Aufsatz 
Das Rotliegende in der Umgebung von Fürfeld in Rheinhessen / von H. Schopp
Entstehung
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ſo bilden ſie ein untrügliches Mittel, um an verſchiedenen Orten dieſelben Schichten wieder zu erkennen. Dadurch wird eine Gliederung des ganzen Schichtenkomplexes ermöglicht. Wir unter⸗ ſcheiden daher:

1) An der Baſis desſelben, unmittelbar unter den Fiſchſchiefern, eine Zone von grauen oder auch gelblichen Sandſteinen, welche ſich manchmal in eine gedoppelte Zone ſpalten. Im letzteren Falle bildet ein mehr oder weniger breites Band von blaugrauen Schiefern das Trennungsmittel. Wegen der häufig darin auftretenden Kalamitenſtämme kann ſie paſſenderweiſe mit dem Namen Kalamitenzone belegt werden. Ihre Mächtigkeit iſt nicht unter 20 m zu ſchätzen.

2) Die Zone der dunklen, dünnblätterigen Schieferthone mit zahlreichen Fiſchreſten, beſonders mit Palaeoniscus Duvernoy Ag., durchſchnittlich 15 m ſtark.

3) Darüber eine Schichtenfolge von Sandſteinen und Sandſteinſchiefern mit dazwiſchen lagernden dünnen Bänken von thonigen Schiefern, gegen 80 m mächtig. Dieſe dritte Zone zeichnet ſich öfters durch Pflanzenabdrücke aus. Darunter verdienen hervorgehoben zu werden: Alethopteris conferta Sternbg., Odontopteris obtusa Brongt. und Zweige von Walchia piniformis Schloth.

4) Das letzte Glied wird von gelblichweißen Sandſteinen und Arkoſen gebildet, welche durch Aufnahme von groben Quarzgeröllen konglomeratiſch werden. Abgeſehen von verkieſelten Hölzern, Araucarites, kommen keine organiſchen Einſchlüſſe in ihnen vor.

5) Während der Ablagerung genannter Sedimente erfolgten die Eruptionen mächtiger Melaphyr⸗ ſtröme, deren Hauptergüſſe unmittelbar nach der Ablagerung der Fiſchſchiefer ſtattfanden. Zu den Geſteinen dieſer Eruptionsperiode rechne ich die Melaphyre vom Armberg und im Lennthal, dann das Vorkommen derſelben bei Mörsfeld und im Jungenwalde, ſowie verſchiedene Melaphyrkuppen in der Umgebung von Wonsheim. Sie bilden meiſt Decken, die ſich konkordant zwiſchen den Schicht⸗ geſteinen ausbreiten. Dieſes Schichtenſyſtem wurde von früheren Autoren der Steinkohlenformation zugezählt. Die ihm eigentümlichen Pflanzen und Tiere zeigen aber, daß es der permiſchen For⸗ mation(Dyas) zugehört und zwar der unterſten der beiden Abteilungen, dem Rotliegenden. Im Saar⸗Rhein⸗Gebiet gliederte E. Weiß das Rotliegende in folgende drei Stufen: die Kuſeler, die Lebacher Schichten und das obere Rotliegende. Unſere fünf Zonen gehören ſämtlich der Lebacher Stufe an. Die unter 13 angeführten Zonen bilden zuſammen die unteren Lebacher Schichten, während die vierte Zone als obere Lebacher(Tholeyer) Schicht bezeichnet wird. Die Melaphyre liegen nicht nur, wie erwähnt, über den Fiſchſchiefern, ſondern auch über den unter 4) genannten Sandſteinen und ſcheinen petrographiſch wenigſtens 2 Varietäten anzugehöxren.

Am nördlichen Rande des Blattes Fürfeld treten in einem ſchmalen Streifen auch Ab⸗ lagerungen des Ober⸗Rotliegenden in Verbindung mit Quarzporphyren auf. Gut aufgeeſchloſſen zeigen ſie ſich nur an den unteren Thalgehängen, die ſich nördlich der Straße Wonsheim-Neu⸗ Bamberg hinziehen; ſodann zu beiden Seiten des Appelbachthales am Oſtende von Neu⸗Bamberg. Durch Verwerfung liegt das Ober⸗Rotliegende hier tiefer wie die Lebacher Schichten. Die Ver⸗ werfungslinie zieht von Wonsheim in nordweſtlicher Richtung über die Weidenmühle gegen Kreuznach hin. In ſeinen unteren Lagen beſteht es aus roten, ziemlich grobkörnigen, mürben Sandſteinen mit

¹ Benannt nach dem Orte Lebach im Primsthale, nördlich von Saarbrücken gelegen.

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