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ſittliche Veredelung der Jugend ſchon dadurch zu wirken vermag, daß er dem Lehrer die beſte Gelegenheit darbietet, durch geeignete Belehrung und Warnung zur Verhuͤtung und Unterdruͤckung der oft peſtartig verbreiteten geheimen Jugend⸗ ſuͤnden beizutragen. 1
Dieſes moͤge genuͤgen, um die Grundloſigkeit und Ungerechtigkeit jener Au⸗ klagen zu zeigen, womit man gegen den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht beſon⸗ ders auch in Bezug auf ſein Verhaͤltniß zur moraliſchen und religioͤſen, wie uͤberhaupt zur hoͤheren ideellen Bildung aufgetreten iſt, z. B. Thierſch uͤber Ge⸗ lehrtenſchulen III. B. II. Abth. S. 254. Welchem vernuͤnftigen Lehrer der Na⸗ turkunde wird es einfallen, Gegenſtaͤnde und Verrichtungen zu beſchreiben, wo⸗ durch das ſittliche Gefuͤhl der zarten Jugend beleidigt oder gefährdet werden koͤnnte? Darſtellungen, welche fuͤr ſtreng wiſſenſchaftliche Auffaſſung eines Ge⸗ genſtandes nothwendig ſind, erſcheinen nicht ſelten vom Standpunkte der Paͤda⸗ gogik aus alſo durchaus unweſentlich, oder laſſen ſich auf eine ſolche Weiſe ge⸗ ben, daß ſie das Gefuͤhl der Jugend nicht im mindeſten verletzen. Wer wird die griechiſchen und römiſchen Claſſiker aus den Schulen als gefaͤhrlich fuͤr die Moralität der Jugend verbannen wollen, weil ſelbſt in den gelehrteſten Autoren Schriften und Stellen vorkommen, deren Lectuͤre und Erklaͤrung in Wahrheit jene Beſorgniß erregen koͤnnte?
Ihren hoͤchſten Werth als Unterrichtsgegenſtand der Gelehrtenſchule erhaͤlt die Naturkunde durch ihre Geiſt und Gemuͤth bildende Kraft; allein als einen beſonderen Vorzug dieſes Unterrichtsgegenſtandes muß ich noch ſeinen wichtigen Einfluß auf Ausbildung und Kraͤftigung des Koͤrpers erwähnen. Der mit Diaäͤtetik verbundene anthropologiſche Unter⸗ richt iſt fuͤr die Jugend ein vortreffliches Mittel zur Foͤrderung und Erhaltun ihres koͤrperlichen Wohlbeſindens. Sehr heilſam wirkt in dieſer Hinſicht auch der Unterricht uͤber Mineralogie und Botanik, indem er die Jugend ſo viele fuͤr Geſundheit und Leben gefaͤhrliche Mineralſtoffe und Pflanzen kennen lehrt. Die naturgeſchichtlichen Excurſionen und das Sammeln der Naturgegenſtaͤnde fuͤhren hinaus in das Freie, und geben mannichfache Gelegenheit zur Uebung koͤrperlicher Kraft und Gewandtheit. Mit vollem Rechte ſagt daher Dieſterweg:»Je mehr die Jugend in der Natur lebt, je weniger ſie zu ſitzen und zu lernen hat, deſto weniger bedarf es einer beſonderen Gymnaſtik mit kuͤnſtlichen Apparaten. Je mehr dagegen die Jugend von der friſchen, freien Natur entfernt lebt; je mehr ſie zu lernen und zu ſtudiren hat, deſto nothwendiger werden Anſtalten fuͤr Leibesuͤbungen aller Act.« Ebenſo Deinhardt:»Mit Recht wird ver⸗ langt, daß der Gymnaſiaſt dem Naturleben nicht entzogen werde, damit er einen offenen Sinn fuͤr ſeine Schoͤnheit und Zw eckmaͤ⸗ ßigkeit erhalte, und durch den Umgang mit der Natur ſeine Koͤr⸗ perkraft und Geſundheit bewahre.«
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