Aufsatz 
Die Frankenkönigin Brunichilde
Entstehung
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bert, um alle ähnlichen Verſuche zu verhindern, in Andelot, in Gegenwart der Brunichilde, 587 einen Vertrag ſchloſſen, worin Childebert abermals zum Erben des kinderloſen Gunthramm eingeſetzt wurde.) Daß der Einfluß der Königin Mutter damals ein bedentender war, geht ſchon daraus hervor, daß ſie im Eingange des Actenſtückes genannt iſt und die Stadt Cahors als Eigenthum erhält, und daß Gunthramm ſie als ſeine liebe Schweſter in Schutz zu nehmen verſpricht. Durch dieſon Vertrag wurde das durch die zahlloſen Verſchwörungen erſchütterte königliche Anſehen wiederhergeſtellt; leider aber war Childebert der erſte, welcher zu ſeiner Schwächung beitrug, indem er dem Willen der auſtraſiſchen Großen, die unter der Herrſchaft eines Knaben ſelbſt herrſchen zu können glaubten, nachgab und ſeinen mit einem Nebenweibe erzeugten Sohn Theodebert zu Straßburg 589 zum Könige der öſtlichen Länder einſetzte.²) In demſelben Jahre wurde durch Childeberts Gemahlin, Faileuba, eine neue Verſchwörung entdeckt, an deren Spitze der Marſchall Sunnegiſel und der Kanzler Gallomagnus ſtanden, welche gegen ſie ſelbſt und Brunichilde gerichtet war. Der König ſollte bewogen werden ſie und die Mutter zu verſtoßen, dann werde man ihn leicht leiten und im ſchlimmſten Falle tödten können, um im Namen ſeiner unmündigen Söhne die Regierung zu führen.3) Da die Ver⸗ brecher ſich in eine Kirche geflüchtet hatten, ſo konnten ſie nicht am Leben geſtraft werden, verloren aber ihre Güter und wurden in die Verbannung geſchickt. Auch Fredegunde machte einen neuen Mordanſchlag gegen Childebert, dem derſelbe wie durch ein Wunder entging. Bis in den Betſaal hatten ihn die Mörder verfolgt, aber die Scheu vor der Heiligkeit des Ortes hatte ihm das Leben gerettet. ¹)

Zu dieſer Zeit ſcheint Brunichilde die Politik Auſtraſiens gelenkt zu haben. Die Edlen, welche ſie befeindet und geſchmäht, waren todt oder verbannt, ſo daß der Tag gekommen ſchien, an dem ſie an Frede⸗ gunden Rache nehmen konnte. Durch den Tod Gunthramms, der im Jahre 593 eintrat, war Childebert in Folge des Vertrags von Andelot Herr von Burgund geworden. Wenn er jetzt ſeinen Vetter Chlothar II., den er nie als Sohn Chilperichs anerkannt hatte, mit Krieg überzog, ſo iſt es wohl der Einfluß Brunichil⸗ dens, der ihn zu dieſem Entſchluſſe trieb. In der drohenden Gefahr zeigte ſich aber Fredegunde als Heldin; ſie kämpfte hoch zu Roß und wußte durch Liſt die mächtigen Schaaren der Feinde zu beſiegen, ſo daß dieſe mit Schimpf und Schande abziehen mußten.) Childebert überlebte die Niederlage ſeiner Feldherrn nicht lange, ſondern ſtarb ſchon 596.5) Es folgte ihm ſein Sohn Theodebert in Auſtraſien, Theoderich in Bur⸗ gund. Fredegunde benutzte dieſe Theilung des Reiches, um für ihren Sohn Vortheil zu ziehen. Sie ſam⸗ melt ein Heer, rückt auf Paris, erobert es, ſchlägt die zu Hül fe gekommenen auſtraſiſchen und burgundiſchen Truppen in die Flucht und macht eben Anſtalten zur Eroberung der übrigen Länder der Gegner, da

hemmt ſie 597 der Tod in der Laufbahn ihrer Siege und befreit Brunichilden von ihrer furchtbarſten Feindin.) 1

Brunichilde hatte ſich nach dem Tode Childeberts zu Theodebert nach Auſtraſien begeben, allein die Verhältniſſe waren dort für ſie wenig günſtig; der Haß und die Abneigung der Großen trieb ſie aus dem Lande, ſo daß ſie einſam und verlaſſen von einem armen Manne mitten im Walde gefunden und auf ihren Wunſch zu ihrem Enkel Theoderich gebracht wurde, der ſie mit Freuden aufnahm und in hohen Ehren

¹) Fred. 7. Das vollſtändige Actenſtück findet ſich in Hist. Franc. 9, 20. und beginnt mit: Cum in Christi nomine praecellentissimi domni Gunthramnus et Childebertus reges et gloriosissima domna Brunichildis regina Andelaum caritatis studio convenissent,..... id inter eos..... complacuit atque convenit.

²) Hist. Franc. 9, 36. 4

²) Hist. Franc. 9, 38.

4) Hist. Franc. 10, 18.

³) Fred. 14. Gesta regum Francorum 36.

) Paull. Diac. 4, 11. Fred. 16. Anno quarto, post quam Childebertus regnum acceperat Gunkhraßmn, de- functus est: regnumque ejus filii sui Theudebertus et Theudericus accipiunt.

*) Fred. 17.