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nie verſiegende Quelle der reinſten und edelſten Vergnuͤgun⸗ gen in ſeinen Erholungsſtunden eroͤffnet. Von verſchiedenen Zwei⸗ gen der Naturwiſſenſchaft gelten daher ganz beſonders die Worte Cicero's: De- lectant domi, non impediunt foris, pernoctant nobiscum, peregrinantur rusti cantur. Selbſt ein Herder, Rouſſeau, Goͤthe und Niemeyer erkennen in ihren Schriften dieſen unſchaͤtzbaren Werth der Naturkunde als eines Erziehungsmit⸗ tels der Menſchheit an, und ich moͤchte daher allen Eltern und Erziehern die Worte Schneiders in ſeiner Schrift»der naturkundliche Unterricht« zurufen: O fuͤhret Knaben und Maͤdchen, Juͤnglinge und Jungfrauen mit heiligem Sinn in das Heiligthum der Natur, eroͤffnet ihnen die Freudenſchaͤtze, die ſie darbietet, welche hoͤhere und reinere Ge⸗ nuͤſſe ſpenden, als die grobſinnlichen Freuden, welche auf man⸗ cherlei Weiſe von Juͤnglingen und Knaben nur zuoft geſucht werden.⸗ Wie ſehr iſt nicht Naturkunde hierdurch geeignet, die verderblichen Folgen des Muͤßiggangs, der Langenweile und ſo vieler zeittoͤdtenden mit ver⸗ derblichen Beſchaͤftigungen und Vergnuͤgungen zu verhuͤten.»Das Leben in der Natur wehrt der Entſtehung peſtartig um ſich greifender Ju⸗ gendſuͤnden, wehrt der geiſtesverwuͤſtenden Lehrſucht, der Spiel⸗ ſucht und andern Leidenſchaften, welche die Jugend um die Ju⸗ gend betruͤgen.« Dieſterweg.
Wie tief die Naturwiſſenſchaft in das Studium und die praktiſche Ausuͤbung der verſchiedenen Berufszweige der hoͤheren Staͤnde eingreife, iſt ſchon oben gezeigt worden. Und daß der Flor der Landwirthſchaft, der Induſtrie, des Berg⸗ baues, der Schiffahrt, des Handelsverkehrs von jeher auf den Fortſchritten der Naturwiſſenſchaft beruht hat, iſt eine durch die Erfahrung aller Zeiten und die Beobachtung aller Voͤlker beſtaͤtigte Wahrheit. Auf dieſen Flor aber gruͤndet ſich wieder das materielle Wohl der Voͤlker, und hierauf ihre finanzielle und po⸗ litiſche, ja am Ende auch ihre geiſtige Selbſtſtäͤndigkeit und Freiheit und die Bluͤthe der Kuͤnſte und Wiſſenſchaften. Durch die Fortſchritte der Naturwiſſen⸗ ſchaften haben ſich die Mittel zur Verbindung des Menſchengeſchlechts und zur Mittheilung unſerer Gedanken zu einer nie geahneten Vollkommenheit erhoben, und wie weit hierin die Menſchheit, von der Naturwiſſenſchaft geleitet, noch fort⸗ zuſchreiten faͤhig iſt, welcher Sterbliche vermag dieſes vorauszuſehen? Sollte aber Naturkunde nicht auch in dieſer Hinſicht unter die wirkſamſten Mittel zur Veredelung des Menſchengeſchlechtes gerechnet zu werden verdienen?
Die Naturkenntniß haͤlt den Menſchen von dem Streben nach Unmoͤglichkei⸗ ten ab, bewahrt ihn bei der Verfolgung an ſich erreichbarer Zwecke vor unpaſ⸗ ſenden oder gar ſeinem Zwecke entgegenwirkenden Mitteln, und reicht ihm da⸗ gegen die leichteſten und wirkſamſten, und ermuthigt ihn zu ſolchen Unterneh⸗ mungen, an welche er ohne ihre Huͤlfe gar nicht gedacht haben wuͤrde. Von der Hand der Naturkunde geleitet, benutzt er ſogar die Huͤlfsquellen der Natur, ihre


