Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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her Arnsteinschen Gütern die Gerichtsbarkeit des Einrich mit dem späteren Vierher- rischen 43) Rembold II. zufiel, der beides ja 1159 oder etwas später 44) an Nassau und Katzenelnbogen nicht ohne Widerspruch der anderen Mitglieder seines Hauses, wie auch des die Gangrafschaft des Einrich als Lehen beanspruchenden Erastifts Trier 45) verkauf- te das Patronat über die Kirche zu Marienfels z. B. haben allerdings doch noch Nach- kommen von ihm zufolge einer Urkunde von 1278 bei Fischer II S. 161. Vgl. auch Schliephake I. S. 246, dass dagegen die wohl damals schon Trierischen Lehen 46) Bornig, St. Goarshausen, Patersberg und Offenthal, ausserdem auch Werlau (Kreis St. Goar). Walmenach(Niederw.) und Reitzenhein ar Gerlach II. übergingen: denn Nachkommen des letzteren finden wir hier wiederholt gewisse Rechte ausübend. S80 belehnt 1256 Gerlach, Herr von Limburg, den Konrad v. Schoneck mit halb Werlau 47), ei- nem Lehen. zu dessen Verkauf 1381 wieder Johann von Limburg seine Zustimmung gibt 48), und in einer Urkunde von c. 1277 ⁴⁹) gibt Ludwig von Jsenburg-Büdingen Bornig. St. Goarshausen, Patersberg, Offenthal und Werlau,wie er und sein Vater sie besessen, seiner Tochter als Mitgift.

Dazu hatte also Gerlach II. einen entsprechenden Teil, wohl die Hälfte 50), der Burg Jsenburg, wenn nicht schon seit der Erbteilung, so doch seit dem, wie es scheint, kinderlosen Tode seiner Brüder ansser Rembold II., dessen Stamm nachher ebenfalls eine Hälfte besass. Die Reste derselben enthalten nach Eltester 51) noch sehr alte Bauteile. Eltester führt sie zwar 52), mit Recht wohl 53), nicht als die fränkische Königspfalz Jsen- burg gleich Hontheim 5 ¼) auf, wie es anch für unwahrscheinlich gilt, dass König Konrad I. den Herzog Giselbert von Lothringen mit ihr belehmt habe, was Brower angibt 55); aber soviel wir wissen, war sie nicht, was man doch denken sollte, Allodialbesitz der Isen- burger Herren. Wenn wir sie auch erst um 1320 durch Johann von Braunsberg, Sohn Bruno's III., als ein von den Vorfahren ererbtes Fuldisches Lehen ausdrücklich er- klärt finden 56), so ist sie das doch wohl schon von sehr alten Zeiten her gewesen 57), möglicher Weise, wie Weigand annimmt 58), seit der Gründung der Abtei Fulda(744) 59), jedenfalls schon zur Zeit Gerlachs II. Was jedoch sonst in dieser Gegend die Jsen- burger damals besassen, darunter war abgesehen von dem Bezirk der Jsenburg, der gering war, und von Gütern zu Vallendar, die 1337 Wilhelm von Wied aus dem Rem- voldischen Stamm vom Abt erhielt, Gerlach II. also nicht hatte, nichts Fuldisches Lehen 60).

Ein altes im Besitz der Jsenburger befindliches Lehen, um zunächst bei den Lehen zu pleiben, war auch das Vogteigericht Hoingen(Hoenningen im Kreis Neuwied), welches später Gerlachs II. Sohn Heinrich I. besass 61), und Wozu wenigstens 1266 nach

) Vogel S. 224 u. 227. 44) S. Schlieph. I S. 227, die Urkde Mitt. Urkdb. I S. 670 ff. 4⁵) Wenck I S. 247. Schlieph. I S. 236 ff., 211. Reichsministeriale, was Rembold(II.) nach der Urkde. Konrads III., wie sie bei Hontheim, H. Trev. 1 S. 550 d. d. 1. Aug. 1144 steht, gewesen wäre, war derselbe, wie nan die geünderte Juterpunktion im Mitt. Urkdb. I S. 592(Vgl. auch Görz. Mitt. Reg. I S. 549 f. Dauach ist die Urkde. v. 1. Aug 1143) zeigt, nicht. S. darüber v. Fürth, Die Ministerialen, 1836. S. 120. 46) S. Progr. III S. 17 u. dazn Wenck I S. 247 n. 338 Anm. p. 47) Görz III S. 295. 48) Wenck 1 a S. 338 n. I b S. 191. ⁴⁰) Wenck I a S. 338 u. I b S. 41 ff. 50) Seine 2 Söhne Heinrich I. n. Gerlach III. erhielten daher, wie Simon II S. 123 sagt, jeder 114. und unriehtig ist I S. 229 bei Simon, der es selbst 11 S. 99 A. 1 bemerkt, Heiurich I. allein die Hälfte zugewiesen. Die von Gerlach III. gestiftete Covernsche und die von Heinrich I., bezw. dessen ältestem Sohne Heinr. II. u. ältestem Enkel Gerlach V. stam- mende Arenfelser Linie hatten jede anch nur 1³¼ der Burg. Vgl. die Teilungsverhältnisse um 1337 bei Fischer 1 S. 277 n. II S. 126 ff. Nr. 107 u. S. 219 ff. Nr. 189, 190, 191. 5¹1) NMitt. Urkdb. II, Hist. Ueber- sicht S. 116.) l. c. S. 36 f. 5⁵³) S. Fischer I S. 10§ 23, wonach Jsenburg im Elsass diese Königsburg war. Vgl. auch Gôrz I S. 133. ⁵⁴) Hist Trev. I S. 28. Vgl. Reck S. 19. 5⁵) S. Reck S. 29. 56) Fischer II S. 297 f. 57) Simon II S. 98 u. 138. 58) Geschichte d. Deutschen I S. 451 A. ⁵⁹) Man mag das, denke ich. mit Grand aus der Entfernung Jsenburgs von Fulda schliessen, dem bei der Gründung Rechte u. Einkünfte auch aus entfernten Gütern(wie es nachweislich solche zu Kestert 755, 2u Urmitz bei Coblenz 757 erhielt. s. Görz I S. 67, 69) zu Teil werden mussten, zu welchem in ein Lehensverhältnis zu treten später aber erst Jsenburg-Büdingen Veranlassung hatte. 60) nach Fischer I S. 277. ¹) Simon II S. 123.