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Zeit nicht aus toten, sondern aus lebenden Hölzern entstanden gedacht habe; man habe nur zur Motivierung der freien Be- weglichkeit der Menschen die Sage später umgewandelt.— Nach den Sioux wuchs der Mensch aus dem Boden als Baum hervor; eine Schlange nagte seine Wurzeln ab und verschaffte ihm so die Möglichkeit selbständiger Bewegung. Auf den Banks-Inseln herrscht die niedliche Sage, Gott Ouat habe aus biegsamen Gerten ein Geschöpf zusammengeflochten und aus seinem Lächeln plötzlich erkannt, daß er ein Weib geschaffen. — Aus einem Baumstamme, den gute Geister ans Ufer trieben, entsteht der erste malayische Fürst Lolodas.— Bei den heid- nischen Türken des Altai läßßt der Schöpfer Tengere Kairakan aus den neun Asten eines auf seinen Befehl dem Boden ent- sprossenen Baumes die Stammväter von neun Völkern ent-— stehen.— Im alten Mittelamerika war eine Sage zu Hause, wonach die Götter dreimal zur Schaffung von Menschen schritten. Die beiden ersten Male nahmen sie kein gutes Material, und das Produkt fiel nicht glänzend aus, die erste Menschensorte wurde gleich, die zweite einige Menschenalter nach ihrer Schöpfung wieder vernichtet. Schließlich beim dritten Ver-— suche schufen die Götter Menschen aus Mais, und diesmal gelang ihnen ihre Arbeit besser, als ihnen lieb war. Um das fast göttergleiche Wesen der neuen Menschen, auf das die Himmlischen eifersüchtig wurden, etwas zu verwischen, bliesen sie ihren Geschöpfen über die allzuscharfen Augen, wodurch ihre Pupillen verbrannt, d. h. schwarz und zugleich die Fähig- keiten der Menschen gemindert wurden.— In den Urwäldern Brasiliens geht eine vielverbreitete Sage um, die die ersten Menschen aus den Früchten der Mauritia hervorgehen läßt und die im übrigen eine verblüffende Ahnlichkeit mit der Sage von Deucalion und Pyrrha besitzt. In der Fassung, die ihr die Maipuris am Orinoko gegeben haben, lautet diese Sage wie folgt(s. Andree, Ethnographische Parallelen und Vergleiche, Stuttgart 1878, S. 100): In früherer Zeit war die ganze Erde mit Wasser überschwemmt worden. Nur zwei Personen, ein Mann und eine Frau, retteten sich auf den Gipfel des hohen Berges Tamanaku. Als sie im tiefsten Kummer über den Verlust ihrer Freunde auf dem Berge einhergingen, hörten sie


