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gleichen in ihrer petrographiſchen Beſchaffenheit mehr den Fiſchſchiefern von Münſterappel. Ihre Mächtigkeit beträgt etwa 4 m. Auf ſie legt ſich nun eine zweite Bank feſter Sandſteine von 3 m Dicke, denen feſtere Schiefer folgen. Anfänglich ſchien es mir, als könnten hier durch Verwerfung tiefere Schichten an höhere des nördlichen Bruches herangeſchoben ſein. Jedoch bei genauerer Unter⸗ ſuchung ergab ſich folgendes:
In dem nördlichen Bruche liegt nämlich eine im Mittel ungefähr 0,3 m ſtarke Sand⸗ ſteinbank, die ſich in nördlicher Richtung auskeilt, dagegen nach Süden an Mächtigkeit zunimmt. Die zweite Bank von Sandſteinen im ſüdlichen Bruche iſt nur eine Fortſetzung von dieſer. Es iſt auch hier, wie in den drei Steinbrüchen bei Münſterappel, der Beweis geliefert, daß in dem Rotliegenden unſeres Gebietes auf kurze Ent⸗ fernungen hin das Material, aus welchem ſich die Schichten desſelben zuſammenſetzen, raſch wechſeln kann. Dadurch aber wird die Paralleli⸗ ſierung gleichalteriger Abſätze oft ſehr erſchwert. Die raſche Änderung im Geſteinsmaterial wird wohl ſo zu erklären ſein, daß das Waſſerbecken, in dem dasſelbe zum Abſatz gelangte, nicht weit von der Küſte entfernt geweſen ſein mag. Die Flüſſe, die hier mündeten, trugen nun, je nach Zeit und Umſtänden, an der einen Stelle bald mehr thonigen, an der andern bald mehr ſan⸗ digen Schlamm herbei.
In den beiden Sandſteinzonen des ſüd⸗ lichen Bruches kommen ſehr häufig die Stämme von Kalamiten vor. In den meiſten Stein⸗ blöcken, die bearbeitet werden, ſind Reſte dieſer Pflanzen zu finden. Man dürfte wohl dieſe Sandſteinbänke als Kalamitenzone bezeichnen. Leider kommen von dieſen Kalamiten nur Stämme in Form von Steinkernen vor. Die kohlige Rinde, die in der Regel dieſelben umgiebt, iſt ſo zart, daß ſie ſofort bei der Berührung an der Luft zerfällt. Blätter, Zweige und Fruktifikationsorgane fehlen gänzlich. Die Beſtimmung der Arten ſtößt deshalb auf große Schwierig⸗ keiten. Die Stücke von Kalamiten, die ich hier in großer Zahl ſammelte, gehören ohne Zweifel ver⸗ ſchiedenen Species an. Einige haben Ähnlichkeit mit den Stämmen von Calamites Suckowi Brgt, während andere an die von Calamites gigas Brongn. erinnern. Am häufigſten ſind aber die Stücke, die nach E. Weiß“ als zu Calamites varians und Calamites leioderma gehörig bezeichnet werden müſſen.
¹ Foſſile Flora der jüngſten Steinkohlenformation und des Rotliegenden im Saar⸗Rhein⸗Gebiete von Dr. Ch. Ernſt Weiß. Bonn 1869—1872.


