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Geſetze und Kraͤfte gegen ſie ſelbſt, ſchuͤtzt ſich ſo vor Gefahren und Unannehm⸗ lichkeiten, womit die Natur ihn bedroht, oder rettet ſich aus ſolchen, in welche Erſcheinungen der Natur ihn geſtuͤrzt haben. So lange ſich der Menſch den Be⸗ fehlen der Natur unterwirft, wird der Verbeſſerung ſeines phyſiſchen Wohlſeins kaum ein Ziel geſetzt werden koͤnnen; ſobald er ſich aber erkuͤhnt, die Geſetze der Natur zu durchkreuzen und ſeine Kraͤfte mit den ihrigen zu meſſen, wird ſie ihn ſogleich von ſeiner Ohnmacht uͤberzeugen und zur verdienten Strafe ſeiner Ver⸗ meſſenheit ziehen. So und noch auf vielfache andere Weiſe hat das Studium der Natur in der Lage des ganzen Menſchengeſchlechts die weſentlichſten Verbeſſerungen erzeugt, und die Menſchheit ſollte daher die Naturkunde als ihre groͤßte Wohlthaͤterin ehren und pflegen. Und doch ſind die großen Wohlthaten, welche unſer Geſchlecht den Fortſchritten der Naturwiſſenſchaft verdankt, nur Schritte zu immer groͤße⸗ ren. Denn ſo unbegraͤnzt dieſe Fortſchritte in extenſiver und intenſiver Hinſicht 1 bbenſo undegränzt muß ihr wohlthaͤtiger Einfluß auf den Zuſtand unſeres Geſchlechtes ſein.
1 Selbſt diejenigen Staͤnde, deren Berufsthaͤtigkeit nicht zunaͤchſt auf Foͤrde⸗ rung des materiellen Wohls der Menſchheit hingewieſen iſt, und nicht, wie die der ſogenannten praktiſchen Staͤnde, unmittelbar auf Kenntniß der Natur beruht, haben doch ſowohl bei der Ausuͤbung ihres Berufes, als in ihrem taͤglichen Le⸗ ben mehr oder weniger oft Gelegenheit, ſich von dem praktiſchen Nutzen der Na⸗ turkunde zu uͤberzeugen. Wie häufig wird ſich nicht der Kenner der Natur, zu⸗ mal wenn ſeine Stellung im buͤrgerlichen Leben ihm Einfluß auf ſeine Mitbuͤrger geſtattet, wie der Geiſtliche und der Beamte, in die Gelegenheit und den Stand verſetzt ſehen, durch weiſe Rathſchlaͤge und gute Beiſpiele das Emporbluͤhen jener practiſchen Berufszweige foͤrdern zu koͤnnen! Selbſt auf die Geſchaͤfte des Haus⸗ weſens vermag Naturkenntniß einen wohlthaͤtigen Einfluß auszuuͤben. Wie Man⸗ cher aus der Klaſſe der hoͤheren, ja der hoͤchſten Staͤnde, ſucht Erholung von anſtrengenden Geiſtesarbeiten, Aufheiterung des Gemuͤths, Troſt in Ungluͤcks⸗ faͤllen, Staͤrkung und Erhaltung des koͤrperlichen Wohlſeins bei ſolchen Beſchaͤf⸗ tigungen, welche durch die Anwendung von Naturkenntniſſen mit den erfreulich⸗ ſten Fruͤchten lohnen, z. B. Gartenbau und Blumenzucht! Nicht allein zur Er⸗ haltung der Hausthiere, der Culturgewaͤchſe, der Lebensmittel, Kleidungsſtuͤcke, Hausgeraͤthe und ſo vieler anderen Gegenſtaͤnde der Kunſt und Induſtrie reicht Naturkenntniß uns die wirkſamſten Mittel; ſondern ſie befaͤhigt uns auch, auf unſere Geſundheit und unſer Leben, ſo wie auf Leben und Geſundheit unſerer Angehoͤrigen und unſerer Nebenmenſchen ſchuͤtzend und erhaltend einzuwirken. Welchen uuſchaͤtzbaren practiſchen Werth aber erlangt Naturunterricht fuͤr Eltern und Erzieher dadurch, daß ſie ihnen den anziehendſten und nuͤtzlichſten Stoff zur Unterhaltung, Beſchaͤftigung, Belehrung und Bildung der ihrer Obhut und Sorge anvertrauten Jugend in arbeitfreien Stunden, zu Hauſe, wie auf Spaziergaͤngen


