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2) Darüber 6 m ſchwärzliche Schiefer.
3) Dann eine viele Meter mächtige Auflagerung grobkörniger Sandſteine, wie ſie uns die Kies⸗ grube zeigte.
Gehen wir von hier aus weiter nördlich, ſo gelangen wir nach einigen hundert Schritten in die Steinbrüche des Neu⸗Bamberger Waldes. In den meiſſtn iſt der Betrieb ſchon längſt eingeſtellt, aber die mächtigen Halden dabei geben davon Zeugnis, daß derſelbe früher ein ſehr reger geweſen ſein muß. Es iſt mir wahrſcheinlich, daß dieſe Steinbrüche ſeiner Zeit die Werkſtücke zu der be⸗ rühmten Kapelle von Iben geliefert haben. Um mich kurz zu faſſen, ſei bemerkt, daß wir auch hier dieſelbe Reihenfolge von den gleichen Geſteinen übereinander beobachten können, wie wir ſie ſeither in allen Steinbrüchen zu finden gewohnt waren. In den dunklen Schiefern entdeckte ich Alethopteris conferta Stbg. und den kleinen Zweig eines Farn, Cyatheites Beyrichi W., der von E. Weiß aus den Lebacher Thoneiſenſteinen beſchrieben wurde. In den Konglomeraten, die nach oben den Schluß der Schichten bilden und nur eine nach Norden ſich erſtreckende Fortſetzung der Geſteine in der Kies⸗ kaute ſind, werden öfters die Stücke eines verkieſelten Holzes, Araucarites Göpp. sp., gefunden. Im Jahre 1876 wurde von derſelben Pflanze im Poſthofe zu Wendelsheim(dicht an der Grenze des Blattes Fürfeld gelegen) bei der Anlage eines Kellers in einer feſten Sandſteinbank ein über 3 m langer Stamm, der mehr als 30 cm Durchmeſſer beſaß, aufgedeckt. Er war in mehrere Stücke zerbrochen, Wurzeln und Äſte fehlten; er funkte am Stahle wie Feuerſtein. Auf dem Querbruch konnte man concentriſche Ringe beobachten; ebenſo waren die Längsfaſern deutlich zu erkennen. Von dieſem Stücke beſitze ich zwei Dünnſchliffe(Quer⸗ und Längsſchnitt), an welchen unter dem Mikroſkope die Zellen des Holzes große Tüpfel zeigen.
Bevor wir die Steinbrüche in dem Neu⸗Bamberger Walde verlaſſen, wollen wir noch in Kürze eines Punktes in unmittelbarer Nähe derſelben gedenken. Da, wo der Weg E(Eſelspfad auf der Generalſtabskarte), der von Stein⸗Bockenheim durch den Neu⸗Bamberger Wald nach der Weiden⸗ mühle führt, in das Appelbachthal mündet, liegt eine Halde von bläulichen, dünnblätterigen Schiefer⸗ thonen. Oſtlich davon erhebt ſich ſteil aus dem Thale, in der Richtung nach Wonsheim hin, der Mühlberg, deſſen Geſteine Melaphyre ſind. Früher wurde daſelbſt Bergbau auf Queckſilber betrieben. Der Hauptſchacht ſtand im Melaphyr. Aus dem Bergwerke führte ein Stollen in weſtlicher Richtung in das Thal und zu der oben angeführten Halde. Es ſcheint hier nun derſelbe Fall vorzuliegen wie bei den beiden Mörsfelder Waldgruben„Karl Theodor“ und„Eliſabeth Auguſte“. Der Melaphyr des Wonsheimer Mühlberges bildet wie bei den Waldgruben auch eine Decke über den blauen Schiefer⸗ thonen. Die Melaphyre des Mühlberges erſtrecken ſich bis in das Appelbachthal. In denſelben wurde in gleicher Höhe mit der Thalſohle vor einigen Jahren ein Steinbruch angelegt, um daraus Material für den Straßenbau zu gewinnen. Als man den Steinbruch nur wenige Meter in die Tiefe getrieben hatte, ſtieß man auf Schieferthone, die den Melaphyr unterlagerten. Man wird in dieſem Umſtande wohl eine Beſtätigung der oben ausgeſprochenen Anſicht finden dürfen.
Zum Teil etwas anders geartet wie die ſeither beſchriebenen Felsmaſſen der unteren Sandſtein⸗ zone zeigen ſich die mächtig entwickelten Sandſteine an der Baſis des Höhenzugs, der in dem Winkel, gebildet von den Straßen Iben⸗Tiefenthal und Iben⸗Fürfeld, aufſteigt und gegen Weſten, nach Für⸗ feld hin, weiterzieht. Sie ſind meiſtens ſehr grobkörnig und zeichnen ſich durch hellere oder auch


