Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 2. Teil
Entstehung
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finden, welche dem Materialismus und religioͤſen Indifferentismus huldigen, ſo lehrt doch die Erfahrung aller Zeiten, daß mit gruͤndlicher Naturkenntniß ebenſo oft das tiefſte religioͤſe Gefuͤhl und der feſteſte chriſtliche Glaube verbunden iſt. So ſagt der geiſt⸗ und gemuͤthvolle Schubert, welcher unter den Naturfor⸗

atur, im Vergleiche mit dem heiligen Buche der Offenbarung, nur wie ein un⸗ ter den Ruinen einer zerſtoͤrten Stadt ſtehender, mit Hieroglyphen beſchriebener Obelisk erſcheint, deſſen Bilderſprache zum Theil dem jetzigen Geſchlechte unver⸗ ſtaͤndlich geworden, zum Theil ſogar von Feindes Hand verſtuͤmmelt und ver⸗ wiſcht iſt, ſo laͤßt ſich doch aus guten Gruͤnden Pfalm 19, 2 und Roͤmer 1, 20 eine Uebereinſtimmung des Inhalts jener Bilderſprache, die ja urſpruͤng⸗ lich auch eine Offenbarung Gottes an den Menſchen war, damit er ſie deute und auslege., mit dem Inhalte der heiligen Schrift behaupten und nachweiſen.« Dieſelbe tiefe Religioͤſitaͤt ſpricht ſich in des juͤngeren Her⸗ ſchel Einleitung in die Naturwiſſenſchaft aus, wo er z. B. ſagt:»Der Natur⸗ forſcher ſieht uͤberall, daß, wie ſehr ihm auch das laͤngſte Leben und die groͤßte geiſtige Kraft Faͤhigkeit zu eigenen Entdeckungen und Zeit zu Benutzung fremder eben mag, dies Alles nur dazu dienen kann, ihn an die wahre Grenze der Wiſ⸗ fenſchaft zu fuͤhren und ihm einen entfernten Blick in jene unermeßlichen Reiche zu geſtatten, wohin noch kein menſchlicher Gedanke gedrungen iſt, die aber, er iſt es uͤberzeugt, jenem hoͤheren Weſen, deſſen Spuren er durch die Schoͤpfun verfolgt, ebenſo bekannt ſein muͤſſen, als die auffaͤlligſten Wahrheiten, die er ſelbſ taͤglich zu den gemeinſten Zwecken verwendet. Iſt es zu verwundern, wenn ein ſo eingerichtetes Weſen zuerſt die Hoffnung und nach und nach die Ueberzeugung gewinnt, daß ſeine geiſtige Exiſtenz nicht mit der Aufloͤſung ſeiner koͤrperlichen

welcher von gewiſſen, wohlmeinenden, aber ſicher ſchwachſinnigen Perſonen dem Studium der Naturwiſſenſchaft emacht worden iſt, daß es in ſeinen Anhaͤngern eine ungehoͤrige und ſich ſelbſt uͤberhebende Selbſtgenuͤgſamkeit erzeuge, zum Zwei⸗ fel an der Unſterblichkeit der Seele, an geoffenbarter Religion verleite. Die

ſich uͤber die Wirkung gruͤ dlicher Naturkenntniß auf das religioͤſe Gefuͤhl ſo aus:»Eine gruͤndliche Naturforſchung fuͤhrt nicht von Gott ab,

ganze Groͤße Gottes in der Natur erkennen, und ſelbſt dadurch zum rechten Ernſte des Lebens gelangen. Die goͤttlichen Ideen ſind

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