Aufsatz 
Der naturkundliche und insbesonders der botanische Unterricht an den Gymnasien : 1. Teil
Entstehung
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Dr. Orth als Reserve-Lieutenant von diesem Tage ab zu sechswöchentlichen militärischen Ubungen einberufen war. Die Vertretung wurde in der Weise geordnet, dass VI mit V für den lateinischen Unterricht combiniert, der französische Unterricht in IIl und in den obern Klassen vertretungsweise durch anderweitigen Lehrstoff ersetzt, in IIIz dagegen, sowie der geschichtliche Unterricht in IIz durch Vertretung weiter geführt wurde; der evangelische Religionsunterricht in den beiden untern Abteilungen musste während der angegebenen Zeit ausfallen.

Am 21. Mai fiel gemäss der Verfügung vom 24. pr. der Unterricht aus, da eine grössere Anzahl der Lehrer sich an der in Diez abgehaltenen Versammlung von Lehrern höherer Schulen der Provinz beteiligte.

Am 28. Mai trat der Kandidat Dr. Peters wieder ein und übernahm neben den sonstigen ihm überwiesenen Lektionen in Vertretung des Dr. Orth den lateinischen Unterricht in VI.

Während der vom 31. Mai bis zum 8. Juni sich erstreckenden Pfingstferien, am 3. Juni, schlug der Blitz in einen der Dachgiebel auf der Ostseite des Mittelbaues des Gymnasiums ein und zertrümmerte zum Teil die auf der Spitze angebrachten Steinorna- mente, ohne jedoch glücklicher Weise zu zünden oder weiteren Schaden an dem Ge- bäude anzurichten.

Mit dem 1. Juni trat der Militär-Anwärter Karl Medebach, der zuletzt eine Re- vieraufwärterstelle am Kadettenhause zu Oranienstein versehen hatte, die seit dem 1. April erledigte Schuldienerstelle an hiesiger Anstalt an.

Am 22. Juni, wo der Oberlehrer Schenck seinen Dienst wieder antrat, endete das Commissorium des Kandidaten Beinhauer.

Am 30. Juni nahm Dr. Orth seinen Unterricht wieder auf. Zugleich wurde derselbe an diesem Tage, da die ihn zum ordentlichen Lehrer ernennende Verfügung erst nach seiner Abreise eingegangen war, der Vorschrift gemäss vereidigt.

In der zweiten Hälfte des Sommersemesters hatte der Unterricht ungestört seinen

lehrplanmässigen Fortgang.

Im Eaufe der Monate Juni und Juli wurden an Nachmittagen mit den Schülern einzelner oder je zweier vereinten Klassen unter Führung des Turnlehrers und anderer Lehrer Ausflüge unternommen.

Der neuen Ferien-Ordnung gemäss wurden die Schüler am 14. August in die Sommer- ferien entlassen. Am Schlusse des Vormittags-Unterrichts wurden den Abiturienten von dem Direktor nach einer Ansprache die Reifezeugnisse eingehändigt; in den einzelnen Klassen wurden durch die Ordinarien an die Schüler die Censuren ausgeteilt.

Mit dem Schlusse des Sommersemesters trat der Oberlehrer Professor Meister nach einer 44 ½jährigen amtlichen Lehrthätigkeit, nach einer 43 jährigen segensreichen Wirksamkeit an hiesiger Anstalt in den Ruhestand, der ihm anf seinen Antrag von dem Herrn Minister der geistlichen eto. Angelegenheiten vom 1. Oktober pr. ab bewilligt war. Am 25. Sept. wurde demselben der von seiner Majestät dem Kaiser und Könige ihm ver- liehene Rothe Adlerorden vierter Klasse in Gegenwart sämtlicher Lehrer der Anstalt von dem Unterzeichneten behändigt.

Am 19. September begann der Unterricht für das Wintersemester. Da der Gymnasiallehrer Bosing zu Hersfeld erst vom 1. Oktober ab in die vierte Oberlehrerstelle hiesiger Anstalt versetzt war, so wurden bis dahin die demselben durch den Lehrplan überwiesenen Lektionen vertretungsweise erteilt und zwar in I durch den Unterzeichneten, die übrigen durch den Kandidaten Dr. Peters, welcher zwar mit Ablauf des Sommerse- mesters das Probejahr absolviert hatte und bereits mit einer Hülfslehrerstelle am Gymna- sium zu Hersfeld beauftragt war, jedoch erst mit dem dort in den Oktober fallenden Beginn des Wintersemesters diese Stelle anzutreten hatte.