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Die infolge der Pensionierung des ordentlichen Lehrers Rauch vakant gewordene Lehrerstelle ist durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 1. April d. J. ab dem Gymnasial- lehrer Dr. Thomae übertragen worden. In die Stelle des letzteren hat die vorgesetzte Behörde vom gleichen Zeitpunkte ab den bisherigen Rektor der Realschule in Idstein Richard Köhler berufen.
B. Sonstige Ereignisse aus der Geschichte der Anstalt.
1) Die Aufnahmeprüfung der neu eintretenden Schüler fand am 3. Mai 1886 statt, die Eröffnung des Schuljahres am darauffolgenden Tage. Wie in den 2 vorhergehenden Jahren die Parallelcöten der Sexta und Quinta wegen Raummangels eingezogen wurden, so kam zu Ostern v. J. auch die Parallel- abteilung der Quarta in Wegfall, während für jeden Jahrgang der folgenden Klassen Doppelcöten hergestellt wurden. Demnach waren entsprechend den vom Herrn Minister d. d. 14. Januar 1884(s. Progr. 1884, S. 17) getroffenen Anordnungen beim Gymnasium 12 Abteilungen der Klassen Prima bis Tertia und je eine Quarta, Quinta und Sexta vorhanden. Da die stark besetzten gymnasialen Parallelklassen für die drei Unterstufen mit dem hiesigen Realgymnasium verbunden wurden, so hatte die jetzt zum Abschluls gelangte Durchführung der Maſsregel eine Verringerung der Frequenz des Gymnasiums zur natürlichen Folge.
2) Die Pfingstferien dauerten vom 12. bis 16. Juli.
3) Am 20., 22., 23. Juli und am 10. August wurdeder Nachmittagsunterricht wegen zu grosser Hitze ausgesetzt.
4) Das Sommersemester wurde am 14. August geschlossen und das Wintersemester am 20. September eröffnet.
5) Am 1., 2., 3. und 4. Dezember v. J. unterzog Herr Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer das Gymnasium einer Revision, indem er in allen Klassen dem Unterrichte sowohl zuhörend als selbst eingreifend und prüfend beiwohnte und auch den schriftlichen Arbeiten der Schüler, dem Archive, der Bibliothek, den sammlungen und Apparaten u. s. w. eine genaue Besichtigung zu teil werden liels. Am 3. Dezember führte er den Vorsitz in einer Konferenz, in der er zunächst über den allgemeinen Zustand der Anstalt in disciplinarischer wie in wissenschaftlicher Hinsicht seine Freude aussprach und der gewissenhaften Pflicht- treue und dem regen Eifer des Lehrerkollegiums Lob spendete, dann auf die gemachten Beobachtungen näher einging und daran aus dem reichen Schatze seiner pädagogischen Erfahrung Winke und Ratschläge anknüpfte, die eine Fülle des Anregenden boten und ihres Segens für die Schule nicht verfehlen werden. Der Revisionsbescheid, welcher uns durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 21. Januar c. mitgeteilt wurde, gipfelt in dem Urteile, dals„im groſsen und ganzen das Gesamtergebnis der Revision als ein durchaus befriedigendes und Anerkennung verdienendes bezeichnet werden könne“.
6) Vom 23. Dezember 1886 bis zum 7. Januar 1887 dauerten die Weihnachtsferien.
7) Am 19. März c., nachmittags von 3 Uhr ab, fand unter zahlreicher Beteiligung der Eltern unserer Schüler die herkömmliche Turnprüfung statt.
8) Das hohe Gepurtsfest Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde von der Anstalt am 22. März d. J. in der Turnhalle durch Gesang, Deklamation und Rede gefeiert. Der Unterprimaner Albert Werminghoff sprach in einem freien Vortrage über„Rückert als den Dichter der geharnischten
Sonette“. Die PFestrede hielt Herr Gymnasiallehrer Spamer über die Bedeùtung der geographischen Lage Deutschlands für seine geschichtliche Entwicklung. In das Hoch auf Seine Majestät, welches der
Festredner ausbrachte, stimmte die ganze Versammlung begeistert ein.. Zum Schlufs wurden die Abiturienten durch den Direktor aus der Anstalt entlassen.
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