Aufsatz 
Die Verwandlung der menschlichen Gestalt im Volksaberglauben
Entstehung
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dialektische Eigentümlichkeit, ein Rechtsbrauch, eine religiõse Sitte usw. Und nun zurück zu unserem Thema.

Wenn nach manchen Indianersprachen, nach Ratzel, Völkerkunde I, S. 577, zweite Auflage, der Name Mensch die Bedeutung Erde oder Stein hat, so ist nicht schwer, sich vor- zustellen, aus welchem Grundstoffe sich der rote Mann ge schaffen denkt. Die Aléuten, die Makah am Kap Plattery lassen ihre Ahnen aus Steinen hervorgehen. So auch manche Kultur- völker des vorkolumbianischen Amerika. Daß und wie Men schen aus Steinen bervorgehen können, lehrt schon den Sextaner die Sage von Deucalion und Pyrrha. Bekanntlich bevölkert dies aus der Flut gerettete Paar die Erde wieder, indem Deu- calion Steine hinter sich warf, die zu Männern, Pyrrha solche, die zu Weibern wurden. Aus Steinen entstehen die Menschen auch bei den Kalmücken, deren Gott Abida Steine aus dem Himmel warf, die zu Menschen wurden. Auf den Fidschi- Inseln, den neuen Hebriden entsteht der Vater der Welt aus Steinen. Auf der Insel Tokelau in Polynesien finden wir eine Menschenschöpfungssage, die uns einigermaßen vertraut an- mutet. Dort entsteht der erste Mensch aus Stein. Er bereitet sich eine Frau aus Sand, die er durch Einsetzung einer seiner Rippen belebt. Auf Fakaafo lautet dieselbe Sage so: Der erste aus Stein entstandene Mensch formte aus Lehm die Arme und Beine seiner Gefährtin Ivi, in deren Leib er zu ihrer Belebung eine seiner Rippen einschloß. Diese Stichproben, die noch beliebig vermehrt werden können, mögen den vielverbreiteten Glauben an die Menschenschöpfung aus Stein belegen. Aber weite Verbreitung findet auch diejenige Meinung, die die ersten Menschen aus dem Pflanzenreich hervorgehen läßt.

Zunächst gehört hierher die uns besonders nahestehende nordische Sage, wonach drei Götter, Odin, Hönir und Lodur, zwei von Zwergen aus Bäumen geschnitzte Menschenbilder fanden, die ihre Verfertiger sich vergebens zu beleben bemüht hatten. Die Götter vollbrachten die Belebung, indem Odin den Hölzern den Atem, Hönir den Verstand und Lodur Lebens wärme und Lebenskraft verlieh. Von dieser Sage glaubt Mann- hardt, Baumkultus, Seite 8, dab man das erste nordische Paar,

Askr(Esche) und Embla(Elmja, Ulme?) geheißen, in ältester