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Saͤmmtliche Lehrobjecte der Paͤdagogien und Gymnaſien ſtehen unter einan⸗ der im genaueſten Zuſammenhange, in nothwendiger Beziehung und gegenſeitiger Wechſelwirkung, und ſind daher keineswegs als iſolirte, von einander unabhaͤn⸗ gige Ganze, ſondern vielmehr als Glieder Eines Organismus zu betrachten und zu behandeln.»Eine Wiſſenſchaft wird durch die andere belebt; in keiner, welche den Geiſt bildet, ſollten edle Geiſter fremd bleiben. Denn kein Geſchaͤft und keine Wiſſenſchaft hat eine ſo abgezaͤunte Sphaͤre, daß ſie nicht mit andern zu thun haͤtte; völlige Einſeitigkeit alſo in Einem Fache gebiert nichts, als Haß und Neid, unbillige Verachtung und taube Un⸗ ſchicklichkeit gegen jedes andere, das uns vielleicht zunaͤchſt graͤnzet.« Herder. Ganz beſonders gilt dieſes aber von der Naturkunde, von welcher man in dieſer Hinſicht mit Recht ſagen kann, daß es nicht einen einzigen Lehrgegenſtand gebe, der nicht zu ſeiner Belebung, ſeiner Verdeutlichung, ſeinem gruͤndlichen Verſtaͤndniſſe mehr oder weniger von naturwiſſenſchaftlichen Kennt⸗ niſſen Gebranch zu machen Gelegenheit faͤnde. Der geographiſche Unter⸗ richt, ſoll er mehr, als ein leeres Verzeichniß von Namen und Zahlen, als ein Spiel mit Bildern, als eine Beſchaͤftigung des ſinnlichen Anſchauungsvermoͤgens ſein, kurz, ſoll er wahrhaft bildend auf Verſtand und Gemuͤth des Knaben wir⸗ ken, bedarf außer der Geſchichte hauptſaͤchlich der Naturkunde als eines noth⸗ wendigen Huͤlfsfaches. Zum Verſtaͤndniſſe der Eigenthuͤmlichkeiten des Clima's und der Bodenbeſchaffenheit eines Landes bedarf man Naturkenntniſſe; die Ge⸗ birgskunde ſtuͤtzt ſich auf Mineralogie; die Productenlehre gibt ohne Kenntniß der Naturgeſchichte leere Namen; Charakter, Lebensweiſe, Beſchaͤftigung, Cultur⸗ zuſtand der Voͤlker iſt von der natuͤrlichen Beſchaffenheit der Laͤnder bhängig: der ganze mathematiſche und phyſikaliſche Theil der Erdkunde iſt nur eine An⸗ wendung naturwiſſenſchaftlicher Lehren. Auch der Geſchichtsunterricht ſetzt nicht ſelten Naturkenntniſſe voraus; denn die Schickſale und politiſchen Verhaͤlt⸗ niſſe der Voͤlker ſind nicht ſelten die Folgen der Naturbeſchaffenheit der Laͤnder und großer Naturereigniſſe; die Culturgeſchichte ſpricht von vielen, fuͤr die Ge⸗ ſchichte der Menſchheit, wie einzelner Voͤlker und Staaten, aͤußerſt folgenreichen Erfindungen und Entdeckungen, deren Verſtaͤndniß Naturkenntniſſe verlangt. Die Naturkunde nennt Kapp mit Recht das organiſche Mittelglied zwiſchen Erd⸗ und Geſchichtskunde. In ſehr enger Beziehung ſteht ferner Naturkunde zur Mathe⸗ matik.»Das ideale Studium der Mathematik hat ſein reales an der Natur⸗ wiſſenſchaft.« Deinhardt. Und wie vielfaͤltige Anwendung finden nicht natur⸗ wiſſenſchaftliche Kenntniſſe in dem Religionsunterrichte Selbſt fuͤr den geſammten Sprachunterricht iſt Naturkunde aus mehr, als einem Grunde, ein wuͤnſchenwerthes, ja in vielen Faͤllen nothwendiges Huͤlfsmittel. Der deutſche Sprachunterricht entlehnt, beſonders auf den unterſten Stufen, aus dem Gebiete der Naturkunde den zweckmaͤßigſten Stoff fuͤr muͤndliche und ſchriftliche Sprach⸗
uͤbungen. Sie wuͤrde in Verbindung mit den uͤbrigen Schulwiſſenſchaften, na⸗


