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man das eigentlich, wenn man sich in einen Weidenstumpf oder sonst etwas verwandeln will?
Wir können diese Fragen zu den unsrigen machen, indem wir sie auf eine etwas allgemeinere Form bringen, etwa so: Was denkt der Mensch von seinem Organismus in denjenigen Zeiten und Kulturstufen, wo der Glaube an Verwandlungen des menschlichen Körpers Geltung findet? Welche Stellung schreibt er sich den Dingen der Außenwelt gegenüber zu? Besteht für ihn eine Grenze zwischen dem Menschen und den Außendingen, wenn er in Zweifel geraten kann, was er in einem Naturobjekt unter Umständen vor sich hat? Und dann noch: Wer kann sich verwandeln, und wie geschieht das?
Auf der Suche nach der Lösung dieser Fragen werden wir uns von vornherein nicht bloß im hessischen oder deutschen Aberglauben bewegen dürfen, denn der Glaube an Verwand- lungen gehört der ganzen Menschheit an. Die Erklärung, die wir für die Verwandlung des Kaulstoßber Bauern in einen Weidenstumpf suchen, muß malso nicht dieser allein, sondern jeder beliebigen Verwandlung, wo und wann sie auch ge— glaubt worden ist, Genüge tun. Wir müssen darum unsere Untersuchung auf die breiteste Basis stellen und Umschau bei allen den Völkern der Erde halten, deren Volksglaube durch-— forscht ist und einwandsfrei vorliegt. Wir werden namentlich nicht bei den Kulturvölkern stehen bleiben dürfen, denn der Volksglaube alter Kulturvölker, soweit er sich noch in ihren niederen Volksschichten erhalten hat, ist bereits so abgelebt, verwelkt, in Auflösung begriffen und zur Wirrnis geworden, daß es nur mehr Zufall ist, wenn die Wurzeln allgemein menschlicher Glaubensvorstellungen noch in ihnen aufzufinden sind. Wir müssen darum dort nach Aufklärung vorwiegend zu suchen beginnen, wo sich am meisten urzuständliche An- schauungen erhalten haben, also bei den halbkultivierten und besonders bei den Naturvölkern, deren noch meist geschlossene und zusammenhängende Glaubenswelt cher ein Vordringen zu den Wurzeln gestattet. Wir dürfen aber zur Erklärung deutscher Volksvorstellungen ruhig nach ähnlichen Ideen bei fremden Völkern suchen, weil es ein in der Wissenschaft längst fest- stehender Grundsatz ist, daß die Menschheit in geistiger Be-
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