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erprobt habe. Hedin sagte, sie stünden sich in allem gleich. Göndul entgegnet, Hedin habe eine Königin von hohem Geschlecht, er aber sei ohne Weib. Er sagt, Högni werde ihm Hildr geben, wenn er sie freie.„Dann würdest du dir etwas vergeben, sagt sie, wenn du Högni um Schwägerschaft bätest.“ Sie beredet ihn, Hildr zu entführen und die Königin unter den Drachen zu werfen, wenn er ins Meer gelassen würde. Hedin aber, in Vergessenheit befangen, glaubte so thun zu müssen und wufste nichts mehr von seinem und Högnis Brüderbunde. Dies war zu Ende des Sommers. Darauf hiefs er seine Mannen sich und den Drachen rüsten, er wolle heim nach Serkland. Er geht ins Frauengemach und nimmt die Königin und Hildr mit an den Strand. Seine Krieger nehmen Hildrs Kleider und Schätze, aber niemand wagt sich zu widersetzen, weil nur wenige Männer Högnis im Reiche zurückgeblieben waren. Hildr fragt Hedin, was er vorhabe. Er sagt es, und sie bittet ihn, nicht so zu handeln. „denn mein Vater wird mich dir verloben, wenn du um mich anhältst“. Das wolle er nicht, sagt Hedin. Und wenn er sie auch entführe, spricht sie, so werde er doch mit ihrem Vater versöhnt werden können, aber niemals, wenn er ihre Mutter ermorde. Sie habe geträumt, dafs Högni und Hedin sich bekümpften, und noch Schlimmeres werde über sie kommen.„Nun werde ich den Jammer erleben, dafs ich meinen Vater von Meineid und Zauberei umgeben sehe, und doch wird es mich nicht freuen, dich im Unglück zu sehen.“ Aber Hedin liefs den Drachen herbeiziehen und wirft die Königin unter den Schnabel, dafs sie stirbt. Nun ist alles zur Abfahrt bereit, aber Hedin geht ganz allein in jenen Wald, wo er Göndul getroffen. Und er trifft sie wieder auf einem Stuhle sitzend. Sie ist zufrieden mit seiner Handlungsweise und giebt ihm wieder aus dem Horn zu trinken. Als er getrunken, sinkt er in Schlaf auf ihre Kniee. Während dessen weiht sie ihn und zugleich Högni und beider Kriegsvolk zu dem Schicksal, das Odin über sie verhängt hat. Hedin erwacht und sieht Göndul verschwinden, und sie erschien schwarz und grols. Nun erinnert er sich plötzlich wieder an alles und gerät in Verzweiflung. Weit weg will er fliehen, um nicht täglich seine abscheulichen Thaten sich vorwerfen lassen zu müssen. Er eilt zum Schiff und entsegelt schnell mit Hildr. Als nun Högni heim kommt und erfährt, dafs Hedin mit Hildr und dem Drachen, der Hälfdan(Högnis Vater) gehört hatte, fortgesegelt und die Königin tot sei, fährt er sogleich dem Hedin nach. Am Abend kommt er stets dahin, wo Hedin am Morgen abgesegelt war. Eines Tages sieht er Hedins Segel und erreicht ihn bei der Insel Häã. Hedin grüfst ihn, sagt, dals er durch bösen Zauber verführt worden sei, und erbietet sich Hildr, den Drachen und all seine Krieger und sein Gut herauszugeben und weit wegzuziehen. Högni sagt, daſs von Versöhnung nicht die Rede sein könne, da er die Königin ermordet habe. Hedin schlägt blofs Zweikampf vor, damit nicht noch ihre unschuldigen Mannen durch ihn ins Unglück kämen. Diese aber schwören, sie wollten lieber alle fallen, als dals beide allein kümpften. Da gehen sie ans Land und kümpften. Högni war sehr hitzig, Hedin aber gewandter. Aber wenn sie einander auch bis zu den Schultern zerspalteten, standen sie doch sogleich wieder auf und kämpften wie vorher, Hildr safs in einem Hain und sah diesem Spiele zu. Dieser Kampf dauerte so lange, bis Glaf Tryggvason König von Norwegen wurde. 143 Jahre soll es gewährt haben, bis einer von Oläfs Mannen sie von ihrem schreck- lichen Schicksal erlöste. Im ersten Jahre seiner Regierung landete König Glaf auf der Insel Hä. Dort pffegte es zu geschehen, dafs jede Nacht die Wächter verschwanden, niemand wufste wohin. Ivar Ljömi hatte in dieser Nacht die Wache. Als alle auf dem Schiffe schliefen, waffnete er sich, zog das Schwert, das früher Jarnskjöld besessen und das ihm dessen Sohn Thorstein gegeben hatte, und ging auf die Insel. Da kam ein grofser blutiger Mann mit traurigem Antlitz auf ihn zu. Als Ivar ihn nach seinem Namen fragte, nannte er sich Hedin, Hjarrandis Sohn aus Serkland. Das Verschwinden der Wächter sei ihm und Högni, Hälfdans Sohne, zuzuschreiben. Seit vielen Menschen- altern mülsten sie Tag und Nacht kämpfen. Hildr sitze dabei und sehe zu. Das habe ihnen Odin auferlegt; wenn aber ein Christ mit ihnen kämpfe, dann würde keiner, den er erschlüge, wieder aufstehen. Auf Hedins Bitte geht Ivar mit ihm, um sie zu erlösen. Hedin rät ihm noch, er solle Högni nicht von vorn angreifen, denn er habe einen Oegishelm in den Augen, und auch nicht, bevor er Högni getötet, gegen ihn kümpfen; denn kein Mensch könne Högni erschlagen, wenn er(Hedin) tot wäre. Darum sei es das beste, wenn Hedin den Högni von vorn angreife und Ivar ihn von hinten erschlage. Sie gingen zum Kampfplatz, und Ivar trat hinter Högni, schlug ihm übers Haupt und spaltete ihn bis zur Schulter. Da fiel Högni für immer tot zur Erde. Hierauf erschlägt Ivar mit leichter Mühe alle übrigen und zuletzt den Hedin. Am anderen Morgen erzühlt er dem Könige alles. Sie gehen auf die Walstatt, dort aber ist jede Spur vom Kampfe verschwunden. Das Blut jedoch an Ivars Schwerte zeigte, dals er wahr sprach, und kein Wächter verschwand seitdem mehr. Oläf fuhr wieder in sein Reich.
Der Sörla thättr ist unschwer als eine tendenziöse Umarbeitung der Hildesage zu erkennen. Die allnächtliche Schlacht, welche in den Zeiten des heidnischen Glaubens die Gemüter gewaltig erregen mochte, war unverträglich mit den Anschauungen des Christentums. Während aber der Mönch Saxo Grammaticus sich begnügte, die Erzühlung von der Schlacht als unverbürgtes Gerede der Leute hinzustellen, änderte


