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dabei stets die Modelle vorgezeigt werden und dann Erläuterungen in Bezug auf Ecken, Kanten, Flächen, Licht- und Schattenverteilung folgen..
Zugleich muss in dem Zeichenunterrichte auch die Formenlehre behandelt werden. Die Begriffe von Linien, Winkel, Fläche, Körper, Parallelismus, Proportionalität etc. sind unumgänglich nötig und müssen beim Schlusse des ersten Schuljahres dem Schüler die
wichtigsten geometrischen Formen bekannt sein. 8
Einiges über Interesse für den Zeichenunterricht, über Technik, Correctur, Grösse der Zeichnung etc.
Keinem Unterrichtsgegenstande bringen die Schüler soviel Lust und Liebe entgegen als dem Zeichenunterrichte und dennoch schwindet häufig diese Freudigkeit durch unzweck- mässigen Unterricht und durch Anwendung einer ungeeigneten Methode.
Um zunächst das Juteresse zu erregen und dasselbe Jestzuhalten ist eine magnetisirende Kraft des Lehrers nötig, welche in fesselnder Sprache, in Sicherheit des Zeichnerblickes, in evidenter Arbeitsprobe und im leichten Spiel mit der Arbeit erkannt wird, und wobei eine umsichtige Rührigkeit, eine völlige Sachkenntniss, eine unfehlbare Sicherheit im Machen und ein thätiger Wille unerlässlich ist.
Der Unterricht selbst muss dabei in zweckmässiger Abwechselung stattfinden und auf glattem, ebenem Pfade zu immer neuen Formen, von welchen die eine sich soviel als mög- lich aus der vorhergehenden entwickelt, fortschreiten und nicht durch Monotonie, z. B. durch stetiges Zeichnen von Quadraten etc. ermüden. Ein Erteilen von Censuren, welche den Wert der Arbeit bestimmen und eine aus denselben hervorgegangene Rangordnung der Schüler können sehr anregend wirken.
In Bezaug auf die Technik muss der Grundsat⸗ festgehalten werden, dass die Techiike nur Mittel zun Zuech sein soll, niemals aber als Selbstzaweche erscheinen danf. Ob als Dar- stellungsmittel Bleistift, Feder, Kohle, Kreide, Pusche, Farbe etc. benutzt wird, muss völlig einerlei sein; immer sci die Darstellung eine freie und zerfalle je nach dem Material in ver- schiedene Manieren. Ist es doch einerlei, ob der Schatten einer Kugel mit Pusche, mit Kreide und Estompe, mit zwei Kreiden, mit Kreide in Linienmanier oder vermittelst Schraf- fierungen dargestegt wird. Die Wahl des Materials muss dem Utilitätsprinzipe folgen. Ent- weder ist ein estimmtes Material auf einer bestimmten Stufe leichter zu handhaben, oder für die Bestimmung der Zeichnung, der Grösse, Dauerhaftigkeit und Wirkung nach passender.
Um eine Vernachlässigung der Technilk zu verhäten, werden zu gewissen Zeiten, z. B. beim Abschlusse eines Cursus Vorlageblätter gegeben. Diese erleichtern die Linienzeichnung, das Schattieren etc., führen zur Aneignung einer guten Technik und wirken dann ähnlich den Musterlesestücken in den Sprachstunden. Nur muss der Gebrauch derselben beschränkt sein und sich nur soweit ausdehnen, als sie dem Zwecke entsprechen; jedes gedankenlose Thun ist zu vermeiden und ein Anfertigen von sogenannten Schaustücken sehr zu be- schränken, wenn nicht ganz zu vermeiden.
Was die Correctur anbetrifft, so ist es fraglich, ob der Schüler durch unmittelbares Nachhelfen oder durch mündliche Unterweisung bei seinen Arbeiten zu unterstützen sei; wir entscheiden uns für die der letzteren Art. Die Correctur von der Hand des Lehrers stellt die Arbeit des Schülers auf eine Stufe, der sie in Wirklichkeit nicht angehört. Häufig kommt es sogar vor, dass man von der Zeichnung sagen kann: Der Lehrer machte das Meiste. Die verderblichen Einflüsse solcher Correcturen lassen sich in ihren nachteiligen Folgen bald erkennen unfl behaupten wir daher, dass die Correctur nur in der Form einer münd- lichen Belehrung geschehen darf und zwar:. 15—
1) zeigen, was in der Zeichnung falsch ist, nicht mit dem Originale überstimmt und ver- bessert werden muss;


