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als wahre Inſiegel und Gepraͤge des Schoͤpfers in ausgeſuchten Linien auf die Geſchoͤpfe gepraͤgt, wodurch eben die Dinge Wahrheit und Pfaͤnder der Wahr⸗ heit werden. Und wem waͤre nicht die tiefe Religioͤſitaͤt eines Newton und Keppler, jener Heroen der Naturkunde und Mathematik, bekannt? Keppler ſagte, er denke Gott ſeine Gedanken nach, und religioͤſe Ehrfurcht durchſchauerte Newton, als er zum erſtenmal von der Einſicht in das große Weltgeſetz erfuͤllt wurde. Wenn der geiſtreiche und tiefſinnige Dichter Novalis ſagt, und der gelehrte Theologe Staudemaier es wiederholt: Die reine Mathematik iſt Religion; ſo darf auch Dieſterweg ſagen: Die Mechanik des Him⸗ mels iſt Religion! Und ſollte dieſer Ausſpruch nicht mit gleichem Rechte auch auf die geſammte Naturkunde angewendet werden?»Wie die Natur in Gott iſt, und ihre Geſetze ſeine Geſetze ſind, ſo hat die Natur⸗ wiſſenſchaft, wie jede Wiſſenſchaft, ein theologiſches Element. Darum kann man Religion lehren, ohne zu predigen, ohne Theo⸗ loge zu ſein.« Dieſterweg.»In dieſer Beziehung(naͤmlich in der, daß der Religionsunterricht religioͤſe Geſinnung und Anſicht der Dinge bewirken ſolle) wird oft nicht genugſam erwogen, daß dieſer Zweck durch jeden Unterricht in der Natur und Geſchichte befoͤrdert und theilweiſe erreicht werden kann. Weiß.
Da die Naturkunde gerade auf dieſer Seite in der neueſten Zeit ſelbſt von gelehrten Paͤdagogen und Philologen die ungerechtigſten Angriffe zu beſtehen ge⸗ habt hat 1¹), ſo will ich uͤber ihr religioͤſes Bildungsmoment noch einige ſchoͤne Stellen aus paͤdagogiſchen Schriften unſerer Zeit anfuͤhren.
» Es gibt nichts, was ſo leicht das heilige Feuer der Andacht in dem Her⸗ zen anfacht und zur Verehrung des Schoͤpfers aufruft, als der Hinblick auf die große, wunderbare Fuͤlle und Ordnung ſeiner Werke; nichts, was das Gemuͤth ſo erfriſcht, als die Vertiefung in die Unſchuld und Freuden der Schoͤpfung; nichts, was die Stunden der Ermattung von den Geſchaͤften des Berufs ſo wohlthaͤtig und kraͤftig ausfuͤllt, als eine ſinnige Beſchaͤftigung mit der Natur. Mit Recht ſagt Cato, der Landmann habe die wenigſten boͤſen Gedanken. So lane in einem Herzen die Freundſchaft fuͤr die Natur noch nicht erloſchen iſt, bleibt es fuͤr alles Edle und Hohe offen. Dieſe Freundſchaft kann aber nur durch die Bekanntſchaft mit ihr genommen und unterhalten werden. Ich be⸗ trachte alſo eine Anleitung zu Pflanzen⸗ und Mineralienſamm⸗ lungen und Excurſionen, welche der erheiternden Beobachtung und Erforſchung der Natur gewidmet ſind, fuͤr einen nothwendi⸗
en Beſtandtheil einer guten Erziehung. Schmitthenner.»Gott of⸗ ſenbart ſich auch in der Natur, wie er ſich in der Menſchheit und in ſeinem
1) Auch die Claſſiker der Griechen und Roͤmer haben ahnliche Verunglimpfungen über ſich muͤſ⸗ ſen ergehen laſſen. Vergl. Eyth Claſſiker und Bibel in den niederen Gelehrtenſchulen. 2 Sdch. 1838 u. 1830, 12— 2


