Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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und Gemahlin des Burggrafen Gebhard V. 123) von Querfurt 12¹). Nun ist freilich von einer Schwester Luckardens von Virneburg nichts bekannt. Die Gemahlin Gebhards heisst sogar auffälliger Weise ebenfalls Luckarde, wie ich jetzt gesehen habe 125) im Progr. III konnte ich den Namen noch nicht angeben, gleich ihrer Schwester. Und für die- selbe Person mit der Virneburger Gräfin, indem man etwa eine zweite Ehe annähme, kann man die Querfurter Burggräfin nicht halten; denn jene kommt mit ihrem Gemahl Her- mann 126) 1204 und 1217 in Urkunden vor, Hermann überlebte sie, die 1222 als tot er- cheint. sogar noch lange 127), während der Gemahl der Luckarde von Querfurt 1213 tarb 128). Indessen es haben ja gar nicht selten mehrere Geschwister denselben Tauf- namen bekommen, auch ohne dass das erste Kind etwa zur Zeit der Taufe des oder der päter geborenen gestorben war 129). Für die Zugehörigkeit Luckardens von Querfurt zur Nasanischen Grafenfamilie spricht auch das mit, dass ein Sohn von ihr 130), der Erz- wischof Ruprecht von Magdeburg(1260 66), eben diesen Namen Ruprecht führt, der vorher bei den Querfurtern uns nicht begegnet und bald nachher auch wieder verschwin- det. Es kommt dazu, dass Luckarde einer anderen Familie mit einiger Sicherheit bis jetzt nicht hat zugewiesen werden können, obgleich Spangenberg 131) sie eine geborene Gräfin von Kevernburg nennt und von Arnstedt 132) sie als eine Edle von Arnstein(in d. preuss. Provinz Sachsen unweit Mansfeld) zu erweisen sucht 133). Ausser dem Erb- vergleich von 1222 kenne ich nur noch eine einzige Urkunde, welche auf Beziehungen der Nassauischen Grafen zu den Querfurtern hinweist. Es ist die von Schliephake 1 S. 422 f. angeführte und jetzt im Nassauischen Urkundenbuch La S. 291 abgedruckte Schenkungsurkunde Heinrichs(des Reichen) und seines Bruders Ruprecht ihr Grossvater und der von Ruprecht, dem Gemahl, wie wir annehmen, der Elisabeth(von Isenburg) und Vater unserer beiden Luckarden, waren Brüder 134) vom Jahre 1230 135). Danach schenkt Ruprecht für sich allein dem deutschen Orden, in den er um diese Zeit selbst eintritt, die Kirche zu Oberlahnstein und unter anderem auch die Hörigen(vlitones), die er von Burchard, dem Burggrafen von Magdeburg. gekauft habe. Ein verwandschaftli- ches Verhältnis wird mit dem hier erwähnten Kauf freilich nicht bewiesen. Auch kann Burchard die Hörigen nicht wohl von Luckarde oder ihrem Gemahl Gebhard IV.(od. V.)

123) 1188 1213, 1213 nach Hopf I S. 166. 1191 1210, 1213 nach Holstein, Bei- träge zur Genealogie der Dynasten von Querfurt, Zeitschr. des Harzvereins f. Geschichte n. Al- tertumskde. V. 1872. 124) Eine solche Familienverbindung erscheint weniger aunffallend. wenn man bedenkt, dass Gebhards Hanse Kaiser Lothar der Sachse(1125 37) angehört hatte, und dass jener also verwandt war mit Heinrichs des Löwen Söhnen Otto IV. u. Heinrich, welcher letztere 1195 rheinischer Pfalzgraf geworden, 1241 aber vertrieben worden war. Vgl. v. Borch, Kaiserverwandt- schaften des Ilanses Querfurt, 1879, u. Ilopf L. c. Ueber die Besitzungen dées Magdeburger Domstifts in der Rheingegend s. unten die Anm. 136. 125) S. Holstein I. c. S. 2. f. Bei Holstein ist Gebhard als IV. bezeichnet. 126) S. oben S. 9. 127) bis mindestens 1238 nach Hopf I S. 312. 1¹²8) Holstein I. c. S. 3.) Vgl. Kriegk, Bürgertum im Mittelalter, II, 1871. S. 201. Der Brauch der Reusse, alle Knaben auf ben Namen Heinrich zu taufen, geht auch bis ins 12. Jahrhundert zurück. Vgl. Hübner II Nr. 640. 130) nach Holstein. Hopt I S. 166 f. hat diesen Sohn Gebhards V. nicht. 131) Querfurtische Chronica, 1590. S. 326. 13²) Magdeburger Geschichtsblätter VI. 1871, S. 481 f. 133) Vgl. Holstein, Magdeburger Geschichtsplätter VI S. 51 und(gegen v. Arnstedt) Zeitschr. des Harzvereins T. Gesch. und Alterskde V, 1872. S. 2 f. Auch v. Mülverstedt spricht in der mir nachträglich durch freundliche Mitteilung des Herrn Camillo von Behr in Dresden, des trefflichen Genealogen, bekannt gewordenen Neubearbei tung von Botho's, Grafen zu Stolberg- Wernigerode, Regesta Stolbergica(Magdeburg. 1885, S. 157 f.) nauf Grund der dafür oben und schon auf der Stammtafel und S. 19 Nr. 7 von Progr. III, 1889 von mir angeführten Erbteilungsurkunde des J. 1222 sich dahin aus, dassaller Wahrscheinlichkeit nach Lnckarde(Liutgard). Gemahlin des Burggrafen Gebhard(IV. also nach Holstein) von Querfurt, die Schwester von Luckarde, der Gemahlin Hermanns v. Virneburg, und eine Tochter Ruprechts, Grafen v. Nussau, gewesen sei. v. Mülv. hat aber weder dort die Sache näher eroörtert. noch, wie er auf meine Anfrage vor mehreren Jahren mir geschrieben, überhaupt sie weiter verfolgt. 13¹½) nach Vogel S. 302 C. und der Tafel zu S. 380, auch JIsenbeck, Nass. Ann. XV. 1879, S. 113 ff. 135) Der Ruprecht der Schenkungsurkde starb also nicht c. 1224, wie Arnoldi I S. 27 angibt, lebte vielmehr und zwar als