Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 2. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

Zweiter Curſus. Aus den in dem erſten Curſus beſchriebenen Familien werden die wichtigſten Gattungen hervorgehoben und mit Hilfe der Anſchauung beſonders charakteriſtiſche Arten beſchrieben. Nach Beendigung dieſes Curſus folgt eine kurze Darſtellung der geographiſchen Verbreitung der Thiere und Pflanzen.

Der dritte Curſus zerfaͤllt in drei Abſchnitte. Der erſte Abſchnitt ent⸗ wickelt an vorliegenden Naturkoͤrpern die Artkennzeichen, indem er aus den in dem vorhergehenden Curſus beſchriebenen Gattungen einige wichtige Arten her⸗ vorhebt und die Artkennzeichen derſelben aufſuchen laͤßt. Den Beſchluß dieſes Abſchnittes macht eine Syſtematik des Thierreichs. Der zweite Abſchnitt enthaͤlt die Grundzuͤge der Geognoſie und Geologie, der dritte die Phyſiologie der Thiere und Pflanzen. Zweckmaͤßiger wuͤrden dieſe zwei letzten Abſchnitte, wie von Luͤ⸗ ben bei der analytiſchen Methode, zu einem vierten Curſus vereinigt.

In einer etwas verſchiedenen Weiſe fuͤhrt dieſe Methode Eichelberg in ſeinem methodiſchen Leitfaden der Naturgeſchichte, Zuͤrich 1839 u. 40, in 3 Ab⸗ theilungen, durch. Ueber das Princip, welches er ſeiner Methode zu Grunde legt, ſpricht er ſich ſo aus:»Der naturgeſchichtliche Unterricht in den unteren und mittleren Klaſſen hoͤherer Lehranſtalten gehe von einer erſchoͤpfenden Be⸗ trachtung der aͤußeren und inneren Organiſation der Individuen aus, ab⸗ ſtrahire aus den dadurch erlangten Ideen zunaͤchſt die leichter auffaßbaren hoͤhe⸗ ren Deſinitionen des Syſtems und ſuche jene, welche der Natur der Sache nach anfangs nur unvollkommen ſein koͤnnen, durch fortgeſetztes Betrachten mehrerer, zu einer Gruppe gehoͤrigen Individuen und durch Aufſuchen der gemeinſamen und unterſcheidenden Merkmale derſelben allmaͤhlig zu vervollſtaͤndigen und zu berichtigen.« Zuerſt werden die Begriffe Koͤrper, Kunſt- und Naturkoͤrper ent⸗ wickelt, und die Eintheilung der letzteren in organiſche und unorganiſche, ſo wie in drei Reiche gezeigt, und deren Merkmale angegeben. Der Beſchreibung eines jeden Reiches geht nun eine kurze Organographie und Syſtematik voran, welche durch Vorzeigung von Praͤparaten oder genauen Zeichnungen die noͤthige Veran⸗ ſchaulichung erhalten ſollen.(Das beſte Veranſchaulichungsmittel werden ſchon hier, wo es der Sache nach angeht, beſonders bei Beſchreibung aͤußerer Organe und in der Botanik, wirkliche Naturkoͤrper liefern.); in der Mineralogie tritt an die Stelle der Organographie eine Morphologie(die Lehre von den allgemeinen inneren und aͤußeren Formverhaͤltniſſen), eine Oryktophyſik(Lehre von den phy⸗ ſiſchen Verhaͤltuiſſen der Mineralien) und eine Oryktochemie(Lehre von ihren chemiſchen Verhaͤltniſſen). Hierauf folgt die Beſchreibung der Hauptformen der Naturkoͤrper und deren Vergleichung in einem jeden Reiche nach zwei Stufen. Die erſte Stufe handelt von den Klaſſen. Als Repraͤſentanten derſelben dienen bekannte Naturgegenſtaͤnde der verſchiedenen Klaſſen. Dieſe werden als⸗ Individuen den Schuͤlern zur genauen Betrachtung vorgelegt, alle ihre aͤußeren und inneren Organe und deren weſentliche Merkmale werden von denſelben auf⸗ geſucht, und ſo eine ausfuͤhrliche Beſchreibung zuerſt des aͤußeren, dann des in⸗