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Besitze der JIsenburger gewesen seien, wenn sie auch nicht urkundlich als solche, überhaupt nicht so früh als in ihrem Besitze sich befindend urkundlich erwiesen wer- den können. In unmittelbarem Besitz und in Benutzung des Erzbischofs waren die Orte wenigstens c. 1220 nicht, da sie in dem erwähnten Verzeichnisse nicht, wie doch der Hof Himbach(Montabaur) und die Zinshöfe in dessen Umgebung mit den Einkünften daraus aufgeführt sind. Von dem Wildbann d. h. Jagdrecht im Spurkenwald selbst haben für die Verpflichtungen bei den Jagden des Erzbischofs die Jsenburger sicherlich auch sehr früh einen Teil erhalten, wie später thatsächlich Jsenburg und Nassau einen solchen hatten 104). Gerlach II. dürfen wir uns wohl schon in Besitze vorstellen.
Falls, wie früher 1¹05) als nicht unwahrscheinlich gefunden wurde, die Herrschaft Schaumburg, zu welcher nach Vogel S. 265 und 772 ausser der Burg das Kirchen- gebiet von Habenscheid d. h. nach einer Urkunde von 1328(Nas. Ann. I, 2 S. 107) Habenscheid mit Cramberg, Steinsberg, Biebrich und Wasenbach gehörten, durch Heirat Rembolds I. an die Jsenburger gekommen war, so würde daraus, dass später, 1232. die Enkel Gerlachs II. Heinrich und Gerlach sie mit Graf Hermann von Virneburg zu- sammen besassen, etwa schon zu schliessen sein, dass sie Gerlach II. zugefallen wäre. Dafür aber, dass Gerlach II. Schaumburg besesen 106), auch dafür, dass er es auf an- dere Weise, als etwa Limburg erhalten, spricht noch Folgendes: Im 3. Bande des Mittelrhein. Urkundenbuchs S. 163 ist eine wichtige Urkunde von 1222 abgedruckt, durch welche Erzbischof Engelbert von Köln einen Erbvergleich stiftet zwichen Hermann, Gtrafen von Virneburg, und Burchard, Burggrafen von Querfurt, wegen der Burgen Schaumburg, Leiningen, Laurenburg und Westerburg. Hermann von Virneburg wird 1204 als Gemahl von Luckarde genannt 1¹07), der Tochter von Elise, Witwe des Grafen Ruprecht von Nassau 108), des Sohnes Heinrichs I., Grafen von Laurenburg. Da- Elise sich 1197 109) comitissa dicta de Schowenburg nennt, so konnte Hermann von Virneburg wohl nur durch seine, vermutlich nicht lange vor Ausstellung der Urkun- de von 1222 verstorbene Gemahlin Luckarde Ansprüche auf Schaumburg haben. Von dieser werden also auch die auf die 3 anderen Burgen bezw. Teile derselben herrühren. Eben weil aber seine Schwiegermutter Elise sich„von Schaumburg“ nennt, weil ferner 1217 in einer zu Schaumburg ausgestellten Schenkungsurkunde 110) Hermanns und seiner Gemahlin drei Jsenburger als erste Zeugen auftreten, und weil 1232 111¹) Hermann von Virneburg die Burg Schaumburg mit den Brüdern Heinrich und Gerlach, Gerlachs II. Enkeln, gemeinschaftlich besitzt, obgleich in der Urkunde von. 1222 von die- sem Mitbesitz keine Rede ist— es heisst einfach: Herm. de Virneburg habebit castrum illud Schoweburgh— scheint es, dass Elise als Jsenburgerin anzusehen sei 11²). Dass Jsen- beck sie eine Tochter Gerlachs II. nennt 1¹³), wenn auch mit zugefügtem?, ist darin wirk- lich begründet, dass 1232 die beiden Enkel Gerlachs II. den Besitz der einen Hälfte von Schaumburg wieder gemeinschaftlich, also wohl von ihrem Vater Heinrich I. haben. Da mag es denn nicht ganz unwahrscheinlich sein— einige Bedenken bleiben doch: es waren ja noch
104) Vogel S. 671. Eine Belehnung Nassaus und zwar Johanns von Nassau- Hadamar durch Trier hat Arnoldi I S. 104 freilich erst aus dem Jahre 1356.(S.den Auszug aus der Urkunde bei Wenck Ib S. 243). An einen Lehensauftrag seitens Johanns ist gewiss nicht mit Arnoldi zu denken. 1¹⁰5) Progr. III S. 16 f. 106) Nach Reck S. 46 hatte Siegfried Schaumburg. Die Angabe gründet sich wohl nur aufdie Annahme, dass Siegfried durch die Heirat einer Runkelischen Erbtochter('s. Progr. III. S. 18, 3) Westerburg erhalten habe. An Westerburg kam dann später Schanumburg aber erst 1279 und da nur zur Hälfte. S. Vogel S. 265 u. Nass. Ann. I. 2 S. 194 ff. 107) Schlieph. I S. 268, Görz II S. 269. 108) III. bei Schlieph. I S. 268. 285, 298, IV. bei Vogel S. 302 f. V. bei Jsenbeck und Becker in den Nuss. Ann. XV, 1879, S. 113 u. XVI, 1881 S. 209 A. 1. Alle meinen übrigens den Sohn Heinrichs I. 109) Jhr Gemahl war damals tot, wohl seit kurzem. S. Schlieph. I S. 266 u. Bür, Gesch. Eberbachs I S. 495 A. 16. 110) Wenck II 2 S. 124. Ueber das Jahr s. GPre II S. 368. 111) nach der Urkde im Mitt. Urkdb. III S. 368. 112) Schlieph. I S. 267. 113) Nass. Ann. XV S. 113.


