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darbietet. Eine der ſegensreichſten Folgen, welche Naturkenntniß fuͤr das Leben hat, beſteht endlich noch in der Befoͤrderung einer wahren Aufklaͤrung, der Ver⸗
nichtung finſteren Aberglaubens und verderblicher Vorurtheile.
So erſcheint alſo die Naturkunde, man mag nun ihren Gegenſtand an ſich, oder ihre formell bildende Kraft, oder ihren wichtigen Einfluß auf das practiſche Leben beachten, in jeder dieſer Beziehungen als ein hoͤchſt wuͤrdiges Ziel des menſchlichen Forſchens und Wiſſens und als ein nothwendiges Glied im Orga⸗ nismus des hoͤheren Jugendunterrichtes. Moͤchte nun auch dieſer Unterrichts⸗ zweig ſeinerſeits immer mehr dazu beitragen, daß das erhabene Ziel der Gelehr⸗ tenſchule erreicht werde! Moͤchte er die Jugend nicht allein zu einer gruͤndlichen Naturkenntniß fuͤhren, ſondern auch ihre allſeitige und harmoniſche Geiſtesbildung foͤrdern helfen, und insbeſondere in ihr den Sinn fuͤr die Natur erwecken und naͤhren, und ihr Gemuͤth mit Liebe und Ehrfurcht gegen die Natur, wie gegen ihren Schoͤpfer erfuͤllen! Denn leider! ſehen wir noch immer, ſelbſt aus der Klaſſe der Gebildeten, eine nicht kleine Zahl Menſchen mit bedauernswerther Kaͤlte und Gefuͤhlloſigkeit, mit trauriger Kopf⸗ und Herzloſigkeit durch den Tempel der Natur ſchlendern; noch immer iſt zu groß die Zahl derjenigen, welche Jean Paul unter die zwei unterſten Kaſten der Spazieler vertheilen wuͤrde. Dieſer geiſtreiche, auch in Beziehung auf Paͤdagogik ſo leſenswerthe Schriftſteller theilt naͤmlich die Spaziergaͤnger in vier Kaſten.»Ein Mann von Verſtand und Lo⸗ gik, ſagt er, wuͤrde meines Beduͤnkens alle Spazierer, wie die Oſtindier, in vier Kaſten zerwerfen. In der erſten Kaſte laufen die jaͤmmerlichſten, die es aus Eitelkeit und Mode thun, und entweder ihr Gefuͤhl, oder ihre Kleidung, oder ihren Gang zeigen wollen. In der zweiten Kaſte rennen die Gelehrten und Fetten, um ſich eine Motion zu machen, und weniger, um zu genießen, als um zu verdauen, was ſie ſchon genoſſen haben; in dieſes unſchuldige Fach ſind auch die zu werfen, die es thun ohne Urſache und ohne Genuß, oder als Begleiter, oder aus einem thieriſchen Wohlbehagen am ſchoͤnen Wetter. Die dritte Kaſte nehmen diejenigen ein, in deren Kopf die Augen des Landſchaftsmalers ſtehen, in deren Herz die großen Umriſſe des Weltalls dringen, und die der unermeß⸗ lichen Schoͤnheitslinie nachblicken. Ein vierte beſſere Kaſte, daͤchte man, koͤnnte es nach der dritten gar nicht geben; aber es gibt Menſchen, die nicht blos ein artiſtiſches, ſondern ein heiliges Auge auf die Schoͤpfung fallen laſſen.« Die Zahl derer, welche ſich zu den zwei letzten Kaſten bekennen, zu mehren, ſei das Hauptſtreben des naturwiſſenſchaftlichen Untecrichts auf einer jeden der hoͤheren Jugendbildung gewidmeten Auſtalt! Weſſen Gemuͤth aber bei der Betrachtung der Natur nicht von hoͤheren Gefuͤhlen durchdrungen und nicht von hoͤheren


