Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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geerbt haben. da diese Kinder hatten, der damalige Magdeburger Bunggraf Burchard aber ein Bruderssohn Gebhards war. 136). Nur darf man vielleicht ars dem Kauf Ruprechts von Nassau schliessen, dass auf demselben Wege des Kaufs, etwa gerade an seinen Bruder Heinrich den Reichen. welcher der alleinige Eigentümer sämtlicher Nassauischen Besit- zungen wurde 137), der Anteil an der Burg Laurenburg von den so weit entfernt wohnenden Querfurtern übergegangen sei, wie wohl anch der Leiningische Anteil an Wiesbaden. Wie nämlich dieses Leiningischen Mitbesitzes von Wiesbaden wenigstens zur Zeit König Adolfs, wo immer es als Nassauischer Besitz genannt wird, keine Erwähnung geschieht 138) und dann Stadt und Herrschaft Wiesbaden stets als Eigentum der Nassauischen Grafen erscheinen, so wird auch Laurenburg mit der Esterau als schon zur Zeit der Nassauischen Hauptteilung 1255 rein Nassauische Besitzung angesehen. obwohl sie gleich Wiesbaden in der Teilungsurkunde nicht erwähnt sind 139) und 1362 Diez einen Teil davon. die Hälf-

te. scheint es. hat. eine Teilhaberschaft, die man nur durch Vermutungen zu erklären weiss 140).

Wenn man wegen der Gleichnamigkeit der beiden Luckarden Anstand nehmen woll- te. sie für Schwestern gelten zu lassen. so müsste man eine andere Möglichkeit dürfte es. soweit wir Personen und Besitzverhältnisse kennen, wohl kaum geben die Burggräfin Luckarde für eine seither unbekannte Tochter von Graf Heinrichs I. von Nassau Tochter Agnes halten. die wahrscheinlich den Grafen Heinrich I. von Sayn zum Ge- malul hatte 141), und als deren Kinder nur der selbst kinderlose Heinrich II.(+ 1246), dann Adelheid. Gemahlin Gottfrieds II. von Spanheim und nach dessen Tode Eberhards von Eberstein 142), endlich Agnes, Gemahlin Graf Heinrichs von Bliescastel 143) und später eines Herrn von Hunolstein 144), pekannt sind. Da die Sayner Grafen urkundlich 1221 145) eine Gerichtsbarkeit zu Mensfelden und in alten Zeiten die Herrn von Schaumbuig daselbst die niedere Gerichtsbarkeit über die Leibeigenen hatten 146). so könnte das dann vielleicht als Hinweis gelten, dass die den Saynern um 1221 in Mensfelden zustehenden Rechte von Schaumburgischem Besitz derselben dort herrührten, und dass hinwiederum die Rechte der Querfurter auf Schaumburg zu erklären seien aus einer etwaigen Ver- wandtschaft mit Sayn. Woher aber dann die Rechte der Querfurter auf Leiningen. Lau- renburg, Westerburg? Wir betrachten also die Burggräfin Luckarde als eine Tochter Ruprechts von Nassau.

Wie endlich der vierte Teil von Westerburg in den Besitz des Grafen Ruprecht von Nassau und seiner Gemahlin Elise gekommen sei, darüber ist es kaum möglich, nur eine Vermutung auszusprechen. Westerburg wird 1210 ¹⁴7) zum ersten Male genannt 148) und ist da unter Siegfried III. mit Runkel vereinigt 149). Und dieser Siegfried er- scheint in der oben(S. 9) erwähnten Schaumburger Urkunde von 1217 gleich hin-

Deutschordensbruder nachweislich noch 1237. S. Schlieph. I S. 420 f. 1¹3³) Ob ein Zusammenhang von Burchards Hörigen- Besitz mit den Besitzungen des Domstifts Magdeburg am Rhein bestand es wa- ren um 1100 die Klöster Hagenmünster bei Mainz u. Kesselheim bei Coblenz, die Stadt Oberwesel u. die Reichsburg Schönburg dort, ferner Jugenheim, Huffelsheim und Treisa im Nahegau(s. v. Mülverstedt Regesta archiepisc. Magdeb. 3 Bde, 1876 86. 1 S. 77 Nr. 190, S. 78 Nr. 192, S. 119 Nr. 273, S. 350 Nr. 879, S. 479 Nr. 1199; II S. 228 Nr. 505, S§. 273 Nr. 592 u. Vuy, Gesch. des Trechirgaus u. von Oberwesel. 1885, S. 84 fl. u. 161; Köllner, Bolanden S. 271; de Lorenzi, Beitrge z. Gesch. der Trier. Pfar- reien, II, 1887, S. 20), von denen als letzte, wie es scheint, Oberwesel um diese Zeit, nach Vuy l. c. S. 91 etwa 1233, für das Stift endgiltig verloren ging, lässt sich nicht sagen. 137) Arnoldi I S. 27, Vogel S. 308, Schlieph. I S. 376. 138) Schlieph. I S. 402. 139) Arnoldi I S. 41 Anm. u. II S. 25; Vogel, S. 319. Schlieph. I S. 464 f. 1¹40) S. Arnoldi u. Schlieph. l. c. 141¹) Vogel S. 302, Schlieph. I S. 433. 379, 269. 1¹4²) Lehmann, Geschichte d. Grafen v. Spanheim, 1869, I S. 25. 143) J. M. Kremer, Gesch. des Ardennischen Geschlechts, 1785, I S. 87 f. 1¹44) nach Görz, Mitt. Reg. III S. 157. 145) Arnoldi II S. 30 Anm. Vgl. Görz, Mitt. Reg. II 550. 146) Arnoldi II S. 30 Anm. Ueber die Verwandtschaft der Gra- fen v. Sayn u. v. Diez s. Progr. III S. 2 f. A. 22. 1¹47) nicht 1219. wie Vogel S. 734 sagt. 148) Mitt. Urkdb. II'S. 286 ff., Görz II S. 307 f. 149) S. Lehmann, Gesch. d. Dynasten v. Westerburg, 1866, S. 9.