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10) Durch Cirkular-Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 27. Januar 1887 werden die Direktoren angewiesen, im Oktober d. J. die methodischen Lehrpläne für den Unterricht im Französischen und in der Geschichte einzusenden.
11) Provinzial-Schulkollegium teilt der Direktion unter dem 21. Februar 1887 zur Kenntnis- nahme und Nachachtung die Abschrift eines Ministerial-Erlasses vom 10. Februar c. mit, durch welchen hinsichtlich der Stellung der Zeichenlehrer an den höheren Schulen einige allgemeine Normen zusammen- gefaſst werden.
III. Chronik der Anstalt.
A. Veränderungen in der Zusammensetzung des Lehrerkollegiums.
Von den beiden ordentlichen Lehrern des Gymnasiums, die während des Schuljahres 1885/86 wegen schwerer Erkrankung beurlaubt waren, konnte der eine, Herr Dr. Scholz, zu unserer groſsen Freude Ostern vorigen Jahres wieder in Dienst treten. Der andere, Herr Gymnasiallehrer Rauch, hatte zwar an dem Kurorte Davos in der Schweiz sich wesentlich erholt, allein die Aerzte hielten es doch mit Rücksicht auf den Zustand seiner Lunge für dringend geboten, dafs er dem Lehramte entsage und sich eine Beschäftigung wähle, die für ihn minder aufreibend sei. Schweren Herzens entschloſs er sich diesem Rate zu folgen und bei der vorgesetzten Behörde seine Pensionierung zu beantragen. Mit Genehmigung des Herrn Ministers wurde ihm daraufhin zunächst bis zum 1. November 1886 weiterer Urlaub und von diesem Zeitpunkte ab die Versetzung in den Ruhestand gewährt. Das Königliche Provinzial-Schul- kollegium sprach ihm unter dem 28. Mai v. J. für die der Anstalt geleisteten treuen Dienste Dank und Anerkennung aus.
Es hat den Berichterstatter mit dem lebhaftesten Bedauern erfüllt, daſs Herr Rauch durch seine Gesundheitsverhältnisse sich gezwungen sah, in der Blüte des Mannesalters auf einen Beruf zu verzichten, dem er mit ganzer Liebe und Freudigkeit anhing und in welchem er am hiesigen Gymnasium mehrere Jahre hindurch segensreich gewirkt hatte. Bei dem zur Eröffnung des neuen Schuljahres stattfindenden Aktus, in welchem der scheidende Kollege zugegen war, dankte ihm der Unterzeichnete namens der Anstalt in warmen Worten für seine unermüdliche und von gutem Erfolge begleitete Arbeit, indem er dabei für seine Zukunft den herzlichsten Wünschen Ausdruck lieh. Wir hoffen, dafs Herr Rauch in der litterarischen Thätigkeit, welcher er sich seitdem in München widmet, volle innere Befriedigung finden werde, und daſs die nunmehr ermöglichte Schonung seiner physischen Kräfte ihm allmählich die ersehnte Genesung bringen möge.
Der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Heil war auch während des abgelaufenen Jahres mit der Vertretung des Gymnasiallehrers Rauch beauftragt.
Die Kandidaten des höheren Schulamtes Dr. Menk und Ewoldt beendeten Ostern 1886 am Gymnasium das vorschriftsmäſsige Probejahr; der letztere vertrat vom 1. Juni ab den zu einer acht- wöchigen militärischen Dienstleistung einberufenen Hilfslehrer Seipp.
Der Kandidat Franke setzte das Herbst 1885 begonnene Probejahr fort; vom 1. Juni bis Ende Juli versah derselbe die Lektionen des Gymnasiallehrers Dr. Wesener, der als Premier-Lieutenant der Landwehr gleichfalls zu einer militärischen Ubung eingezogen war.
Als Probekandidaten sind am Gymnasium neu eingetreten: 1) zu Beginn des Sommersemesters Ludwig Baumann aus Herborn, 2) vom 20. September ab Wilhelm Schmidt aus Allendorf a. d. Werra.
Vom 6. bis 19. Februar d. J. wurden nochmals zwei Lehrer der Anstalt durch militärische Pflichten ihrem Amte entzogen, nämlich die Hilfslehrer Seipp und Dr. Heil.


