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den Biſchöfen benutzt ihn zu entfernen,¹) wozu ſeine Ordensregel, welche den Laien den Eintritt in die inneren Kloſterräume verbot, den Vorwand gab. Theoderich, von allen Seiten dazu gedrängt, beſchloß den heiligen Mann zur Verantwortung zu ziehen und begab ſich zu dieſem Zwecke ſelbſt nach Luſſovium. Co⸗ lumban aber trat ihm mit Drohungen und Scheltworten entgegen und betrug ſich ſo, daß der König die Meinung faßte, den Heiligen dürſte nach der Märtyrerkrone, die er ihm jedoch nicht zu Theil werden ließ, ſondern ſeine Entfernung befahl. 2) Auf ſeiner von zahlreichen Wundern begleiteten Reiſe gab Columban ſeiner Umgebung übrigens kein Beiſpiel von chriſtlicher Demuth und Verſöhnlichkeit gegen die Feinde. So antwortet er, als er in Tours bei dem Biſchofe Leupar gefragt wird, warum er in ſeine Heimath zurück⸗ kehre:„Theoderich, der Hund, hat mich von meinen Brüdern gejagt,“ und erregt dadurch den Unwillen eines anweſenden Anhängers des Theoderich, dem er ſchließlich den Auftrag gibt, ſeinem Herrn zu verkünden, daß er innerhalb dreier Jahre mit ſeinem ganzen Geſchlechte umkommen werde.¹) Von Theodebert wurde Co⸗ lumban mit Ehren empfangen und erhielt bei Bregenz ein Stück Landes zur Anlegung eines neuen Kloſters, in welchem er eine Zeit ſchwerer Noth verlebte. Nach dem Untergange Theodeberts, den er vorausgeſehen, zog er nach Italien, wo er das Kloſter Bobbio gründete und dort ſein gottſeliges Leben endete. Wer mit unbefangenem Auge urtheilt, wird finden, daß Columban ſelbſt den Zwieſpalt hervorgerufen hat, indem er, freilich in der Abſicht zu beſſern, die Fehler Theoderichs tadelte, aber durch die Heftigkeit und iriſche Lei⸗ denſchaftlichkeit ſeines Benehmens da Erbitterung erregte, wo der Weg der Güte und Liebe vielleicht Ver⸗ ſöhnung herbeigeführt haben würde. Bei dem ſtolzen Trotze, mit welchem er auftrat, bei der Drohung mit dem Banne, die er im Munde führte, bei dem Umſtande endlich, daß er dem Landesherrn den Zutritt in das Kloſter verwehrt und mit Scheltworten über ihn herfällt, iſt es noch zu verwundern, daß Theoderich mit ſolcher Mäßigung verfuhr und ihn einfach aus ſeinem Reiche entfernte, anſtatt ihn, wie er bei Deſiderius gethan, tödten zu laſſen. Jonas iſt daher von Haß und Vorurtheil getrieben, wenn er in Brunichilden die Veranlaſſerin einer Strafe ſah, welche das Verhältniß der galliſchen Kirche zur römiſchen und das eigene Betragen des Columban herbeigeführt hat, und die nach den Sitten der damaligen Zeit als eine ſehr milde zu betrachten iſt.
Mit dem Klerus verfeindet, von dem Adel verfolgt, erlag Brunichilde einem Geſchicke, das ſie ſchon hier auf Erden ſchwer genug für ihre Fehler züchtigte. Obgleich Stolz, Herrſchbegierde und Rachſucht, die ſich mit den zunehmenden Jahren ſteigerten, ſie die wahre Beſtimmung des Weibes vergeſſen ließen, ſo iſt ſie doch von vielen der ihr zugeſchriebenen Verbrechen freizuſprechen. Der Haß der Nation gegen die Fremde, welche ſich keine Sympathie zu erwerben wußte, der Geiſtlichkeit gegen die ehemalige Arianerin, die ſich nicht
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¹) lonae vit. Col. 20. Fred. 36. Brunichildis episcopos sollicitare adgressa, ut de ejus religione detrahendo,
statum regulae, quam suis custodiendam Monachis indiderat, macularent. 8 ²) lonae vit. Col. 20. Fred. 36.(Columbanus), ut erat audax atque animo vigens, talibus objicienti Regi respon-
dit: Si hanc ob causam tu hoc in loco venisti, ut servorum Dei coenobia destruas et regularem discipli- nam macules, scito, tuum regnum funditus ruiturum et cum omni propagine regia periturum. Iam enim temerario conatu Rex refectorium ingressus fuerat. His ergo territus dictis foras celer repedat. Duris post haec viri Dei increpationibus Rex urgetur. Contra quem Theudericus ait: Martyrii coronam me tibi illaturum speras: non esse me tantae dementiae scias, ut hoc tantum patrarem scelus, sed potioris con- silii tibi scias utilia paraturum, ut qui ab omnium saecularium moribus disciscit, qua venerit, ea via re- pedare studeat.
3) Ionae vit. Col. 23. Chrodowald, der Anhänger Theodericha, ſcheint über die Motive von Columbans Zorn ganz be⸗ ſondere Anſichten zu haben, wenn er zur Antwort gibt:„Angenehmer iſt es, Milch zu trinken als Wermuth!“


