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dergeſtalt zerbrechlich, daß es ſehr ſchwer hält, eines vollſtändigen Exemplares theilhaftig zu werden.“ Die verſchiedenen Schächte der beiden Waldgruben Karl Theodor und Eliſabeth Auguſte waren im Melaphyr niedergetrieben. Die Tiefe des Hauptſchachtes wird bei Collini auf 22 Lachter(= 44 m), die von zwei andern, am Richtweg und am alten Richtweg gelegenen, auf je 16 Lachter(= 32 m) angegeben. Ungefähr dieſelbe Höhe haben die Melaphyrwände des Pfaffenloches. Aus dem Stollen, der in dieſen Thalriß mündet, wurden, wie wir oben ſahen, hauptſächlich ſchwarze Schieferthone zu Tage gefördert; ebenſolche Schiefer mit Fiſchabdrücken lieferten die Schächte der beiden Waldgruben. Es erhellt aus dieſen Notizen zweierlei: erſtens, daß der Melaphyr, der ſich vom Pfaffenloch über die beiden Waldgruben im Jungenwalde hinaus ausdehnt, eine Decke von etwa 40 m Mächtigkeit bildet, die unmittelbar auf den Fiſchſchiefern ruht; zweitens, daß die Eruption dieſes Melaphyrs nach der Ablagerung dieſer Schiefer erfolgt ſein muß.
Nördlich von den im Jungenwalde gelegenen Queckſilberbergwerken liegen ungefähr in einer halben Stunde Entfernung die Stein-Bockenheimer Steinbrüche. Sie ſind ſchon ſeit vielen Jahr⸗ hunderten im Betriebe und mögen wohl das Material zu den romaniſchen Kirchtürmen in Wonsheim und Siefersheim, ſowie zu der bei Eckelsheim gelegenen gotiſchen„Bellerkirche“ geliefert haben. Mitten durch dieſe ausgedehnten Steinbrüche führt die Straße von Stein⸗Bockenheim nach dem Wons⸗ heimer Hinterwalde. Der große Bruch, der auf der Nordſeite dieſer Straße gelegen iſt, zeigt über 20 m hohe ſenkrechte Wände, welche ſich aus Sandſteinen, Schieferthonen und Sandſteinſchiefern zu⸗ ſammenſetzen. Die Schichten fallen mit einem Winkel von 150 nach NO. gegen Wonsheim hin ein. Die unterſten Lagen derſelben beſtehen aus einem feſten, dickbankigen Sandſteine, deſſen einzelne Bänke eine Dicke von 0,5 m bis 3 m und darüber beſitzen. Zwiſchen dieſen Bänken liegen manchmal dünne, ſchwärzliche Schiefer. Die Sandſteine, die bisweilen Thongallen enthalten, ſind feinkörnig, von grauer oder gelblichgrauer Farbe und liefern ein vorzügliches Baumaterial. Auf die Sandſteine folgen 12 m Schiefer. Dieſe ſind nur ſelten ſo dünnblätterig und von ſo zarter Beſchaffenheit wie die von Münſterappel; ſie ſind vielmehr ſehr feſt und teils von thoniger, teils von ſandiger Beſchaffenheit. In ihnen liegen manchmal Platten mit wohl erhaltenen Pflanzenabdrücken. Meiſt rühren dieſe von Farnen her. Von den verſchiedenen Funden, die der Verfaſſer dort machte, verdient der umſtehend abgebildete Pflanzenabdruck eine ganz beſondere Beachtung. Dieſer Farn, Alethopteris conferta Strbg., der von Ch. E. Weiß ausführlich beſchrieben wurde, iſt eine Hauptleitpflanze für die Lebacher Stufe des unteren Rotliegenden. Was nun unſer Exemplar auszeichnet, ſind die deutlichen Spuren einer ehemals vorhandenen Fruktifikation. Die Originalplatte ſtellt auf das deutlichſte die Unterſeite eines Farnwedels dar. Wo nun die Kohlenſubſtanz dem Abdrucke fehlt, zeigen die Ränder der Zipfel tiefe Rinnen, welche nach E. Weiß ihre Entſtehung nur den ehemals vorhanden geweſenen Frukti⸗ fikationsorganen verdanken können. Es bildeten nämlich bei Alethopteris, ganz wie bei den Pteris- Arten unſerer Wälder, die Sporen einen Fruchtſaum in Form eines verdickten Wulſtes auf der Unter⸗ ſeite der Blattzipfel, der dann in den Abdrücken jene Rinnen hinterließ.
In den Steinbrüchen, die ſich auf der Südſeite der vorhin erwähnten Straße ausdehnen, beob⸗ achtet man eine etwas andere Anordnung der Schichten, wie wir ſie eben in dem nördlichen Stein⸗ bruche kennen lernten. Es iſt zwar auch hier die unterſte Lage eine mächtige Bank feſter Sandſteine; allein die darauf folgenden Schiefer ſind dunkler, dünnblätteriger und nicht ſo feſt wie dort. Sie


