit Kreide aus.

6. Die sogenannte Zwickauer Methode, deren Begründer C. Mittenzwey ist, schliesst alle mechanische Hilfsmittel aus, zieht die Farbe in den Unterricht und zeichnet sich durch eine strenge Handhabung äusserlicher Ordnung vorteilhaft aus. Die von dem Lehrer angefertigten Wandtafeln, deren 24 einen ab esclilossenen Lehrguang bilden, werden aufgehängt, erklärt und dann nachgebildet. Es wird dabei zunächst eine Skizze angefertigt und dann dieselbe auf einem Zeichenbrette in grösserem Massstabe ausgeführt. Weitere, Lust und Wetteifer erregende Uebungen dieser Methode sind das Zeichnen eigener Erfindungen,