Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 5. Teil. Gerlach II. von Isenburg mit besonderer Rücksicht auf seine Besitzungen
Entstehung
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angehört, was zu verfolgen Aufgabe eines besonderen Aufsatzes sein werde er ist meines Wissens noch nicht erschienen; es werde die Gemahlin Gerlachs II.. Herrn von Jsenburg.des Grossvaters Gerlachs von Büdingen(1194 1240) dass er das und zwar väterlicherseits war, ist also eine Annahme des Herrn von Schenk und Heinrichs von Jsenburg- Limburg(1202 1220) gewesen sein. wel- che dem JIsenburgischen Hause die reiche Erbschaft in der Wetterau zuge- bracht oder wenigstens deren späteren Anfall vermittelt habe. Danach- re also Gerlachs von Büdingen Vater ein Solm unseres Jsenburgers Gerlach II. gewesen 30), und es hätte des letzteren Gemahlin oder, wenn er zwei hatte. eine derselben einem Hause(Büdingen-Ortenberg? Cleberg?2) angehört, das im Besitz von Büdingen oder erbberechtigt darauf gewesen wäre. NXun heissen allerdings schon 1233 31) und 1237 52) die Brüder Heinrich II. und Gerlach IV. von Jsenburg nepotes Gerlachs II. von Büdingen, und nepos bedeutet im Mittelalter nicht blos Enkel und Neffe. sondern auch jüngerer Verwandter überhaupt), und während Wenck nepotes hier als Neffen nehmen möchte, versteht v. Schenk darunter Verwandte. Wenck näm- lich war nicht abgeneigt anzunehmen 3⁴), Gerlach von Büdingen habe zur Gemahlin ei- ne Gräfin von Cleberg und Schwester von Heinrichs II. Mutter, also von Heinrichs I. Ge- mahlin gehabt. Aber das war nur Vermutung, und dagegen spricht. dass in diesem Fal- le Ludwig, Heinrichs II. Sohn, als mit seiner Gemahlin Heilwig. die doch so ziemlich all- gemein als Edle von Büdingen gilt Wenck allerdings 35) will, und Herr von Schenk mit ihm, sowie Emmerich im Hessichen Archiv X, 3. S. 443 ff., Gerlach II. von Büding- en als Schwiegervater Ludwigs nicht gelten lassen zu nahe verwandt erscheinen würde. Bei Annahme einer Gemahlin Gerlachs II. von Jsenburg mit Anrecht auf- dingen wäre wenigstens diese Verwandtschaft Ludwigs mit Heilwig eine entferntere. und die obige Bezeichnung nepotes hätte doch nach dem Gebrauch des Wortes nichts Auffälliges. Allein es ist wohl erst die Begründung der von Schenkschen Annahme abzuwarten, die es also glaublich zu machen hätte, dass der Vater Gerlachs II. von Büdingen ein Sohn Gerlachs II. von Jsenburg gewesen wäre und von seiner Mutter her entweder selbst- dingen geerbt oder seinem Sohne Gerlach ein Erbrecht darauf hinterlassen hätte.

Wie Gerlach II. und seine Brüder Rembold II. und Siegfried die Stamm- und die übrigen Güter unter sich teilten, lässt sich nicht bestimmen. 1141 kommt Rem- bold als Besitzer des Berges Soch bei Cochem, eines Lehens von Köln 36). und c. 1147 als Besitzer des Dorfes Sehl, ebenfalls bei Cochem und Kölner Lehens 3⁷7), vor, 1143 Rembold und Siegfried mit einem gemeinschaftlichen Hofgut zu Vallendar, das sie zur Grün- dung des Klosters Schönstatt bei Vallendar 28) damals hingaben, und 1148 Rembold im Besitze des salischen Zehnten 3³⁹9) von Maischeid bei Dierdorf(Kreis Neuwied) 40). 1152 Siegfried mit einem grossen, zwischen den Moselzuflüssen Elz und Lieser(diese bei Wittlich, jene etwas oberhalb Münstermaifeld) liegenden Allodialbesitz, den er an das Kloster Springiersbach(Kreis Wittlich) schenkt. 41). Gewiss ist 42), dass von den frü-

3⁰) Herr v. Schenk nennt Gerlach II. v. Büdingen freilichVetter von Ludwigs von Jsenburg-Büdingen Grossvater Heinrich v. Jsenburg-Limburg(1202 20), unserem Heinrich I., der, da er statt desselben gleich Corden 2 Heinriche, Vater und Sohn, hier annimmt, Heinrich II. bei ihm heissen müsste. 31¹) Hess. Arch. IS. 284 f., vgl. Görz II S. 542. ³²) Guden. Cod. dipl. III S. 1109 u. 1111, auch Fischer II S. 36 Nr. 22, vgl. Wenck III S. 341 u. Hess. Arch. I S. 446 f. ³3) S. Hess. Arch. I S. 447. 3³4) Hess. Landes- gesch. III, 338 u. 341 und Eigenbrodt im Hess. Arch. I S. 446 3³⁵) Hess. Arch. I S. 446. 36) M. Urkdb. I S. 578. ³⁷) M. Urkdb. I S. 589. 38) M. Urkdb. II, Hist. Uebers. S. 189; Weigand, Gesch. der Deutschen, I, 1835, S. 411 ff. 3⁹) d. i. nach Günthers Cod. dipl. I S. 97 u. II S. 118 Zehenten, der von zu Erblehen abgegebenen Hofgütern entrichtet ward. 4⁰) Mitt. Urkdb. I S. 602. 41) M. Urkdb. I S. 626. Es sind nach der Urkde. im Mitt. Urkdb. II S. 33(vgl. Görz, II S. 578) die 3 Höfe Urnesfeld(Uersfeld nach Görz, Kr. Adenau), Wolmerode(Wollmerath beiLutzerath, Kr. Cochem) und Princka(Brenk, Kr. Mayen, nach Görz) ⁴²) nach Wenck I S. 246. Schlieph. I S. 227, 245.