Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 2. Teil
Entstehung
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Es iſt ein Gott! ſo ruft uns die Natur, Der ganze Bau der Welt zeigt ſeiner Haͤnde Spur; Den unermeßnen Raum, in deſſen lichten Hoͤhen Sich tauſend Welten drehn und tauſend Sonnen ſtehen, Erfuͤllt der Gottheit Glanz..

A. v. Haller.

Herr! es verkuͤndigt dich der Wandelſterne Glanz,

Durch alle Himmel toͤnt ſeraphiſcher Geſang.

Die ganze Schoͤpfung ſchwebt in ew'gen Harmonien,

So weit ſich Welten dreh'n, und Sonnenheere gluͤ'hn. Matthiſſon.

»Dich predigt Sonnenſchein und Sturm,

Dich preißt der Sand am Meere,.

Bringt, ruft auch der geringſte Wurm,

Bringt meinem Schoͤpfer Ehre!

Mich, ruft der Baum in ſeiner Pracht,

Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht;

Bringt unſerm Schoͤpfer Ehre.«

Aus dem Kirchenliede:»Wenn ich, o Schoͤpfer, deine Macht« u. ſ. w.

Die Weiſen aller Zeiten und aller Voͤlker haben aus der Natur ihren Schoͤpfer erkannt; allen Voͤlkern hat ſie das Daſein eines hoͤchſten Weſens ge⸗ predigt, und nicht allein die Philoſophen des heidniſchen Alterthums, wie Plato im Timaͤus, Cicero in ſeinem Werke»de natura deorum,« Seneca in ſeiner Schrift de beneficiis,« Epiktet im Enchiridion, ſondern auch die gotter⸗ leuchteten Verfaſſer der heiligen Urkunde unſerer Religion fuͤh⸗ ren den Menſchen hin zur Natur, als der erſten Quelle religioͤ⸗ ſer Wahrheit, Ueberzeugung und Hoffnung. Wie viele der erhaben⸗ ſten und ergreiſendſten Stellen im alten, wie im neuen Teſtamente ſind hiervon redende Beweiſe. Man vergleiche nur: Pſ. 19, 2 4. 6 7. 33, 6. 7. 8, 3. 4. 104, 95, 3. 6. 145, 1516. 36, 6. 7. 8, 5 10. Sir. 43, 2- 11. 42, 23 26. 43, 36. Hiob. 38, 4 ff. 28. 36, 26 33. Cap. 37 41. Jeſ. 40, 26. Dan. 4, 32. Weish. 13. Spr. Sal. 3, 19. 20. Matth. 6, 26 30. 10, 29 31. Joh. 3, 8 Apoſtelg. 17, 24 28. Noͤm. 1, 19. 20. 1 Kor. 15, 37 41. Matth. 5, 34. 35. Offenb. 4, 11. und viele andere Stellen. Ja der Erloͤſer ſelbſt zeigt ſich in den ſchoͤnen und ergreifenden Bildern und Gleichniſſen, deren er ſich ſo oft bedient, um die Menſchen zu belehren, zu troͤſten, in ihrem Glau⸗ ben zu ſtaͤrken, als einen Freund und Vertrauten der Natur. Sollte uns nicht ſein Wort und Beiſpiel, wie das ſeiner Apoſtel und das der frommen Weiſen des alten Teſtaments, die lebendigſte und ſtaͤrkſte Aufmunterung ſein, auch un⸗

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