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mentlich der Geographie und Geſchichte, den deutſchen Leſe⸗, wie den Ueber⸗ ſetzungs⸗ und Uebungsbuͤchern fremder Sprachen den geeignetſten Lehrſtoff lie⸗ fern, und der Inhalt ſolcher Buͤcher dadurch an Intereſſe und bildender Kraft fuͤr die Jugend bedeutend gewinnen, alſo der Sprachunterricht ſelbſt nicht wenig gefoͤrdert werden. Ohne Naturſinn und Naturkenntniß iſt nicht einmal ein all⸗ ſeitiges und gruͤndliches Verſtaͤndniß der alten Literatur denkbar. Denn viele ihrer ausgezeichnetſten Werke in Poeſie und Proſa ſetzen, um gruͤndlich verſtan⸗ den zu werden, ſchon ihres Inhalts wegen Kenntniß der Natur voraus. Außer⸗ dem koͤnnen eine Menge der ſchoͤnſten und erhabenſten Stellen ihrer Dichter und philoſophiſchen Schriftſteller nur dann in Wahrheit gefuͤhlt und verſtanden wer⸗ den, wenn eine von klarer Naturanſchauung belebte Einbildungskraft und ein von innigem Naturgefuͤhl durchdrungenes Gemuͤth in Verbindung mit Natur⸗ kenntniß dabei zu Huͤlfe kommt.»Wie ſehr unſeren Schuͤlern auch die unmit⸗ telbarſten Lebens⸗ und Naturanſchauungen fehlen, erfaͤhrt man am beſten bei der Erklaͤrung der alten und neuen Claſſiker, beſonders der Dichter, in den obern Claſſen, ſo daß oft nicht einmal anklingt, was man mit großem Zeitaufwande beibringt. Das wird aber in dem Grade beſſer und geſunder werden, als wir, ſtatt ihnen Excurſe zu geben, mit ihnen wenigſtens ebenſo oft Excurſionen machen, und wenn ſie erſt gelernt haben werden, daß die Sprachformen ſich in den Naturformen ſpiegeln.“ Fr. Kapp.»Wer die Alten, ohne die Natur zu kennen, ſtudiret, lieſet Noten ohne Text, und an Petrons Ausgabe in groß Quart uͤber ein klein Fragment ſich wenigſtens zum Doctor.⸗ Herder.»Die Aeſopiſche Fabel, die Lehrerin der Menſchheit, zumal der Jugend und des Volkes, beruht ganz auf der ewigen Beſtandheit und Conſequenz der Natur. Die ſchoͤnſten und eigentlichen Fabeln ſind herausgeriſſene Blaͤtter aus dem Buche der Schoͤpfung.« Herder. er dieſes Verhaͤltniß naturwiſſenſchaft⸗ licher Bildung zu den uͤbrigen Lehrgegenſtaͤnden naͤher erwaͤgt, wird gewiß in der Naturkunde einen ebenſo weſentlichen Theil des Gymnaſialunterrichts erken⸗ nen, als in der Geſchichte und Geographie. Wenn auch der Einfluß, welchen ein Unterrichtsgegenſtand auf das Leben hat, bei Beurtheilung ſeines Werthes fuͤr Gymnaſialbildung, nicht in den Vor⸗ dergrund treten darf, ſo iſt doch dieſer Einfluß keineswegs als eine gleichgiltige Seite gering zu ſchätzen, oder gar zu verachten; vielmehr iſt ein Lehrgegenſtand, in je hoͤherem Grade ſich bei ühm bildende Kraft mit praktiſcher Wichtigkeit ver⸗ bindet, um ſo wuͤrdiger, von der Jugend aller Staͤnde gekannt, und unter die Lehrgegenſtaͤnde einer jeden Unterrichtsanſtalt aufgenommen zu werden. Bei wel⸗ cher anderen Wiſſenſchaft aber moͤchten ſich dieſe beiden Vorzuͤge in ſolchem Grade vereinigen, wie bei der Naturwiſſenſchaft?—
Nicht allein fuͤr die Zeit der Jugend, ſondern fuͤr das ganze Leben von der ſegensreichſten Wichtigkeit iſt die Naturkunde aus dem Grunde, weil die Be⸗ ſchaͤftigung mit der Natur dem Menſchen eine unerſchoͤpfliche und


