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In den dunklen Schiefern zwiſchen den beiden Sandſteinzonen ſind andere pflanzliche Überreſte ebenfalls häufig, aber meiſt unkenntlich. Früchte, die als Trigonocarpus bezeichnet werden müſſen, kamen einige vor; ferner fanden ſich Asterophyllitum spicae, ſowie Blätter von Cordaites sp. Faſt ganz gleiche Verhältniſſe, wie wir ſie in den Stein⸗Bockenheimer Steinbrüchen vorfinden, zeigt der eine halbe Stunde von da nach 080. gelegene Steinbruch bei der Finkenmühle in der Nähe von Wendelsheim. Die nach NO. einfallenden Schichten beſtehen an der Baſis aus einer 7—8 m mächtigen Sandſteinzone, deren Bänke verſchiedene Dicke haben. Es liegen darin ebenfalls zahlreiche Kalamiten⸗ ſtämme der oben angeführten Arten. Die darauf folgende Schieferzone bietet ebenfalls nichts Neues. Bemerkt ſei, daß E. Weiß Odontopteris obtusa Brgt. von dieſem Punkte anführt. Steigt man weſtlich von dieſem Steinbruche an dem Thalgehänge in die Höhe, ſo finden ſich die in ihm vor⸗ kommenden Schichten auch hier entblößt. Darüber lagern ſich aber grobkörnige Sandſteine, die von dem Geſteine der Kalamitenzone weſentlich verſchieden ſind. Sie haben eine gelblichweiße Farbe, die manchmal von rotbraunen Streifen unterbrochen wird. Dieſelben ſetzen ſich hauptſächlich aus groben Quarzkörnern, die mit Stückchen ſchwarzen Kieſelſchiefers untermiſcht ſind, zuſammen, welche wohl⸗ gerundete und ganz glatte Gerölle darſtellen. Manchmal nehmen dieſe Gerölle ſo an Menge und Umfang zu, daß das Geſtein konglomeratiſch wird. Wir werden ſehen, daß noch an vielen andern Stellen in unſerem Rotliegenden die gleichen Geſteine auftreten. So haben z. B. dieſelben eine große Ausdehnung in dem Wonsheimer Waldſtück, der Korwinkel genannt, und in dem nördlich daran grenzenden Neu⸗ Bamberger Walde. Einen guten Aufſchluß bietet die Wonsheimer„Kieskaute“, die dicht an der Südſeite der Straße von Wonsheim nach Hof Iben gelegen iſt. Hier haben wir auch einen gelblich⸗ weißen, grobe Quarzgerölle enthaltenden Sandſtein. Derſelbe iſt in ſeinen oberen Lagen ſtark ver⸗ wittert und liefert dann einen groben Grus, der öfters zum Beſchottern der Straßen Verwendung findet. Dagegen ſind ſeine tiefer gelegenen Partieen feſt. Zwiſchen den Quarzkörnern ſind Feldſpate eingeſprengt, ſo daß das Geſtein als Arkoſe bezeichnet werden kann. Überall, wo es in dem Wons⸗ heimer Walde zu Tage tritt, iſt es ſtark verwittert, was wohl dem Gehalt an Feldſpat zugeſchrieben werden muß, deſſen Feſtigkeit unter dem Einfluſſe der Atmoſphärilien ſehr bald aufgehoben wird. An Stellen, wo der Boden von Pflanzenwuchs entblößt iſt, hat der Regen die aus der Verwitterung des Feldſpats entſtandenen thonigen Teile weggewaſchen, und es bleibt als Reſt ein Haufwerk von abgerundeten und ſehr glatten Quarzgeröllen, ſowie von Kieſelſchiefern übrig. Der Unkundige könnte leicht verſucht werden, dieſe Gerölle als diluviale Ablagerungen anzuſprechen. Der aus dieſem Ge⸗ ſtein hervorgegangene Boden iſt im allgemeinen unfruchtbar und nur für Waldkultur geeignet. Da dieſe Sandſteine durch Verwitterung und Denudation ſtark gelitten haben, ſo iſt die Mächtigkeit ihrer Schichten ſehr ungleich. Wir haben gleichſam nur noch einzelne, verſchieden dicke Fetzen einer früheren wohl ſehr mächtigen Ablagerung vor uns. Ihr Liegendes wird überall, wo es zu Tage tritt, von ſchwärzlichen Schieferthonen, die mit glimmerreichen Sandſteinplatten wechſeln, gebildet; in ihnen ſind Pflanzenreſte oft ſo bedeutend angehäuft, daß ſie manchmal Veranlaſſung zur Bildung von dünnen Kohlenſchmitzen gaben.
Der Kieskaute gegenüber auf der andern Seite der Straße liegt ein verlaſſener Steinbruch. Er zeigt von unten nach oben folgendes Profil:
1) 5,5 m Sandſteine, teils grau, teils gelblich gefärbt.


