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same Methode und vornehmlich auch über die Wahl des Unterrichtsstoffes in öfters zu wiederholenden Besprechungen verständigen. Ist es nun schon für die Fortschritte der Schüler nachteilig, wenn der Uuterricht durch die verschiedenen Klassen nicht eine einheit- liche Behandlung erfährt, so wird die Lage solcher Schüler eine noch viel misslichere sein, welche aus dem Privatunterricht in die Quarta oder gar eine der Tertien ohne jede Vorbereitung in der Naturbeschreibung eintreten, denen also sowohl die ihren Mitschülern während einer oft vierjährigen Unterrichtszeit zu teil gewordene, unbedingt nötige Ubung des Anschauungsvermögens und der induktiven Verstandesthätigkeit, als auch die ebenso unentbehrlichen Vorkenntnisse vollständig abgehen. Dass dies aber nicht allein für die betreffenden Schüler selbst von Nachteil ist, sondern auch, besonders bei einer grösseren Anzahl solcher Sehüler, die ganze Klasse schädigen muss, jst an sich klar. Sehr wünschenswert wäre es daher schon im eigenen Interesse solcher Schüler und bezüglich der Botanik gewiss in den allermeisten Fällen leicht zu ermöglichen, dass in dem vorhergehenden Privatunterrichte denselben wenigstens die elementarste Vorbereitung für dieses Lehrfach verschafft werde.
Werfen wir noch einen vergleichenden Blick auf den Bildungswert der beiden die organische Natur behandelnden Disziplinen, der Zoologie und Botanik, so wird die Entscheidung keinesfalls zu ungunsten der letzteren ausfallen, ja wir werden ihr in ver- schiedener Hinsicht sogar einen gewissen Vorrang zuerkennen müssen. Wenn sich zu- nächst nicht leugnen lässt, dass die Mehrzahl der Schüler infolge der freiwilligen Bewe- gungen und der höberen und verschiedenartigeren Lebensäusserungen überhaupt von vornherein eine grössere Vorliebe für die Tiere an den Tag legt, so wird doch auch für die Pflanzenwelt sehr bald das lebhafteste Interesse erweckt, wenn einmal die Auf- merksamkeit auf die Pracht oder Anmut und die Mannigfaltigkeit der Formen und Farben bei den einzelnen Gewächsen, auf die meist vorwiegend durch die Mitwirkuug der Pflanzen bedingte Grossartigkeit oder Lieblichkeit der Landschaften und wieder zurück auf die Wunder des inneren Baues und die Lebensthätigkeit der Gewächse gelenkt worden ist. Für den botanischen Unterricht ist uns vom Frühling bis zum Herbst eine überreiche Auswahl von Objekten geboten und zwar bei der Mehrzahl der Arten in einer solchen Menge von Individuen, dass es in den meisten Fällen jedem Schüler möglich sein wird, ein besonderes Exemplar der zu betrachtenden- Pflanzenspecies zu selbständigster Hand- habung und genauester Betrachtung vor sich zu haben. Gerade das letztere ist ein Umstand, der für die Ausbildung des Anschauungsvermögens und die darauf beruhende formale Geistesbildung, vor allem aber für die frühzeitige Anleitung zu einer gewissen Selbständigkeit in der Beobachtung nicht hoch genug angeschlagen werden kann. Es liegt aber gerade darin ein Hauptvorzug vor der Zoologie. Denn es ist hier etwas Ahnliches, wenn auch immer noch in beschränkterem Masse, nur eigentlich bei den Athropoden möglich, am meisten noch bei den Insekten, und wäre dies schon allein ein Grund, der Entomologie eine bevorzugte Stellung innerhalb der Zoologie einzuräumen, wenn ihr dieselbe nicht auch schon aus anderen Gründen gebührte.
Mit jenem Umstande hängt dann aufs engste zusammen, dass es verhältnismässig so leicht ist, Beobachtungen über die Pflanzen in der Natur selbst anzustellen, sie dort in ihrem Leben, in den verschiedensten Stadien der Entwickelung, in ihrer Umgebung und ihren Bexiehungen zum Tier- und Mineralreich kennen zu lernen, und ist dann schliesslich als ein für den Unterricht nicht zu unterschätzender Vorzug die leichte Konservierung des gewonnenen Inventars anzusehen.
Schon aus diesen nur gerade an die Reiehhaltigkeit des Unterrichtsmaterials sich knüpfenden Vorzügen muss hervorgehen, dass die der Botanik zu widmende Zeit nicht zu knapp bemessen werden sollte; bei näherer Bestimmung der diesem Lehrfache zufal- lenden Aufgabe aber wird sich zeigen, dass vier Semester das Geringste ist, was demselben zugestanden werden muss.


