Aufsatz 
Die Verwandlung der menschlichen Gestalt im Volksaberglauben
Entstehung
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1. Kapitel.

Der Körper des Menschen.

a. Ursprungssagen.

Bei der Frage, was der Primitive von seinem Organismus denkt, ist natürlich die Untersuchung zunächst auf die Vor- stellungen vom Körper und dann auf die von der Seele zu lenken.

Die Frage, aus welchem Stoff der Mensch sich, oder, besser gesagt, die ersten Ahnen seines Geschlechtes geschaffen denkt, steht wohl bei einer Untersuchung über die primitiven Vor- stellungen vom Körper in erster Reihe. Die Meinungen, die über diese Frage bestehen, dürften uns auch wichtige Finger- zeige für die Stellung bieten, die sich der Primitive innerhalb der Natur zuschreibt. Sucht er sich eine einzigartige Herkunft zu sichern, die ihm als einem einzigartigen Geschöpfe, dem Herrn der Welt, zukommt, oder stellt er sich mit seiner Ab stammung in die Reihe der Naturdinge?

Zuvor noch ein kurzes Wort zur Vermeidung von Mißver- ständnissen. Die Proben, die für die jeweils in Rede stehenden Vorstellungen jetzt und später gegeben werden, sind nicht als die einzigen anzusehen, die aufzutreiben waren und aus denen dann etwa angesichts ihrer bescheidenen Anzahl allzu weit- gehende Schlüsse gezogen wurden. Zunächst ist hier daran zu erinnern, daß der Rahmen dieser Arbeit nur eine äußerst spar- same Heranziehung von Belegen erlaubte, die aber in den an- gegebenen Quellenwerken in reicher Anzahl bereit liegen für die, welche den hier berührten Dingen weiter nachzugehen wünschen. Endlich muß noch darauf hingewiesen werden, daß eine Volksvorstellung, wie alles, was die Volksgemein- schaft erzeugt, nicht vereinzelt aufzutreten pflegt, sondern in einem bestimmten Umkreis dauernd Geltung hat, wie etwa eine