Aufsatz 
Die Frankenkönigin Brunichilde
Entstehung
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dem Herzen der Mutter ſchwere Sorge. Dieſelbe war mit dem weſtgothiſchen Prinzen Hermenegild ver⸗ mählt und hatte ihn zur rechtgläubigen Kirche überzutreten bewogen. Da dieß von ſchweren Folgen werden konnte, ſo verſuchte Leuvigild, der König Spaniens, alles, um den Sohn zum Gehorſam zu bringen, und ließ ihn endlich, als er den Ermahnungen des Vaters kein Gehör gab, enthaupten.¹) Ingunde, zur Flucht genöthigt, war in die Hände der Oſtrömer gefallen, die ſie in Africa gefangen hielten. Der Wunſch, der Tochter zu helfen, veranlaßte Brunichilden ſich an Childebert zu wenden, der mit ſeinen Großen im Hofe Belſon zuſammengekommen war, aber ſie fand keinen Troſt: Ingunde ſtarb in der Gefangenſchaft. 2)

Das Jahr 585 drohte für das Frankenreich verhängnißvoll zu werden. Gundobald, der ſich für einen Sohn Chlothars I. ausgab und ſeither in Conſtantinopel gelebt hatte, war von den auſtraſiſchen Großen nach Gallien zurückgerufen und zu Brives la Gaillarde auf den Königsſchild erhoben worden.) Gunthramm ſah ein, daß den raſchen Fortſchritten Gundobalds gegenüber, der ſich ſchon eines großen Theiles von Südfrankreich bemächtigt hatte, nur in der Eintracht Rettung liege, und veranſtaltete eine Zuſammen⸗ kunft mit Childebert, den er feierlich an Kindesſtatt annahm und zu ſeinem Erben erklärte. Da die Macht der vereinigten Könige zu furchtbar war, ſo verlor Gundobald alle Anhänger und erlag dem Verrathe ſeiner Genoſſen.¹) Die Großen aber ſuchten Brunichilden mit in ſeinen Untergang zu verflechten, indem ſie bei Gunthramm den Glauben erregten, daß ſeine weſtgothiſche Schwägerin ſich mit Gundobald zu vermählen beabſichtigt habes) und jetzt noch mit den Söhnen deſſelben in Briefwechſel ſtehe. Als ſie daher an Richared, der ſich mit ihrer Tochter Chlodoſinda verloben wollte, einen Schild von hohem Werthe abſendete, ließ Gunthramm die Geſandten durchſuchen und erſt, nachdem keine Papiere gefunden worden waren, die Reiſe fortſetzen. 5)

Inzwiſchen hatte Brunichilde trotz aller Bemühungen ihrer Feinde am Hofe Halt zu gewinnen gewußt und nach dem Tode des Wandelen, des Erziehers Childeberts, zu bewirken vermocht, daß deſſen Stelle nicht wieder beſetzt wurde, weil ſie ſelbſt für ihren Sohn Sorge tragen wolle.7) Fredegunde ſah mit Beſorgniß die wachſende Macht der Gegnerin und beſchloß ſie um jeden Preis zu vernichten. Sie be⸗ auftragte daher zwei Geiſtliche den Childebert mit vergifteten Dolchen zu ermorden, damit Brunichilde in das Verderben gerathe,s) aber der Anſchlag mißlang und trug nur dazu bei Brunichildens Haß bis zur Wuth zu ſteigern und jeden Keim von Manſchlichkeit in Childeberts Herz zu erſticken. Ein neues Complot von Rauching, Bertefred und Urſio verfolgte den Zweck, Childebert zu tödten, ſich ſeiner beiden Söhne zu bemächtigen und mit Uebergehung König Gunthramms die Regierung zu führen. Auch gegen Brunichilde hegte man ſchlimme Abſichten, wie man es ſchon früher ſeit ihrem Wittwenſtande gethan hatte.9) Die Ver⸗ ſchwörung wurde in dem Blute ihrer Theilhaber erſtickt und hatte zur Folge, daß Gunthramm und Childe⸗

¹) Hist. Franc. 6, 40. 43.

²) Hist. Franc. 8, 21.

3) Hist. Franc. 7, 19. Qui(Gundowaldus) Brivam-Curretiam vicura advenit, ibique parmae superpositus rex est levatus.

4) Hist. Franc. 7, 38.

*) Hist. Franc. 9, 28. Non sufficit, quod impudico consilio Ballomerem illum, quem(dundovaldum vocitatis, ad conjugium arcessitis..... während derſelbe Gunthrumm 9, 32 bemerkt, qMod.(Brunichildis) Gundovaldi quondam filium invitatum conjugio copulare vellet.

6) Hist. Franc. 9, 28.

7) Hist. Franc. 8, 22. Uvandelinus obiit, sed in ejus locum nullus est subrogatnst eo auod regina mater eu- ram velit propriam habere de fllio.

3) Hist. Franc. 8, 29. Perfodite latera(Childeberti), ut tandem Brunichildis, quae ab illo arrogantiam sumit, eo cadente conruat et mihi subdatur.

9) Hist. Franc. 9, 9. Multa etiam contra Brunichildem reginam frementes, ut eam in contumeliam vodigerent, sicut prius fecerant in viduitate sua.