Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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vocati d. h. doch wohl die(dann auch ausdrücklich genannten) Jsenburger, welche Vögte des Klosters waren, das den Hof erhielt, nicht Bruno's Vettern, welchée ja cohere- des, Mitbesitzer des Allodiums, keine coadvocati waren, eidlich zu halten versprochen, non obstante, heisst es weiter, quod nos et predicti consanguinei nostri, domini de Ysenburg, ecclesie de Rumerstorph dicimur advocati.

l)a also die Jsenburger Familien 1334 Rommersdorf ihr Kloster nennen, das sie (als Familien-Fideicommissgut) zusammen schützen wollen, da wir bei wichtigeren, dasselbe betreffenden Begebenheiten bis 1210 hinauf die Häupter der Familienzweige als zusammenwirkend verfolgen können, da sie sich gegenseitig 1263 und 1266 coadvocati des Klosters nennen und selbst da, wo sie auf Einzelvogteien verzichten, doch noch Vögte des Klosters Rommersdorf bleiben, so dürfte wohl die An- nahme einer den Majoratsherrn gemeinschaftlichen Obervogtei sich als berechtigt er- geben. Dass zuletzt die Linie Büdingen in den Hintergrund tritt, dass sie und die mitt- lere Jsenburg-Grensauer Linie nach dem Erbstreit als ausgeschlossen von der Teilhaber- schaft an Stammburg und Familienvogtei erscheinen und es blieben, wenigstens keine Beweise der Teilhaberschaft gefunden werden, erklärt sich auch daraus, dass die Büdinger, weitab wohnend, weniger Interesse mehr an dem Kloster hatten, die mittlere Gren- sauer Linie aber mit dem dritten Herrn, Philipp II., 1439 schon ausstarb 20⁰), endlich daraus, dass das Erzstift Trier nach und nach so vielfacher Lehnsherr der rheinischen Isenburger geworden war, dass z. B. die Besitzungen des letzten Herrn von Arenfels

grösstenteils aus Trierischen Lehen bestanden 201). An Trier hatten jene daher eine mächtige Stütze.

Nach alle dem wird man es nicht unwahrscheinlich finden können, dass auch Ger- lach II., der, wie wir jetzt glauben, älteste Sohn des ersten Begründers der Abtei, Rembolds I., schon an der Vogtei über sie, die wir als eine Familienstiftung betrach- tet sehen, teilgehabt habe, wenngleich aus jener Zeit, wo die Quellen noch spärlich fliesen, keine Nachweise, ausdrückliche Nachweise aber darüber überhaupt nicht vorliegen.

Gerlach II. müsste von der Abtei des hl. Eucharius in Trier, später Abtei des hl. Matthias genannt, auch die Vogtei von Villmar 20²) gehabt haben, wenn die ziemlich allgemeine Annahme richtig wäre, dass das Jsenburgische Haus, weil darübernach altem, mindestens ins 12. Jahrhundert hinauf reichendem Herkommen Lehenbriefe weder gegeben noch genommen wurden* 203), sie sehr frühe, 1154, bekommen habe; die Ab- tei selbst besass Villmar seit 1053 mit dem Recht, sich einen Vogt zu wählen. Urkund- lich nachweisbar als im Besitze der Vogtei ist indessen erst Heinrich II. im J.

200) Simon II S. 180 ff. 201) Vgl. den Lehenbrief des Erzbischofs Cano vom J. 1371 bei Fischer II S. 122 f., auch Reck S. 116. 2²⁰²) zu welchem nach einer Urkunde Erzbischof Hillins v. 1154(Mitt. Urkdb. I S. 637) und einer Papst-Urkunde v. 1155(Mitt. Urkdb. I S. 646, Görz, Mitt. Reg. II S. 21) ge- hörten die Dörfer( villae) Bricheme(nur Oberbrechen nach der Urkunde sie ist ein Dup- likat nach Beyer über die Schenkung des Königsguts an die Abtei vom J. 1053 bei Kremer Or. N. IIS. 131; das Originals. Mitt. Urkdb. I S. 395: es gibt die Pertinenzien nicht einzeln an). Wilre(Wey- er). Velde(bei Bergen, verschwunden nach Vogel S. 784), Klein-Villmar(bei Runkel, auch ver- schwunden. Vogel S. 793), Aremvurt(Arfurt), Zultebach(wahrscheinlich Falkenbach nach Vog. S. 796). Selebach(Selbach), Ober- und Nieder- Humenowe(Aumenau), Hunnenberg(oder- bach nach Vogel S. 796, jetzt Blessenbach mit Laubuseschbach), Verdenwert, Clappach und Treis- wert(die jetzigen Hôfe Fürfurt Beyer hat ein? bei Verdenwert im Mitt. Urkdb. I S. 813, Nieder- u. Obergladbach und Traisfurt). Die genannte Urkunde von 1053 bei Kremer führt auch noch Degerenbach(nach Vogel S. 797 Hof Dernbach, jetzt Hofruine zwischen Aumenau und Lang- hecke) und infolge eines Lesefehlers Schopbach(statt Gladpach, s. Vog. S. 793 Anm. 5) auf. Für den Wert der Vogtei kann einen ungefähren Anhalt geben, dass sie mit den Zugehörungen* im J. 1439 nach der Urkunde bei Fischer II S. 141 ff. für 6000 rhein. Gulden verpfändet ist(nach Simon II, S. 181 u. III S. 250 nur die halbe Vogtei.? 203) Simon II S. 72, vgl. I S. 230 f. u. Progr. II S. 18.