Aufsatz 
Der naturkundliche und insbesonders der botanische Unterricht an den Gymnasien : 1. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

so soll, wenn dieselbe nicht Turnen oder Singen zum Gegenstande hat, eine Pause von 10 Minuten gemacht werden.

Die Circul-Verf. vom 21. Febr. teilt den Minist.-Erlass vom 3. Febr. mit, durch welchen behufs Feststellung des Masses der Häufigkeit, in welcher unter den Schülern der höheren Lehranstalten Schwerhörigkeit vorkommt, bezügliche Nachweisungen für die einzelnen höheren Schulen gefordert werden.

III. Zur Chronik der Anstalt.

Nachdem am letzten Tage der Osterferien die Aufnahmeprüfungen stattgefunden, wurde das neue Schuljahr am folgenden Tage, Donnerstag d. 24. April, morgens um 8 Uhr mit feierlichem Gottesdienste eröffnet, worauf der Direktor nach 10 Uhr in einer Versammlung der Lehrer und Schüler in der Aula den seitherigen Elementarlehrer an dem Realprogymnasium zu Duderstedt in der Prov. Hannover, Heinrich Moneocke, der mit der kommissarischen Verwaltung der 2. Elementar- und technischen Leherstelle au hiesiger Anstalt beauftragt war, in seinen neuen Wirkungskreis einführte und dann nach einer Ansprache an die Schüler die Vorlesung bezw. Erläuterung der Schulordnung und die Verpflichtung der neu aufgenommenen Schüler auf gewissenhafte Befolgung derselben vornahm. Nachmittags um 2 Uhr begann der Unterricht.

Der Unterrichtsbetrieb wurde im ersten Schulquartal durch Krankheiten im Lehrerkollegium, die sich vom verflossenen Quartal her fortsetzten, und durch anderweite Verhinderung einzelner Lehrer sehr erschwert. Der Oberlehrer Colombel, zum zweiten Mal im verflossenen Quartal vor Schluss desselben erkrankt, hatte sich während der Ferien nicht völlig erholt und konnte erst am 28. April seinen Unterricht antreten; dem Ober- lehrer Schenck musste von der hohen Behörde zur Wiederherstellung seiner schon gegen das Ende des Wintersemesters angegriffenen Gesundheit Urlaub bis zum 22. Juni erteilt worden, ebenso dem schon vor Schluss des Winterhalbjahrs erkrankten Gymnasial- lehrer Dr. Becker bis zum 18. Mai. Der Kandidat Dr. Peters war vom 1. April ab zu achtwöchentlichen militärischen Ubungen einberufen. Der dem Oberlehrer Schenck oblie- gende mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht musste teils durch Vereinigung der beiden Sekunden für die betreffenden Stunden, teils durch besondere Vertretung mit anderweitem Lehrstoff ersetzt werden, jedoch nur bis zum 29. April, wo der an dem Gymnasium zu Dillenburg nach Beendigung des Probejahrs noch weiter beschäftigte Kandidat Beinhauer nach der Anordnung der hohen Behörde die volle Vertretung des erkrankten Mathematikers für die Dauer des demselben bewilligten Urlaubes übernahm. Auch die Versehung aller den andern erkrankten bezw. beurlaubten Lehrern lehrplanmässig obliegenden Lektionen wurde teils durch besondere Vertretungen, teils durch Vereinigung der beiden untern Klassen für den lateinischen Unterricht, sowie der Tertien und Sekunden für die betreffenden Stunden ermöglicht.

Da ferner der evangelische Religionslehrer, Pfarrer Unrrich, seine Stelle am hie- sigen Gymnasium, die er seit Ostern 1874, jedoch mit einer durch Krankheit herbeige- führten, vom 21. Januar 1882 bis zum Beginn des Wintersemesters 1883/84 sich er- streckenden Unterbrechung, in erfolgreicher Weise versehen hatte, am Tage der Eröff- nung des Schuljahrs wegen neuer Erkrankung für immer niederzulegen sich genötigt sah, so wurde mit Genehmigung der hohen Behörde der evangelische Religionsunterricht in den beiden untern Abteilungen mit je 2 Stunden wöchentlich dem wissenschaftlichen Hülfslehrer Dr. Orth, in den obern dagegen mit der gleichen Stundenzahl dem Pfarrer Halder zu Staffel übertragen.

Am 19. Mai konnte zwar der Gymnasiallehrer Dr. Becker seinen Dienst in vol- lem Umfange wieder übernehmen, allein zugleich trat eine neue Schwierigkeit ein, indem