Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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andere Geschwister Heinrichs I., auch Brüder da, freilich auch mindestens ein Geistlicher darunter, der seinen Anteil an die Schwester Elisabeth abgegeben haben könnte, dass der gleichzeitige Besitzer der anderen Hälfte, Hermann. bzw. seine damals verstorbene Gemahlin Luckarde sie von einer Schwester Heinrichs I. geerbt, dass Luckardens Mut- ter Elise von Schaumburg diese Schwester Heinrichs I. und Tochter Gerlachs II. gewesen ist, und dass Gerlach II. Schaumburg besessen hat.

Anders steht es mit den 3 anderen Burgen insofern., als keine und kein Teil von ihnen als von Gerlach II. besessen nur mit einiger Wahrscheinlichkeit erwiesen werden kann. Hermann soll der Vergleichsurkunde gemäss noch den 4. Teil an der Burg Leiningen erhalten, Burchard einen bestimmten Teil(dictam partem) an Laurenburg und den achten Teil von Westerburg. Ob nun der Anteil an Leiningen etwa zurückzu- führen sei auf die nahe Verwandtschaft Ruprechts mit seines mutmasslichen Vatersbru- ders Ruprecht des Streitbaren 114) Gemahlin Elise, geb. Gräfin von Leiningen 1¹⁵), die aber damals und sogar 1235 noch lebte 116), wie auch darauf, dass ihr Sohn Hermann. Geistlicher(+ 1240 nach Vogel S. 307 f.), und dass mit Friedrich, Elisens Bruder, ums Jahr 1220 das erste Leiningische Geschlecht im Mannsstamme ausgestorben war 117), mag hier dahingestellt bleiben. Es kann dieses Recht der Nassauer an Leiningen zwar an den Mitbesitz Wiesbadens erinnern, der sich zur Zeit Heinrichs des Reichen und seines Bruders Ruprecht von Nassau, also c. 1210, bei dem Hause Leiningen findet, welches auch in der Lahngegend Besitzungen hatte 118). Während aber das Recht an Wiesbaden sich am natürlichsten als Mitgift oder Erbe einer in das Leiningische Geschlecht verheirateten Nassauischen Gräfin bzw. von deren Nachkommen erklären lässt, wie es auch Schliep- hake am liebsten thun möchte 1¹9) und Conrady 120), dürfte dieser Mitbesitz Leiningens bei den Nassauern jedenfalls umgekehrt in der Verheiratung einer Gräfin von Leiningen mit einem Nassauischen Grafen begründet sein, aber nicht erst in der Agnesens, einer Tochter Emichs IV. von Leiningen mit Otto I., der c. 1290 starb, von welcher Verbin- dung Arnoldi 12¹1) ihn herleitet.

Der Anspruch Hermanns von Virneburg auf Laurenburg rührte sicherlich von des- sen Schwiegervater Ruprecht von Nassau her. Dass aber Burggraf Burchard von Quer- furt zugleich mit Ansprüchen auf Schaumburg auch solche auf Laurenburg hat und den nicht näher angegebenen, indess allein bei dem Vergleich in Frage stehenden Teil von der Nassauischen Stammburg erhält, zwingt wohl fast zur Annahme, Burchard und sei- ne Geschwister diese alle nämlich werden hier nach Angabe der Urkunde durch ihren Vogt vertreten, wiewohl Burchard damals schon erwachsen gewesen zu sein scheint, da er sich, wenigstens nach Hübner 1¹22²), bereits 1219 mit Sophia von Mansfeld vermählt hatte seien nicht nur mit Ruprechts Gemahlin, um deren Erbgut Schaumburg sie ja ebenfalls streiten, sondern auch mit Ruprecht selbst blutsverwandt, also wohl Kinder gewesen einer Schwester Luckardens von Virneburg(einer zweiten Tochter demnach des Grafen Ruprecht von Nassau und der Elisabeth von Jsenburg)

114) II. bei Schlieph. I S. 269, 278, III. bei Vogel S. 307 u. Jsenbeck l. c. 1¹5) Götze bestreitet(Nass. Ann. XIII S. 246 A. 2) ihre Leiningische Abkunft, weil die-mschrift des Siegels von ihrer Schwester Luckar- de laute: Comitisse de Wide, aber mit Unrecht. Denn Luckarde heiratete als Witwe Simons II. v. Saar- brücken( vor 1208) den Grafen Lothar v. Wied. S. Kremer Or. Nass. I S. 391 A. 5 u. Gesch. des Ar- dennischen Geschlechts I, 1785, S. 154 u. 156, auch Brinckmeier, Genealog. Geschichte des Hauses Leinin- gen, I, 1890, S. 27 und meine Bemerkungen in d. Nass. Ann. XXVII, 1895. S. 211 f. 116) Vog. S. 263 u. 307, Schlieph. I S. 262 u. Nass. Ann. XXVII S. 210 f. 117) Kremer, Or. Nass. I S. 394 f. 1¹8) z. B. zu Hadamar. Vgl. Progr. II S. 14, anch Arnoldi I S. 74 Anm. u. Schlieph. I S. 402 Anm., Brinckmeier l. c. S. 34 und 42, sowie unten S. 18. 11¹9) S. Schlieph. I. S. 401. Vgl. auch Lehmann, Gesch. d. Burgen der bayr. Pfalz, 1858 63, III S. 28. 120) Nass. Ann. XXVI, 1894, S. 70. 1¹²21) I S. 74 Anm. 122) Genealog. Tabellen II, 1727, Nr. 338. 3