Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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so hatten die Grafen von Wied die hohe und niedere hier und hielt wenigstens schon 1218 Graf Lothar von Wied, der letzte von der ältesten Dynastie Wied. auf dem Scho- nenfeld bei Heimbach(vielleicht Malstätte des Engersgaus nach Vogel S. 164) Gericht ab 90).

Ziehen wir nun das Allodialgut Gerlachs II. in Betracht, so wird in Hoenningen und Umgegend damals noch wenig dazu gehört haben. Dagegen bildete frühzeitig einen testen Kern Jsenburgischer Besitzungen, der teilweise wenigstens aus Allo- dialgut bestand, das spätere Amt Grensau, dessen Mittelpunkt, die Burg Grensau. frei- lich erst von Gerlachs II. Sohn Heinrich I. um 1213 auf einem Berge erbaut wurde, wel- cher bis dahin zu ¹½ der Abtei Laach gehörte) und nun gegen Entgelt ganz Allodial- gut ward. Das Amt Grensau bildeten dasThal Grenz', d. h. Dorf Grenzau jetzt, mit dem Dorf Kammerforst und die 3 Kirchspiele Nauort mit Caan, Sessenbach und Wir- scheid. Breitenau mit Deesen, Hirzen, Wittgert, Ellenhausen, Ober- und Niederhaid 92), endlich Ransbach mit Baumbach). Diese Orte bezw. Höfe darin dürfte bereits auch Gerlach II. wohl ganz oder grösstenteils 94) besessen haben, was ich daraus schliesse. dass sie in der Nähe der Jsenburg sind, dass schon 1148 95) sein Bruder Rembold in dem nahe pei Breitenau gelegenen Maischeidsalischen Zehnten zu beziehen hat, dass wir ferner seinen Sohn um 1213 96) sich die Burg Grensau, den Mittelpunkt des späteren Amts, erbauen sehen und die Orte im Besitz seiner nächsten Nachkommen finden, ohne dass eine Erwerbung erst durch diese oder Besitz anderer, wie bei dem auch nicht sehr entfernten Amte Herschbach, ersichtlich wäre. Von den Orten war Breitenan 97) we- nigstens im J. 1343 ein Lehen, das die Jsenburger von Trier erhielten, ebenso 1371 der Saynhof bei Sessenbach 9). Nun könnte das und so auch die übrigen Orte ja an- fänglich Allodialgut gewesen und ebenso dem Erzbischof von den Jsenburgern zu Lehen aufgetragen worden sein, wie Grensau selbst, von welchem es schon 1 342 heisst. Philipp von Grensau habe esgleich seinen Voreltern von Trier zu Lehen erhalten 99), während doch nach dem Obigen der Burgberg bei Erbauung der Burg Allodialgut teils war teils wurde, also auch die Burg selbst es wohl ward. Dass die genannten Orte. woran man denken könnte, gleich dem Teil des Burgbergs von Jsenburg der Abtei Laach gehört hätten, davon findet sich keine Spur 100). Dagegen lagen sie alle in dem Bezirk oder auf der Nordwestgrenze des Spurkenwaldes, der sich nach einem von Eltester etwa 1220 gesetzten Verzeichnisse der Gerechtsame( iurium annalium*) des Erzbischofs von Trier 101¹1) von der Lahnmündung zur Anra(Gelbach jetzt) 10²) und diese und ihren Zufluss Eisen hinauf bis Meudt, von da bis Helferskirchen am Saynbach, dann die- sen hinunter bis zum Rhein erstreckte. Und da nun nach derselben Urkunde die Jsen- purger und Nassauer, so oft der Erzbischof zur Jagd nach Ehrenbreitstein komme und sie benachrichtige, ihm alle Jäger und Hunde schicken müssen, der Wald aber 10³) ver- mutlich schon im 11. Jahrhundert beim Aussterben des Konradinischen Hauses vom Reiche an Trier überging, so liesse sich auch vermuten, dass nicht nur Breitenau, sondern auch die übrigen Dörfer oder Höfe ganz oder teilweise frühzeitig Lehen von Trier im

90) Günther, Cod. d. II S. 136, Wirtgen, Neuwied n. Umgebung, 1872, S. 281. 9¹1) S. d. Urkde im Mitt. Urkdl'. S. 3 f. u. Vogel S. 680, der aber sagt: zu 34.) Für die Lage von Niederhaid s. die Karte bei Reck. Nach Vogel S. 682 war es 1376 noch Dorf, zu seiner Zeit Hof. Jch finde es auchz. B. im Staats- u. Adress- handbuch v. 1844 noch als Hof aufgeführt, 1865 aber nicht mehr genannt. 93) Diesen Bestand gibt eine Urkde v. 1727 bei Fischer II S. 13. 9⁴4) In Adenrode z. B.(bei Breitenau, damals Dorf, jetzt Hof), das auch später zum Amt Grensau gehörte, besass und schenkte 1143 ein gewisser Udelrich ein Bauerngut dem Kloster Schönstatt(Vog. S. 682). Also nicht alles gehörte hier Jsenburg. 95) nach S. 4. 93) Simon II S. 118. 97) Vogel S. 682. 98) Vog. S. 680. 9⁹) Vog. S. 681. 1⁰⁰) 8. Wegeler, Laach S. 110 ff. die Be- sitzungen des Klosters Laach. 1⁰01¹) Mitt. Urkdb. II S. 424. Ueber den Wald vgl. auch Schlieph. I. S. 389. 102) S. Vogel S. 25. 1¹03) nach Vogel S. 671, der sagt: im 10. Jahrh., was nicht richtig.