wissen, werden dieselben so angegriffen, daß sie abmagern, hinsiechen und früh sterben; jedoch ist auch Heilung möglich (Preußen)“.„Offenbar liegen krankhafte Einbildungen zugrunde.“ — Im organischen Zusammenhang mit dem bereits erwähnten Verwandlungsglauben scheinen die Begriffe von den Nacht- wandlern nicht zu stehen.
Die dritte Art, wie der Mensch zu einer anderen Gestalt kommen kann, ist die, daßs er durch eine Zauberkraft ganz wider Willen umgewandelt wird, wobei er also Gewalt und Zwang erleidet. Ein Mensch, dem solches zustößͤt ist„verwunschen“. Wer den Menschen verwunschen hat, wird oſt nicht gesagt und erklärt, manchmal soll ein Fluch oder Bann eines Zauberers diese Wirkung gehabt haben. Ein verwunschener Mensch wird in eine andere, meist tierische Gestalt umgewandelt. Aber eine Verwandlung in ein Ding der Außenwelt muß nicht notwendig erfolgen, der Verwunschene kann auch Mensch bleiben. ÜUber sein Schicksal sagt Wuttke, Abschnitt 62:„Die verwünschte Person ist meist dem gewöhnlichen Auge entrückt, ist nur zeitweise sichtbar, oft in einem langdauernden Schlafe, daraus selten erwachend, meist an verborgenen entlegenen Orten, in alten Schlössern, im Innern der Berge,«wo kein Hahn nach krähty, d. h. bis wohin der Hahnenschrei nicht dringt, und kann immer nur durch Erlösung von seiten eines anderen Menschen von dem Banne befreit werden. In den überaus zahlreichen Sagen von Verwunschenen» laufen alte nun ge— stürzte Götter, lebende und gestorbene Menschen vielfach durch- einander.“
Das Gegenstück zu dem Glauben an die Verwandlung von Menschen zu Tieren ist die von der Verwandluug von Tieren zu Menschen. Diese letztere kennt der deutsche Aber- glaube nicht mehr, aber unter den Naturvölkern ist er noch zu finden, und Andree bringt davon in seinem angeführten Buche, S. 77 ff., eine Reihe von Belegen, wovon ich folgende zur Veranschaulichung zitiere: Die Grönländer hüten sich, zu viele Seehunde an einer Stelle zu töten, denn die Tiere nehmen sonst Rache, indem sie sich in Menschen verwandeln, auf einem Stück Treibeis bis zu dem Hause ihres Feindes fahren und ihn in der Nacht überfallen.— Besonders die Malayen schreiben den
Schacfer, Verwandl. d. menschl. Gestalt im Volksaberglauben. 7


