Aufsatz 
Der naturkundliche und insbesonders der botanische Unterricht an den Gymnasien : 1. Teil
Entstehung
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schreiten dürfe. Die Verteilung dieser Gesamtdauer der Pausen eines Lektionstages auf die einzelnen Lektionswechsel wird den Königlichen Provinzial-Schulkollegien überlassen. Als allgemeine Regel wird unter anderm vorgeschrieben, dass bei Eintritt der grössern Vormittags- und der Nachmittagspause alle Schüler die Lehrzimmer zu verlassen haben und diese inzwischen gelüftet werden. Die an manchen Anstalten bestehende Einrichtung, dass während der dunkelsten Wochen des Winters der Nachmittagsunterricht um unge- fähr eine Viertelstunde früher geschlossen, zum Ersatz dafür aber die zwischen beide Lehrstunden fallende Pause auf die zum Lektionswechsel unumgänglich erforderliche Zeit beschränkt, event. die erste Lektion etwas früher begonnen werde, findet die Billigung des Ierrn Ministers. Was die Zeitdauer der häuslichen Arbeit der Schüler anlangt, so wird vorausgeschickt, dass eine derartige Festsetzung derselben, dass UÜberbürdung vermieden und doch auf den einzelnen Klassen- und Altersstufen die Erreichung der Unterrichtsziele gesichert werde, nur im Zusammenhange mit den Fragen über das ge- samte Unterrichtsverfahren getroffen werden könne. Es sei zunächst für die Charakter- bildung nicht gleichgültig, dass der Schüler auch ausserhalb der Schule einer Verpflichtung gegen dieselbe sich bewusst bleibe; für die vollständige Aneignung des durch die Lehrstunde gebotenen Lernstoff bilde in den unteren Klassen die häusliche Arbeit des Schülers die sichernde Ergänzung, in den mittleren und oberen Klassen habe dieselbe den Anfang selbständigen Arbeitens herbeizuführen, zu welchem Befähigung und Neiguug geschaffen zu haben, die wichtigste Mitgift der Schule für das Leben sei. Überbürdend wirken die häuslichen Aufgaben nicht ausschliesslich durch die Zeitdauer, welche sie in Anspruch nehmen. Bei einer Arbeit, welche mit Interesse an der Sache begonnen, mit dem Gefühl der eigenen Kraft und mit steigender Sicherheit ausgeführt werde, mache die Zeitdauer sich wenig bemerklich; werde dagegen eine Arbeit mit Gleichgültigkeit unternommen, im vergeblichen Ringen mit unüberwindlichen Schwierigkeiten und mit dem Gefühle des Misslingens fort- gesetzt, so werde selbst eine mässige Zeitdauer zu einer abspannenden Last. Vor allem sei es daher nötig, dass durch den Unterricht das Interesse an der Sache bei den Schülern geweckt und die häusliche Arbeit durch die Lehrstunden vorbereitet sei; diese dürfe in keinem Falle als Ersatz dessen benutzt werden, was die Lehrstunden bieten können und sollen, sondern sei als Fortsetzung und ergänzender Abschluss des Erfolges der Unter- richtsstunden anzusehen. Der Herr Minister erkennt an, dass diese Grundsätze in stetiger Zunahme zur Ausführung gelangen, wenn auch die Erfüllung der dadurch an die Lehrer gestellten hohen Aufgabe durch die übermässige Frequenz vieler Klassen und durch andere Umstände erheblich erschwert werde. Ferner trage zur Erleichterung oder zur Erschwerung der häuslichen Arbeit des Schülers die nachfolgende Beurteilung ihres Er- folges durch die Lehrer wesentlich bei. Wenn dieselbe auch aus pädagogischen Gründen vor verschwenderischem Lobe sich zu hüten habe, so sei doch dem gewissenhaften und des Erfolges nicht entbehrenden Fleisse eine Anerkennung nicht zu versagen. Bei dem angedeuteten Unterrichtsverfahren bleibe aber doch dafür zu sorgen, dass sowohl die Ge- samtdauer der für die häusliche Arbeit in Anspruch genommenen LZeit das für die betref- fende Alters- und Klassenstufe zulässige Mass nicht überschreite, als auch eine gleich- mässige Verteilung der Arbeit auf die einzelnen Tage erfolge. Allerdings sei die Ermes- sung der Zeitdauer, welche ein Schüler mittlerer Begabung unter normalen Verhältnissen der Schule und des Hauses zur Lösung einer häuslichen Arbeit nötig habe, schwierig; aber bei unbefangener Aufmerksamkeit würden die Lehrer aus einer Kombination mannigfacher Beobachtungen ersehen, wie viel Zeit durchsehnittlich fleissige Schüler mittlerer Bega- bung, welche vollkommen auf dem Standpunkte ihrer Klasse stehen, auf die einzelnen häuslichen Aufgaben und wie viel sie auf die gesamten Aufgaben im Durchschnitt that- sächlich verwenden. Hinsichtlich der Zeitdauer aber der von den Schülern auf den ein- zelnen Stufen zu erfordernden häuslichen Arbeit seien die von der wissensch. Deputation