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Nation ſuchten einen Bürgerkrieg zu verhindern und veranſtalteten eine Zuſammenkunft der Könige auf der Burg Saloiſſa(Seltz). Theoderich kam dahin, wurde aber von dem treuloſen Theodebert überfallen und zur⸗ Abtretung des Elſaſſes gezwungen. Mit Rachegedanken im Herzen entfernte ſich Theoderich und ſuchte ſich zunächſt die Neutralität Chlothars zu erkaufen, indem er ihm die Abtretung des Herzogthums des Dentelinus verſprach, welches 601 von Neuſtrien losgeriſſen worden war. Darauf rüſtete er ein Heer, ſchlug den Theodebert in zwei Schlachten, nahm ihn gefangen und ließ ihn gefeſſelt nach Cabillonum¹) bringen, wo er aus der Geſchichte verſchwindet. Nach Ionae vita Columbani c. 28. wurde derſelbe auf Geheiß der Brunichilde getödtet, nach anderen auf Befehl des Theoderich umgebracht,²) der ſeinen unmündigen Neffen Meroveus an einem Felſen zerſchmettern ließs) und hiernach auch einen Brudermord nicht geſcheut haben dürfte. Für Bru⸗ nichildens Unſchuld ſpricht das beſtimmte Zeugniß der Chronik der Frankenkönige und das Schweigen Fre⸗ degundens, die im Falle eines Verdachts ſie anzuklagen nicht verfehlt haben würde.
Theoderich ſollte ſich ſeines Sieges nicht lange freuen und ſtarb ſchon 613 zu Metz, als er im Begriffe war, den Chlothar zu bekriegen. Auch hier verſchonte die Verläumdung Brunichilden nicht und ſprengte aus, daß ſie den Enkel vergiftet, weil ſie ſich mit ihm entzweit und für ihr Leben zu fürchten angefangen habe. Jedenfalls nahm ſie ſich ihrer Urenkel kräftig an und ſetzte dem älteſten derſelben, dem 602 geborenen Si⸗ gibert, die Krone auf. Ihre Lage war eine ſehr ſchwierige geworden: Theoderichs Kinder waren unmündig und noch dazu von Nebenweibern geboren, ſie ſelbſt wurde von den Großen und Biſchöfen bitter gehaßt, die ſich jetzt der Frauenherrſchaft entledigen und für ihre Sonderintereſſen Sorge tragen zu können glaubten.) Es entſtand eine Verſchwörung zu ihrem Sturze, an deren Spitze die Edlen Pipin und Arnulf und der Hausmeier Warnachar ſtanden. Chlothar, von denſelben dazu aufgefordert, rückt in das auſtraſiſche Gebiet ein, indem er dem Verlangen Brunichildens, das Land zu räumen, kein Gehör ſchenkt. Dieſe beſchließt die Rechte der Urenkel mit den Waffen zu vertheidigen und rüſtet zum Kriege. Die überrheiniſchen Schaaren erſcheinen, aber Verrath herrſcht in ihrer Mitte, und das Heer fällt, ehe es zum Kampfe kam, von Sigibert ab und kehrt nach Hauſe zurück. Chlothar folgt nach der Verabredung langſam nach und nimmt 3 Söhne Theoderichs, den Sigibert, Corbus und Merovech, gefangen; der vierte, Childebert, entkam und erſchien niemals wieder. Sigibert und Corbus wurden auf Befehl Chlothars getödtet; Merovech erlangte Verzeihung, weil der König ihn aus der Taufe gehoben hatte und den Pathen ſchonen wollte.*) Brunichilde war allein dem Untergange entflohen und hatte ſich mit Theudelana, der Schweſter des Theoderich, jenſeits des Jura nach der Stadt Orbe geflüchtet. Dort aber ergriff ſie der Marſchall Erpo und brachte ſie in dem Flecken Rionne an der Vingeane vor Chlothar. Nach der Chronik der Frankenkönige c. 40. wäre ihre Gefangennehmung nicht gelungen, ſondern ſie hätte ſich auf Bitten Chlothars und unter Verſprechung ſicheren Geleites freiwillig demſelben geſtellt. Wie dem auch ſein mag, über das ſchauderhafte Ende Brunichildens ſtimmen alle Quellen überein. Chlothar läßt die hochbetagte Matrone, der er den Mord von zehn Königen vorwirft, drei Tage lang auf das grauſamſte peinigen, auf ein Kameel ſetzen und zur Schau durch das Heer führen; endlich mit den grauen Haaren an ein unbändiges Roß gefeſſelt und zu Tode geſchleift, endigt Brunichilde am 28.
¹) Cabillonum jetzt Chalons sur Saône.
2) Gesta regum Francorum e. 38.
³) Fred. 38. Filius Theudeberti parvulus, nomine Meroveus, jussu Theuderici adprehensus a quodam per pedem ad petram percutitur; cerebrum ejus capite eruptum amisit spiritum.
¹) Fred. 41. Burgundiae Farones vero tam episcopi quam ceteri leudes, timentes Brunichildem et odium in eam habentes, cum Warnachario consilium inientes tractabant, ut... Brunichildem delerent et regnum Chlotharii expeterent. 3
5) Fred. 42. Sigibertus et Corbus, filii Theuderici, jussu Chlotharii interfecti sunt. Meroveus secretius jussu
Chlotharii in Neptrico perducitur, eumdem amplectens amore, quod ipsum de sancto exeepisset lavacro,
Ingobodo Graffoni commendatur, ubi plures post annos vixit..


